Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1986
- Issue
- No. 51 (1986)
- Date
- 1986-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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(Fortsetzung von Seite 42) Den Angehoerigen von Frau Thea Seelig geb. Berg, Los Angeles, Wir haben die Heimgegangene viele Jahrzehnte gekannt. Sie entstammte der Familie Arnold Berg, Breslau, — Rosenberg O/S, war aeussert tuechtig, gewandt und lebensbejahend. Mit ihrem Gatten und den Kindern ist sie rechtzeitig nach Amerika ausgewandert und beide haben sich durch grossen Fleiss emporgearbeitet Vor 2 Jahrzehnten besuchten sie Israel und genossen mit grosser Liebe den Aufbau des Landes Den Angehoerigen von WILLI HECHT, TEL AVIV, frueher Breslau, der vor ca. 20 Jahren aus Brasilien in Israel einwanderte. Leider war er damals schon einseitig gelaehmt. Alte Bar-Kochbaner werden sich bestimmt dieses lebensfrohen tuechtigen Sportlers erinnern. Hier im Lande war er leider in den letzten Jahren in einem Heim Behinderter. Der Familie Brotzen, Haifa, zum Ableben ihres teuren HEINZ BROTZEN, der ln Breslau geboren ist und später hier in Israel festen Fuss gefasst hat. Sein besonderes Hobby war Konferance. Er war Vortragskuenstler auf allen moegiichen Gebieten. Er hat es verstanden, dem deutschsprachigen Publikum angdnehme Abende zu bieten. Er verstand es, nicht nur das Publikum zu unterhalten, sondern fortlaufend Lachsalven zu erzeugen. Auch wir, vom Verband ehemaliger Breslauer, haben ihn in guten Jahren in Tel Aviv bewundert. Frau Ulrike Merkel und deren Familie, zum Ableben ihres teuren HEINRICH G. MERKEL, NUERNBERG, den wir als Herausgeber der Nuernberger Nachrichten und vieler anderer Unternehmen ausserordentlich schaetzten. Er hat unser Blatt trotz grosser Arbeit immer gelesen. Es ist uns unmoeglich, im Rahmen deises Blattes die vielseitige Arbeit, die grosse Aufgabe, die er vollbracht hat,die vielen Ehrenämter die er hatte oder die Ehrungen die er erhielt zu zeichnen. Wir haben der Witwe und den Angehoerigen direkt unser tief gefuehltes Beileid ausgesprochen und trauern mit der Familie Den Angehoerigen von RUTH SCHNELL, BAD NAUHEIM, die vor einigen Wochen ploetzlicli verschieden ist. Sie war die Tochter der bekannten Familie Zadik, Breslau, Holz-Grosshandlung, streng religioes erzogen, heiratete sie Gerhard Schnell, der sich unter dem Schutz unseres unvergesslichen Rabbi Dt. Max Simonsohn dem streng ueberlieferten Judentum zuwandte. Beide Ehepartner hatten in Israel, in Ramat Jischai, ein grosses bekanntes Lebensmittelgeschaeft und ihr Haus war fuer jeden offen. Ihr einziger Sohn ist ihnen durch ein tragisches Unglueck entrissen worden. Die Familie Schnell liess sich dann in Fad Nauheim nieder. Auch dort war ihr Haus Mittelpunkt geistigen Lebens. Wir hatten mit ihnen Beiden einen regen Kontakt, der bis zum Ende von Ruth anhielt. Unser Mitgefuehl gilt neben den vielen Freunden, ihrer Schwester, Margot Zellner, San Francisco, Bowie ihrer besten Freundin, Kaethe Kaatz, Pardess Channa. Den Angehoerigen von EVA STAHL, PAR¬ DESS CHANA, die vor kurzem verstorben ist. Sie ist in Glatz (Schlesien) geboren und war mit Dr. Hans Stahl, Agronom, verheiratet. Bereits 1938 siedelten beide in Pardess Chana. Eva arbeitete jahrelang sehr schwer in der Huehnerzucht, im Garten und erzog 2 Kinder, sorgte fuer ihre Mutter und Schwiegermutter, zumal ihr Gatte, Dr. Stahl leider jahrelang in einem Heim fuer chronisch Kranke -war. Der Sohn lebt im Kibbutz Kfar Asa und die Tochter in Colorado, USA. Wir werden diese tapfere Frau nicht vergessen. Sie war jahrzehntelang mit unserer Freundin, Kaete Kaatz eng verbunden. Frau Chana Kami zum Ableben ihres GATTEN DAN K A R N I, ASHKALON (frueher Peter Kornicker, Breslau). Der Heimgegangene war ein Mensch weit lieber dem Durchschnitt und entstammt einer sehr angesehenen Familie. Sein Vater war RA. imd Notar, Georg Kornicker. 1917 geboren, .besuchte er zunächst das Magdalenen Gymnasium, später das Johannes Gymnasium, ging auf Hachschara nach Holland und kam 1939 ins Land, war kurze Zeit in einem Kibutz und hat 1942 —- 1946 in der Brigade gekaempft und eine schwere Dienstverletzung davongetragen. Spaeter trat er in die Israel Armee ein, die er erst mit 55 Jahren verliess. Als ausgezeichneter Beamter in der Stadtverwaltung Ashkalon hat er bis zuletzt auch freiwillige Taetigkeit bei der Polizei u. beim Magen David Adom geleistet. Er gab den Pensionaeren Unterricht, gruendete einen Briefmarkenklub und war ueberall da, wo man ihn benoetigte. Ein schwerer Verlust der Familie, der Freunde und der Hilfesuchenden in Aschkalon. Unserem 1b. Fritz Tau und Familie, Beth Jitzchak, zum Ableben ihrer Schwester und Schwaege. rin, ELFRIEDE REIN, aus Beuthen O/S deren Aufsatz in unserem Mitteilungsblatt im Jahre 1976 „Die Menschliche Stimme” grosses Aufsehen und Mitgefuehl erweckte. Noch einmal haben wir uns diese traurige und doch positive Stimme zu Gemuete gefuehrt. Sie hat in ihrem Leben (nach dem Tod des Vaters in Beuthen O/S, wohin sie aus Koeln mit Genehmigung der Gestapo, fuhr), alle Schrecken des Ghettos Riga, Zwangsarbeit, zusammen mit ihrer besten Freundin Grete, dann das Todeslager Stutthof bei Danzig und alle schweren Arbeiten unter staendiger Gefahr des Todes mitgemacht. Alle ihr uebertragenen Arbeiten hat sie bestens ausgefuehrt. Hunger und Kaelte waren ihre ständigen Begleiter. Ein starker Charakter, der das Glueck hatte, bei den Wachmannschaften und Beamten kleine Hilfe zu bekommen, hat sie nach dem Todesmarsch ueberleben lassen. Ein feinfuehliger Mensch, der, trotz der vielen Schrecknisse den Weg ins Leben zurueckfand, wird in unserem Herzen fortleben. Frau Markus, Berlin, zum Ableben ihres Gatten, WALTER MARKUS, der uns immer wieder versicherte, wie gluecklich er sei, unsere Zeitung zu lesen. Er hat mit allen Fasern seines Herzens an die schoene Jugend gedacht, die er in Breslau verlebte. Den Angehoerigen von FRAU HERTA DANZIG geb. DOBRIN, RAANANA, — BRESLAU — MI¬ LANO, zum Ableben der eben Genannten. Wir kannten die Heimgegangene seit dem Jahre 1920. Sie war die Sekretaerin der bekannten Weinhandlu.ng Berthold Danzig, Breslau, heiratete den Sohn des Inhabers, Manfred, mit dem sie nach Milano, Italien, auswanderte. Dort fuehrte sie mit ihrem Gatten ein grosses juedisches Haus. Beide waren fuehrend in der Gemeinde. Dort holte man sich Rat und Hilfe. Aufgeschlossen fuer alles juedische waren sie die Bruecke fuer Palaestina und Israel. Vor einigen Jahren ist Manfred Danzig heimgegangen und in Jerusalem beigesetzt worden. Hertha kam nach Israel und lebte in Raanana, wo sie sofort einen Kreis fand, der sie liebte und achtete. Insbesondere verband sie eine starke Freundschaft mit der bekannten Schriftstellerin und Journalistin, Frieda Hebel, Raanana, die eine treue Freundin verloren hat. Ein feiner Charakter, eine schlichte, liebenswerte Person,, eng verbunden mit ihren Kindern und den Freunden. So trauern wir alle mit ihnen. Ruth Gluskinos geb. Heppner, Kirjat Schmuei bei Haifa, sowie den Angehoerigen des verstorbenen SCHIMON GUTTMANN. Ein besonders feinfuehliger Mensch, verankert im religioesen Judentum, sehr fleissig, und im Leben stehend dabei schlicht ohne jede Ueberhebung so ist er in eine bessere Welt hinuebergegangen. Ruth Gluskinos ist die Tochter unseres unverzesslichen Rabbiners, Dr. Aron Heppner, Koschmin — Breslau, den wir schon sehr oft in unserem Blatt erwaehnt haben. Er war der Typ eines Rabbiners in Deutschland, der als Seelsorger seiner Gemeinde ein ganz grosses historisches Wissen hatte und als Forscher und spaeter Archivar der Breslauer Gemeinde sehr viel zum historischen Denken beitrug. Den Angehoerigen von FRAU ORA HIRSCH geb. EBSTEIN, KIRJAT BIALIK die leider nach 2 Operationen im 62ten Lebensjahr verschieden ist. Sie ist die Tochter unseres unvergesslichen Adolfo Ebstein, Santiago de Cile, nach dem das dortige juedische Altersheim genannt ist. Er hat Grosses geleistet, sowohl in Breslau, als auch in Chile. Wir hallen ihm szt. einen Artikel zu seinem Hinscheiden gewidmet. Ora Hirsch hat ein schweres Leben hinter sich. Im Jahre 1948 fiel ihr Mann im Befreiungskrieg. Sie blieb mit 2 kleinen Kindern zurueck und hat mit grossem Fleiss erfolgreich das Seminar fuer Lehrer absolviert. Alß Lehrerin beliebt und verehrt hat sie leider nur wenige Pensionsjahre erlebt. Familie Oppenheim und Angel zum Ableben von Dr. RUDOLF SPITZER, Breslau, Jerusalem und Tel Aviv. Wir kannten ihn ueber 60 Jahre als erfolgreichen Hautarzt, der es verstand, seine Patienten nicht nur medizinisch, sondern auch menschlich zu behandeln. Der Redakteur unseres Blattes hat ihn 9 Jahre lang an Jedem Freitagabend im Elternheian der Einwanderer aus Deutschland gesprochen. Neben seinen Faehigkeiten als Arzt hat er ein grosses juedisches Wissen auf historischem Gebiete gehabt und bis zum letzten Augenblick ein phaenomenales Gedaechtnis. Erich Lewin sprach Danku.nd Abschiedsworte dem guten Freunde. Den Angehoerigen von HANNA MARKUS geb. HEPPNER, die in hohem Alter verschieden ist. Wir hatten zu ihrem 90ten Geburtstag einen Beitrag fuer unser Blatt vorbereitet und muessen leider daraus einen Nachruf machen. Wir kannten die Heimgegangene fast 7 Jahrzehnte. Tochter des unvergesslichen Rabbiners Dr. Aron Heppner, den wir in diesem Blatt bereits erwaehnt haben. Eine feinfuehlige Frau und Mutter, die ueber ein grosses Wissen verfuegt hat, war es immer interessant, mit ihr zu plaudern. Unser Beileid gilt dem Sohn, Schlomo Markus, der Bibliothekar im Kibbutz “Hamapil” ist, sowie der Schwester, Ruth Gluskinos geb. Heppner, Kirjath Schmuei bei Haifa, mit der wir in staendiger Fuehlung stehen. (Fortsetzung auf Seite 44) 43