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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1986-01-01 · No. 51 (1986) · p. Seite 33

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1986
Issue
No. 51 (1986)
Date
1986-01-01
Page
Seite 33 (sequence 33)
Language
German
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WOHER STAMMT DIE BEZEICHNUNG DES NAMENS „ASCHKENAS” FUER DEUTSCHLAND? ZUGLEICH EIN STÜCK FAMILIENGESCHICHTE Rabb. Dr. Eichanan E., Scheftelowitz (Jerusalem) Schon seit langem hat man Bich gefragt, woher die Gleichstellung des biblischen Namens Aschkenas mit der geographischen Bezeichnung Deutschland herrührt. Man spricht noch heute u.a. vom “Minhag Aschkenas”, doch befindet sich die Bezeichnung Aschkenas für Deutschland bereits in der Responsenliteratur (Teschuwot) etc. der rabbinischen Grössen des Mittelalters. Eine Antwort für den Grund der Gleichstellung dieser beiden aus den verschiedensten Welten und Zeiten stammenden Begriffe Aschkenas und Deutschland wurde bisher nicht gegeben, weshalb im Folgenden der Versuch einer Lösung dieser Frage gegeben werden soll, zumal der Verfasser dieser Zeilen, wie es anschliessend gezeigt wird, eine besondere Beziehung zu diesem Fragenkomplex hat. Die Torah (Bereschit 1, 1—3) berichtet (und ebenso 1 Chronik 1, 6), dass Jafet, der Sohn des Noach, einen Sohn Gomer hatte, und dieser hatte einen Sohn namens Aschkenas, d.h. Aschkenas war ein Urenkel des biblischen Noach. Der Targum Je. ruschalmi (dessen Niederschrift auf die Zeit nach dem 5. Jhdt. der gew. Zeitrechnung datier^ wird), der, wie alle seinerzeitigen Targumim, auf alte Überlieferungen (Midraschim) .zurückgeht, und der wahrscheinlich nach der Rückkehr der Juden aus dem babylonischen Exil enstanden ist, worauf seine aramäische Sprache hinweist, — sagt, ebenso wie der Targum des Jonathan ben-Usiel (auch zu der obigen Stelle in der Chronik, dort aber als “andere Version”), erklärend: “Die Söhne des Gomer sind, gemäss den Namen ihrer Staaten (s. den Perusch zum Jonathan), ...und Germania” (so geschrieben in hebräischen Buchstaben) Und auch im Midrasch-Rabbah (37, 1), der wahrscheinlich im 6. Jhdt. im Land entstanden ist, wird Aschkenas mit “Germania” erklärt. — Dies bedeutet, dass bereits die Bibelerklärer des 5. und 6. Jhdts. den Namen “Aschkenas” mit dem Land Deutschland identifiziert haben. Hiermit ist die Zeit festgestellt, in welcher zum ersten Mal Aschkenas mit Deutschland identifiziert wurde, doch bleibt die weitere Frage, wie man damals dazu kam, Deutschland mit dem biblischen Namen Aschkenas zu bezeichnen. Hierzu muss man auf die Geschichte Deutschlands zu jener Zeit zurückgehen. Deutschland war im 5. Jhdt. ein zerklüftetes Staatengebilde von germanischen Völkerstämmen (Alemannen, Thüringern, Burgundern etc.), deren Herrscher (Herzoge, Fürsten etc.) ihr Land autonom verwalteten. Eines dieser Fürstengeschlechter war das der Askanier, welches im Land Anhalt (Mitteldeutschland) residierte. Die frappante Ähnlichkeit des Namens dieses Fürstengeschlechts mit dem Namen “Aschkenas” bringt die Lösung unserer Frage. Aschkenas und Askanier haben die gleichen Buchstaben und sogar in derselben Reihenfolge, wozu noch bemerkt wird, dass “sch” und “s” schon in alter Zeit (und auch heute noch von vielen aus Litauen stammenden Juden) wechselseitig ausgesprochen wird. Und die Lösung der Frage nach dem Grund der Identifizierung von Aschkenas mit Deutschland ist demnach, dass das Fürstengeschlecht der Askanier wahrscheinlich ein gutes Verhalten zu den Juden in Anhalt an den Tag legte, weshalb diese das Land mit dem ihnen aus der Bibel geläufigen und gleichklingenden Namen “Aschkenas” bezeichneten, der später auf ganz Deutschland übertragen wurde und in einer weiteren Verallgemeinung wurden und werden heute alle aus Europa stammenden Juden ,,Asehkenasim” genennt, und dies im Gegensatz zu den aus Spanien und den orientalischen Ländern stammenden „Sefaradim”. Anschliessend soll noch kurz geschildert werden, wie ich zur Behandlung dieser Identitätsfrage kam. Die Namen Aschkenas — Anhalt — Askanier sind seltsamerweise mit meiner Familiengeschichte verbunden. Alle meine Vorfahren (mit Ausnahme meines sei. Vaters, der als angesehener Grosskaufmann ein Vertreter des Misrachi in der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde in Berlin und später bis zu seinem Tod ein Gabai in Ichud-Schiwat Zion in Tel-Aviv war) waren Talmudgelehrte und Rabbiner. Einer von ihnen war Raw Naftali Scheftel (der sich erst nach dem staatlichen Erlass zur Führung eines Familiennamens Scheftelowitz nannte, wobei “owitz” die russische Bezeichnung für “Sohn des”, also Sohn des Scheftel ist), der von 1741 — 1810 lebte und den Beinamen “der Aschkenas” führte, weil er als Rabbiner aus Deutschland nach Tauroggen, dem litauischen Tawrik, berufen wurde. Das war also “Naftali, der Aschkenas”. Weiter: Mein Grossvater Benjamin Scheftelowitz, der fast genau 100 Jahre vor der Begründung des Staates Israel, am 20. Mai 1848 in Plugian bei Kowno (Litauen) geboren ist, zog im Jahre 1873 nach Anhalt, wo er als Rabbiner an der Synagogengemeinde Wörlitz amtierte. Das Land Anhalt mit der Residenzstadt Dessau war ein beliebtes Durchgangsland für die jüdischen Besucher der Leipziger Messe. Dessau war auch die Geburtsstadt Moses Mendelssohns (1728 — 1786), des “Mansche mi-Dessau”, des “Schutzjuden” Friedrichs des Grossen, Freundes von Lessing und ersten Jüdischdeutschen Übersetzers des Tenach. Der Grossvater zog von Königsberg/Pr., wo sein Vater Raw Mordechai-Jehoschua Scheftelowitz (1812 — 1888) als Rabbiner amtierte, vielleicht auch deshalb nach Anhalt, weil Juden dort leichter als in anderen deutschen Ländern eingebürgert wurden. Am 18. September 1883 erhielt dort der Grossvater mit seiner Familie von der Herzoglich Anhaitischen Regierung die anhaltinische Staatsangehörigkeit (die Urkunde ist noch heute in unserem Besitz), womit wir Anhaltiner und damit Deutsche wurden. (Eine deutsche Reichsangehörigkeit gab es damals noch nicht.) Weiter: Mein Vater lebte später zwar in der preussischen Landeshauptstadt Berlin, doch als anhaltinischer Staatsangehöriger firmierte er sein Geschäft “Papiervertrieb Askania” im Hinblick auf das seinerzeitige Fürstengeschlecht der Askanier (“Aschkenas”) in Anhalt. Nicht genug damit: In Berlin ging ich in das Askanische Gymnasium, das neben dem Anhalter Bahnhof lag. Diese seltsame Verbindung von Naftali, dem Aschkenas, über die seinerzeitige anhaltinische Staatsangehörigkeit, die Firmierung Askania und meine Askanische Schule veranlassten mich, über den Zusammenhang von Aschkenas und Deutschland nachzuforschen, der heute aber nur noch ein historisches Interesse hat. 8- INTERNATIONALER JUNGAUTOREN WETTBEWERB Arbeitsgemeinschaft von Autoren in 15 Ländern Gemeinnütziger Verein e.V. D-8400 Regensburg Reichsstrasse 5 Der 8. Internationale Jungautoren-Wettbewerb, den die Regensburger Schriftstellergruppe International (RSGI) durchführt, findet 1985/86 statt. Er läuft jetzt an. Einsendeschluss ist der 15. Oktober 1986, die Endkonkurrenz der 30 Besten ist auf Samstag, 22. November 1986, 14.30 Uhr, Dollingersaal des Alten Rathauses Regensburg, festgesetzt. Die Summe der Wettbewerbspreise beträgt 8 000 Mark. Für den allgemeinen, thematisch ungebundenen Literaturwettbewerb sind ausgeschrieben: Je ein Preis zu 2 000, 1000, 500, 250 und 150 Mark, sowie Buchpreise. Für literarisch qualifizierte Beiträge zum Thema Verkehrssicherheit / Verkehrserziehung — zu dem zusätzlich Manuskripte eingereicht werden können — gibt es vier Prämien von je 1000 Mark. Die Einsendungen sollen unter Kennwort erfolgen: Erbeten sind maximal fünf Gedichte oder etwa eine Schreibmaschinenseite Prosa (Lesezeit bei Endwettbewerb bis fünf Minuten pro Autor). Die Teilnahme ist an keinerlei Verbandsmitgliedschaft, Nationalität, “Richtung” oder bisherige Veröffentlichungen gebunden. Zugelassen werden Bewerber bis zu 25 Jahren. Die Beiträge müssen in deutscher Sprache vorgelegt werden. Entscheiden wird eine mindestens zehnköpfige Jury, bestehend aus Autoren, Journalisten, Literaturwissenschaftlern, Leitenden von Kultur- und Bildungs-Institutionen u.a. Initiative und Gesamtleitung des Wettbewerbs: RSGI-Vorsitzender Erich L. Biberger. Vorsitzende der Jury: Prof. Dr. Annemarie Lange-Seidl, München. Teilnahmebedingungen und Formulare sind erhältlich bei: RSGI, Reichsstr. 5, D-8400 Regensburg (Telefon: (0941 j 27366). Der Jungautoren-Wettbewerb der RSGI, der, in zweijährigem Zyklus, schon seit 1972 stattfin. det, ist die einzige regelmässige Talentsuche solcher Art im gesamten deutschsprachigen Bereich. Den Hauptpreis dazu stiftet der Bezirkstag der Oberpfalz, die Sonderprämien gewährt das Bundesverkehrsministerium. Förderer sind zugleich das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus, die Stadt Regensburg und private Mäzene. Verbunden sind mit dem Wettbewerb auch Lesungen und Diskussionen junger Autoren, ein Empfang für die Wettbewerbsteilnehmer und Publikationen von Arbeiten aus dem Wettbewerb — nicht nur von preisgekrönten. Am vorigen Wettbewerb beteiligten sich fast 700 junge Schreibende aus 14 Staaten Europas, Afrikas und Amerikas. INSTITUT FUER ZEITGESCHICHTE — Dr. WOLFGANG BENZ — LEONRADSTRASSE 46 b 8000 MÜNCHEN 19 . Sehr geehrte Damen und Herren, die Anregung von Herrn Friedmann, der unser Vorhaben in nachstehend abgedruckten Brief erläutert, wurde im Institut für Zeitgeschichte gerne aufgegriffen, weil es sich in den Rahmen eines grösseren Projekts einfügt, das bei uns im (Fortsetzung auf Seite 34) 33

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