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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1986-01-01 · No. 51 (1986) · p. Seite 34

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1986
Issue
No. 51 (1986)
Date
1986-01-01
Page
Seite 34 (sequence 34)
Language
German
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(Fortsetzung: von Seite 33) Gange ist. Unter dem Arbeitstitel Juden in Deutschland 1933 — 1945 sollen wesentliche Aspekte des jüdischen Lebens dokumentiert werden, um eine für die jüngere Generation schon abstrakte Welt begreifbar zu machen. Die Geschichte der Betroffenheit — im doppelten Sinn: der Juden, die Objekte der Diskriminierung, der Verfolgung, der Vernichtung waren, und der Deutschen, die mit den Juden zusammenlebten und dann mit dem Holocaust konfrontiert wurden — steht im Mittelpunkt der Dokumentation. Die Ergebnisse der Umfrage über die Dienstboten würden je nach Umfang und Dichte in die von Mitarbeitern des Instituts zu erarbeitende Dokumentation Juden in Deutschland 1933 — 1945 eingefügt oder als selbständige Publikation präsentiert werden. Für Ihre Mitarbeit wären wir sehr dankbar) vor allem auch für die Vermittlung weiterer Adressen, die wir anschreiben können. Für Rückfragen stehe ich gerne jederzeit zur Verfügung. Mit den besten Grüssen W. Benz ★ Prof. Dr. Friedrich Georg Friedmann Hans-Leipelt-Strasse 12, 8000 München 40 Sehr geehrte Damen und Herren, wenn ich gelegentlich Juden meiner Generation treffe, die das Glück hatten, das Dritte Reich zu überleben, so geschieht es nicht selten, dass wir auf einen der wenigen Lichtblicke jener Zeit zu sprechen kommen: auf die Dienstboten in unseren Familien, die sich den Nazis und ihren Doktrinen widersetzten und in oft rührender Weise um unsere Eltern und Geschwister kümmerten. Die Geschichte dieser meist einfachen Menschen ist meines Wissens von niemandem geschrieben worden. Sie werden für immer in Vergessenheit geraten, wenn die noch lebenden in Deutschland geborenen Juden sich nicht bemühen, ihre Erinnerungen niederzuschreiben. Diese Zeilen sind eine herzliche, aber auch dringende Aufforderung, dies zu tun. Es wäre nützlich, wenn Sie in vollständig spontaner und informeller Weise ein paar Seiten über die Dienstboten in ihren Familien schreiben würden, vor allem über die Beziehungen zu Ihnen nach der Machtübernahme der Nazis. Wir wären Ihnen auch dankbar für die Übersendung von Namen und Anschriften von Verwandten oder Bekannten, in deren Familien ebenfalls Dienstboten tätig waren, so dass wir uns mit unserem Anliegen auch an sie wenden können. Wir beabsichtigen, eine Dokumentation des Verhältnisses von Dienstboten und den Familien, ln denen sie zu Anfang des Naziregimes tätig wartn, zu erstellen. Natürlich wollen wir auf Grund des Materials auch versuchen zu ergründen, warum dieses Verhältnis, d. unseres Wissens nach meist sehr eng war, sich so radikal von der Beziehung zwischen Juden und Nichtjuden in der allgemeinen Bevölkerung unterschied. Sollten Sie darüber Vermutungen haben, wären wir dankbar, wenn Sie uns diese auf einem eigenen Blatt mitteilen würden. Mit herzlichem Dank und freundlichen Grüssen F.G. Friedmann STIFTUNG VOLKSWAGENWERK FOERDERT FORSCHUNGSPROJEKTE JUDEN UND JUDENTUM IN DER VOLKSKULTUR ZUR EMIGRATION DEUTSCHSPRACHIGER WISSENSCHAFTLER 1933-1945 Für die Erforschung des Bildes von Juden und Judentum — vor allem im 19. Jahrhundert — und für Untersuchungen zu Wirkungen und Nachwirkungen der Emigration deutschsprachiger Wissenschaftler von 1933 bis 1945 — bei der wiederum Juden einen wesentlichen Anteil hatten — stellt die Stiftung Volkswagenwerk Förderungsmittel in Höhe von über 2 Mio DM zur Verfügung. Die Arbeiten werden am “Zentrum für Antisemitismusforschung” der Technischen Universität Berlin unter der Leitung von Professor Dr. Herbert A. Strauss sowie an der Universität Münster unter der Leitung von Professor Dr. R. Toellner durchgeführt. Ein erstes Projekt dient der Erforschung der “Bilder” von Juden und Judentum in der populären Kultur des 19. Jahrhunderts, die unterhalb der literarischen Ebene des gebildeten Bürgertums oder der akademischen Literatur ausgemacht werden können. Vorgesehen sind Analysen der Volksreligion, der Ikonographie, der Popularliteratur und volkskundlicher Zeugnisse. Die in diesen Materialien enthaltenen Vorstellungen, die oft auf eine lange Überlieferung zurückgehen, haben zu den literarischen, pseudo-wissenschaftlichen, politischen und religiösen Strömungen der Zeit wesentlich beigetragen. Professor Strauss und sein interdisziplinär zusammengesetztes Team erwarten von dem auf drei Jahre angelegten Projekt eine systematische Ausweitung der Forschung auf ein bisher vernachlässigtes Gebiet und differenzierte Aussagen über die komplexen Beziehungen zwischen Juden und Umwelt. Diese Beziehungen reichen von Ko-existenz und Integration bis Antijudaismus und Antisemitismus. Sie begründen als formende Elemente die deutsch-jüdische Geschichte bis in die Gegenwart. In einem weiteren, auf vier Jahre angelegten Projekt will das 1982 gegründete “Zentrum für Antisemitismusforschung” die Wirkungsgeschichte der Emigration deutschsprachiger Wissenschaftler nach 1933 untersuchen. Das Vorhaben knüpft an das Standardwerk zur Geschichte der deutschsprachigen Emigration an: “Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933 / International Biographical Dictionary of Central European Emigres 1933-1945”, München- New York 1980-1983, dessen Mitherausgeber Professor Strauss ist. Es enthält unter anderm 4.600 Biographien von emigrierten Wissenschaftlern und Künstlern, die aus politischen und “rassischen” Gründen verfolgt wurden und sich dem Zugriff der Machthaber des Dritten Reiches entziehen konnten. Diese Biographien bilden die Grundlagen für weiterführende sozial- und wissenschaftsgeschichtliche Untersuchungen. Erforscht werden sollen die Geschichte von Disziplinen und Wissenschaftlern in den Ursprungsländern bis zum Zeitpunkt der Verfolgung durch das Nazi-Regime, die erzwungene Auswanderung, der Prozess der Auswanderung, die Lage der Wissenschaften im Exilland zur Zeit der Immigration sowie die Akkulturations- und Wirkungsgeschichte der deutschsprachigen Einwanderer. Darüber hinaus soll die Bedeutung der emigrierten Wissenschaftler und ihrer Leistungen für die Entwicklung der deutschen Wissenschaft nach 1945 untersucht und in Gruppenbiographien auch quantitativ dargestellt werden. Für diesen auch methodisch sehr anspruchsvollen Teil der Forschungsarbeiten ist die Verknüpfung der Emigrationsforschung mit der Sozial- und Wissenschaftsgeschichte sowie der Nachkriegsentwicklung bestimmter Disziplinen an deutschen Universitäten und Akademien nötig. Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit einem internationalen Expertenbeirat durchgeführt. In enger Abstimmung mit den Berliner Arbeiten wird am “Institut für Theorie und Geschichte der Medizin” der Universität Münster unter der Leitung von Professor Dr. R. Toeilner speziell die Emigration von Medizinern untersucht. Diese Stellen nicht nur den höchsten Anteil an der akademischen Emigration dar, sondern verdeutlichen auch in ihren verschiedenen Laufbahnen die ganze Vielfalt der möglichen gesellschaftlichen Einbindung einer akademischen Profession — vom rein wissenschaftlich arbeitenden Grundlagenforscher über den Hochschulkliniker, den Krankenhausarzt, den Arzt im öffentlichen Gesundheitswesen bis zum niedergelassenen Praktiker. Die Untersuchung soll exemplarisch an den USA, Grossbritannien, Israel und der Türkei durchgeführt werden. Die Türkei stellt insofern einen interessanten Sonderfall dar, als sie im Zuge der Modernisierung der überkommenen islamischen Gesellschaft durch Kemal Mustafa (Atatürk) bereitwillig Wissenschaftlern Aufnahme anbot, die dann auch einen entscheidenden Anteil an der Entwicklung der Universitäten Istanbul und Ankara hatten. Auch in diesem Projekt gilt besonderes Augenmerk der Einschätzung des “Rücktransfers” von Wissenschaft nach 1945, ein noch weitgehend unerforschtes Gebiet der Wissenschaftsgeschichte. Kontakt: Prof. Dr. H. A. Strauss, FB 1, Zentrum fuer Antisemitismusforshung, TU Berlin, Ernst-Reuter-Platz 7, 9. OG., 1000 Berlin 10, Tel.: (030) 314-3154. Prof. Dr. R. Toellner, Institut für Theorie und Geschichte, Universität Münster, Waldeyerstrasse 27, 4400 Münster, Tel.: (0251) 835291. * RA. DR. ERICH SCHLESINGER s. A. Von der Tochter und Schwiegersohn des vor vielen Jahren verstorbenen Dr. Erich Schlesinger, haben wir ein Gedicht erhalten, das die Übersetzung von dem Chanukkalied, Moaus Zur, ist. Wir sind leider nicht in der Lage, trotz aktueller Fassung, es abzudrucken. Die Tochter Erika und der Schwiegersohn Israel Knobler wohnen in Lod, Israel. Uns ist Dr. Erich Schlesinger bestens bekannt, geboren in Rosenberg O/S, war er später in Gleiwitz O/S ein bekannter Anwalt und durch seine Gattin gerettet, wurde ihm in Gleiwitz nach dem Kriege, von den Russen das Buergermeisteramt angetragen. Er war einige Jahre in den schwierigsten Zeiten Leiter der Stadt. Nachher ging er nach West-Deutschland und hat im Rahmen der Wiedergutmachung Grosses geleistet. Wir haben ihn und seine Gattin vor einigen Jahrzehnten in Tel Aviv gesprochen. Beide sind in Frankfurt a/Main in hohem Alter verstorben. Wir werden das Andenken dieser Beiden in Ehren halten. 34

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