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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1986-01-01 · No. 51 (1986) · p. Seite 26

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1986
Issue
No. 51 (1986)
Date
1986-01-01
Page
Seite 26 (sequence 26)
Language
German
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Betrachtungen xu einem Festgebet „Der Himmel iat der Himmel des Ewigen" Im Volkslied sehen wir den Ausdruck der gesunden Volksseele, das Lied des unbekannten Sängers, von der Masse übernommen, das gesungen und gesummt wird, wenn der Name des Dichters vergessen oder nie bekannt war. Im Jüdischen Schrifttum ist eine Sammlung dieser Lieder erhalten, die Jahrhunderte, Jahrtausende volkstümlich blieb, bleiben konnte, weil die Texte einfach sind, ungezwungen, die meisten der Gesänge bringen Freude, Fröhlichkeit, Jubel, zum Ausdruck. Es ist kein Wunder, dass die Psalmen, die 150 Lieder, die die Legende dem König Dawid zuschreibt, in dem Rahmen der Schrift aufgenommen wurden. — In unserem Zusammenhang ist es unwichtig, nach den Urhebern, nach den Dichtem zu forschen, oder die Gesänge in die verschiedenen geschichtlichen Perioden einzuteilen. Die Psalmen waren in allen historischen Zeiten populär. Dass man nicht nach den Schreibern fragte, und sich mit der Vorstellung begnügte, ein begabter König habe sie zusammengestellt. Die Redakteure der Bibel haben nur diese uns bekannten 150 Lieder aufgenommen. Heute wissen wir, dass es viele andere gab, die aus irgendwelchen Gründen ausserhalb des Kodex gelassen wurden. Vielleicht haben die Schreiber nicht zu dem inneren Kreis gehört, zum Establishment Jener Tage, vielleicht wurden sie nur aus Platzmangel abgelehnt — wie es in der Sprache der modernen Editoren heisst. Vor Jahren wurde vorgeschlagen, jenen dieser Gesänge, die ja immer vom Volke gesungen wurden, den 126. Psalm, wahrscheinlich nach der Rückkehr aus dem Exil in Babel gedichtet, zur Nationalhymne zu erheben: ‘Wenn der Ewige die Gefangenen Zions zurückführt, werden wir wie Träumer sein...’ _ * Fromme Menschen, aber nicht nur diese, sagen Psalmen bei den verschiedenen Gelegenheiten, wenn ihnen ein Leid zustösst, man singt sie bei freudigen Anlässen. Das Gebet, dass an den Festtagen gesagt wird, das Hallei ( das Jubelgebet, der Dank an den Schöpfer, das Hallajuha, ist auf verschiedene Psalmen aufgebaut. Ein kurzer Abschnitt, ein Psalm, den man singt, erläutert die Religionsauffassung des Judentums, einfach, volkstümlich, unphilosophisch — von allen und in allen Zeiten verständlich. Der Psalm 115 bringt die Auseinandersetzung mit dem Götzendienst, und mit den Jenseitsreligiösen, die als Belohnung für gute Taten oder Böse auf dieser Welt ein besseres ‘Leben’ oder die Verdammnis auf jener Welt versprechen. Im Lied wird die Universität Gottes, die Unvorstellbarkeit, seine Unaussprechlichkeit, erklärt, einfach, dass der ‘Mann aus dem Volk’es fassen kann, der Gegensatz des unsichtbaren Gottes zu .Jenen Götzen, die Gold und Silber sind, Werke von Menschenhand. Sie haben einen Mund und reden nicht, Augen haben sie und sehen nicht, Ohren haben sie und hören nicht, Nasen haben sie und riechen nicht, mit ihren Händen greifen sie nicht, Fiisse und gehen nicht, durch den Hals reden sie nicht.’ Im zweiten Vers oder Abschnitt des gleichen Psalms wird die Stellung des Menschen und die seines Gottes bestimmt: ‘Der Himmel ist der Himmel des Ewigen, / Und die Erde dem Menschen gegeben’. Einfach, klar, primitiv im Ausdruck, aber deutlich wird hier ausgesagt, wie die Vorfahren Diesseitsbewusst waren. Der Psalmist jubelt dem Schöpfer des Weltalls zu, der Kraft, die alles geschaffen hat. In dieser Lebensauffassung bestimmen sie ihr den Platz, ohne Einschränkungen, ohne Vorbehalte. Die Schöpfer der monotheistischen Religion, der primitive Glaube der Hebräerstämme, basierte auf dem Glauben, dass es eine Kraft geben müsse, die Unaussprechbare, die Unvorstellbare, von der man sich kein Bildnis machen kann und soll, die das Universum, einschliesslich unserer Erde, nach ihrem Willen schuf — die Legenden und Bilder späterer Vorstellungen, die ein Gottesbild eines alten weisen Mannes entstehen lassen, das oft von Juden in der Diaspora übernommen wurde, haben so garnichts mit der ursprünglichen jüdischen Gottesvorstellung gemeinsam. Ihre Welt ist einfach, unkompliziert. Sie stellen am Anfang keine prachtvollen Tempel für ihrem Gott auf, selbst das Heiligtum in Jerusalem zeichnte Bich durch Einfachheit und Kleinheit aus, eine leere Halle, die nur die Priester betreten durften. Nur der dritte Tempel des Usurpators Herodos wurde zu einem Prachtbau, in nichts den hellenistischen Vorbil dem nachstehend. * Der unbekannte Psalmist, und viele, viele Generationen nach ihm, singen noch immer im Hallelgebet, dass ‘die Erde dem Menschen gegeben ist’, mit der Verantwortung, sein Schicksal zu gestalten. Es wird unterschieden: ‘Nicht die Toten werden Gott rühmen / nicht die, die in die Stille absteigen, — / wir aber preisen Gott, — bis in alle Ewigkeit.“ Dieses soll man lesen, die Worte beherzigen, auch wenn man nur selten ein Gebetbuch in die Hand nimmt. Sie stellen ein Bekenntnis dar, die Anerkennung des Lebes, des Diesseits, der Gegenwart. Es wird kein Zweifel gelassen, man verlässt sich nicht auf nebelhafte Versprechen auf das Jenseits. ‘Die in die Stille absteigen’, — die Toten — können Gott nient preisen, nicht teilhaben an seinem Werk, nicht an dem, was Gott gegeben ist, und nicht an dem, was dem Menschen gegeben, wir aber, die Lebenden, preisen Gott, bis in alle Ewigkeit... Es liegt an uns, den Erdenbewohnern, das Schicksal zu gestalten, das persönliche, das der Welt, die dem Menschen gegeben wurde... Das Diesseitsbekenntnis, das Ja-Sagen zum Leben, ist es, was das Lied des unbekannten Sängers erhalten konnte. Der Glaube der Alten, der so garnichts mit der Mystik der Gnadenreligionen gemeinsam hat, lässt sich auf keine Zweifel ein: ‘Der Himmel ist der Himmel des Ewigen, Und die Erde dem Menschen gegeben.’ Heinswerner Goldstern Israel, 1986 Freunde, ist es Euch bekannt, Wie wunderschön ist unser Land? Wie schön ist das Land mit den Dörfern und Städten, Wie schön, wenn wir endlich Frieden hätten. Wälder gibt es, grüne Höhn’ Im Jordental spazieren gehn. Beth-Oren, Dagania, Giwath-Chaim, En-Geb und En-Gedi, Kfar Rupin. Kibuzim und Moschawoth, Dalia, Giwath Brenner, Ein-Charod Sichron-Jakov und Nahalall, Alle sind herrlich in jeden Fall. Wenn es auch heute stürmt und blitzt, Und mancher von uns sich darob erhitzt. Es wird wieder Frühling, Ihr dürft es mir glauben. Lasst Euch nicht die Hoffnung rauben. Wunderschön ganz in unserer Näh’, Strahlt im Sonnenschein der Kinnereth See. En-Gev am Ufer ladet ein, Zum Piknik und zum Stell-Dich-Ein. Maagan, Har On auch Ginossar Lohnt ein Besuch. Das ist ganz klar. Und wer dort grad am Wege ist, Ajelet-Haschachar bestimmt nicht vergisst. Kirjat Schmoneh, Metulla und Kfar Gileadi, Besuch sie .mein Freund. Du vergisst sie nie. Ausserdem rat’ich Euch sehr, Geht baden mal am Mittelmeer, Naharia, Nathania, auch Aschkalon. In der Altstadt von Akko ward Ihr schon? Und wer liebt Bilder und Gallerien, Dem wird auf keinen Fall verziehn, Wenn er nicht in Jaffa, Ejn Hod und Zfat, Skulpturen und Bilder gesehen hat. Ich hoffe, dass alle hier um mich her, Schon gebadet haben im Toten Meer? Viel Fremde, die kamen von Uebersee her, Waren begeistert vom Toten Meer, Und von der einzigartigen Lage, Sie wurden gesünder von Tag zu Tage. Dann bei der Rückfahrt in Richtung Beth-Schean, Schaun Sie sich sicherlich Jericho an. Die uralte Stadt, die Jedem gefällt, Der Fropheth Jeremia kam dort zur Welt. Von beiden Städten, Berschewa, Eilath, Eine Jede was ganz besonderes hat. Hier kann man im Wasser Korallen sehn, Dort auf den Beduinen-Markt gehn. Hier schauen bunte Fische verwundert Dich an, Und dort nach Beer Schewa fängt der Negew schon an. Und willst Du im Haus von Ben Gurion sein, Dann schau eben mal nach Sde Boker rein So ist mir am Ende der Hinweis geblieben, Lerne Dein Land auch kennen und lieben. Dann leuchtet auch Dir gleich einem Diadem, Die Hauptstadt des Landes Jerusalem. Jerusalem, vergess ich Dein, versage mir die Rechte, Die Zunge kleb am Gaumen mir, wenn ich nicht Dein gedächte. Ja, über alles gehst Du mir, Dein denk ich auch im Leide, Jerusalem, mein höchstes Gut, und meine grösste Freude. Heinz Oliven, Haifa 26

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