Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1986
- Issue
- No. 51 (1986)
- Date
- 1986-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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(Fortsetzung von Seite 23) v GILA STEIN BRONZE SKULPTUREN ONE-WOMAN-SHOW IM DAN HOTEL, TEL AVIV Das Dan Hotel in Tel Aviv, mit eigener, starker internationaler Atmosphaere, bringt bereits den richtigen Hintergrund mit, fuer eine solche vollendete Ausstellung von Bronze und Gipsskulpture.n, die jede fuer sich ein Kunstwerk, ich moechte sagen ein Museumstueck ist. Es ist die erste Ausstellung dieser jungen Meisterin, die in ih ren Arbeiten klassische Form als auch moderne Linienfuehrung zeigt. Vor allem stroemen alle Werke Emotionen aus — Liebe, Leidenschaft, Kummer, Glueck — eine Seltenheit in unserer modernen, technischen Welt. Kleine Statuetten als auch grosse Formen geben dem Beschauer ein Gefuehl von innerer Befriedigung, oft ein Glücks gefuehl und den Wunsch, den Drang die Figuren zu beruehren. Fast alle Arbeiten sind figurativ oder figurativ-abstrakt. Gila Stein ist in Tel Aviv geboren, und zwar in eine kunstliebende Familie in der auch die Freunde des Hauses Kuepstler oder kunstliebende Menschen waren. Die Unterhaltungen in diesem Kreis hatten schon fruehzeitig einen starken Einfluss auf das Kind Gila. Ihr Vater, Dov Jacobowitz, einer der Gründer der Textilindustrie in Israel malte in seiner Freizeit und hatte den Wunsch und gab die Möglichkeit seine Kinder bei den besten Künstlern u. Lehrern ausbilden zu lassen. Gila war schon sehr jung entschieden, Modezeichnerin zu werden. 1963 ging sie nach Paris, um in der “L’öcole des Beaux Arts” als auch im “Chambre Scindical de la Couture Parisien” Malen und Modezeichnen zu lernen. Zurueck in Israel begann sie ihre Karriere als Modezeichnerin, wo sie sich einen hervorragenden Namen machte. Sie heiratete bekam 2 Toechter. Nach 8 Jahren, nach dem ploetzlichen Tod ihrer Mutter, gab ihr das Zeichnen keine Befriedigung mehr. „Der Schock machte sich in meinen Haenden bemerkbar, sie waren wie elektrisch geladen und ich versuchte in einem Keramikkurs Hilfe zu finden — durch den Kontakt mit dem Medium. Doch statt Gebrauchskeramik, die dort gelehrt wurde, fing ich automatisch an Figuren d. h. Skulpturen zu formen.” Ihr Lehrer sah die Arbeiten an und schickte sie sofort in die Avni Kunstschule, um dort figurative Skulptur zu lernen. Ihre Lehrer waren: Mosche Sternschuss, Tanja Preminger, Osvaldo Romberg und Pinchas Eschet. Alle diese sahen in ihr eine Schuelerin mit viel angeborenem Talent als auch eine Perfektionistin, der sie eine erfolgreiche Zukunft voraussagten. Gila Stein hat ca. 400 Arbeiten zu ihrem Credit, die als Einzelstuecke in den verschiedensten Galerien in Israel und den U.S.A. sowie in Privatsammlungen zu finden sind. Dies ist ihre erste “One-Woman-Show” und hat viele Besucher angezogen, speziell die Eroeffnung war ein gesellschaftliches Ereignis. Wir er warten mit viel Hoffnung die weiteren Arbeiten. Bei der Eroeffnung ihrer Ausstellung sagte uns Gila dass sie am Abend vorher eine grosse Freude hatte. Alex Mangy, der Besitzer einer bekannten Galerie in Paris, sah ihre Arbeiten und erwarb sofort 2 ihrer Skulpturen um sie in Paris auszustellen. “Sie werden in keiner schlechten Gesellschaft sein, sagte er laechelnd, mit Henry Moore, dem Gruender der modernen Bildhauerkunst, Picasso, Chaggall etc.” DER MALER RICO BLASS LEBEN UND WERK Verlag Waldemar Kramer, Frankf./M ««»'mm Dieses schoene, mit vielen Abbildungen der Werke des Malers ausgestattete Buch gehoert wohl in die Bibliothek eines jeden Kunstfreundes. Rico Blass’ Werk ist heute weithin anerkannt. Im Laufe der Jahre fanden Ausstellungen seiner Arbeiten in vielen Laendern Europas, in Israel, Brasilien und in Nordamerika statt. Rico Blass ist 1908 in Breslau geboren und er¬ 24 hielt seine Ausbildung als Kunsttischler, Architekt, Graphiker und Maler. Die Stationen seines Lebens und Wirkens aus ser Breslau waren die Schweiz, Israel, Paris und Frankfurt und jede dieser Stationen uebte ihren Einfluss auf sein kuenstlerisches Schaffen und Entwicklung aus. Erklärendes über das künstlerische Werk Blass’ und seinen Lebenslauf schreibt Friedrich A. Wagner, und Peter Härtling, Peter Grubbe und Godo Remszhardt bereichern das Buch durch ihre Bei-' träge. Der Kuenstler kann auf sein Lebenswerk stolz sein. DIE SCHULE REIMANN IN BERLIN (EIN SCHULWERK AUS VERGANGENEN JAHREN) Einst, so vor 1900, gab es noch keine Schule für Modezeichnen, es gab auch keine Klasse für Plakatkunst, keine Fachschule für Dekorationskunst und keine moderne Schulung für Bühnen bildner, von Buchausstattung u. modernen Drucktypen war nicht die Rede. Es war also keine grosse Chance, derartiges zu schaffen. Ein junger Kunsttischler hatte die Idee, einem solchen Mangel abzuhelfen. Ihm schwebte der Gedanke vor Augen ,auf diesen und verwandten Gebieten Unterrichtsstätten einzurichten und dort auch qualitatives Kunstgewerbe zu produzieren. Eine neue Linie, neue Stile waren damals der Inneneinrichtung dem Kunstgewerbe und der Industrie wichtig. (z.B. — weg von ornamentalem.) Die Eigenschaften „praktisch und s-chön zugeblich”, waren die geforderten Schwerpunkte. Auf sie kam es an. Es war Albert Reimann aus Gnesen, der eine Schule dieser Art von Weltgeltung schuf, die ,,Reimann-Schule” in Berlin. Was hier gelehrt wurde, kam dem Geschmack einer neuen Zeit entgegen. Mit der Arbeit mit Kindern hatte es angefangen. Reimann lehrte sie in seinen Schülerwerkstatten ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen, Bich mit Plastellin oder mit Bleistift und Pinsel ohne Scheu zu beschäftigen. Hier war der Weg zur künstlerischen Entfaltung der Jugend gefunden. Aus solchen Anfängen von Schülerwerkstätten entstand die „Reimann-Schule” in der Ritterstrasse. Hier richtete Reimann nach und nach praktische Werkstätten ein. Alle Arten von Tischlerei und Metallarbeit-Produktion für Verkauf — wurden angefertigt. Das erste Semester 1902 brachte 14 Anmeldungen, 1914 waren es 500, 1927 (beim 25-jähr. Jubiläum der Schule) weit über 1000. Jedes Jahr erfolgte eine Ausstellung der Arbeiten von Schülern auf dem Gebiet des Kunstgewerbes, angewandter Kunst neuzeitlicher Richtung. Die Schau wurde von der Presse gelobt, die Arbeiten den Herstellern aus Händen gerissen — Die Räume der Ritterstrasse wurden bald zu klein, es zog den Meister Reimann nach Schöneberg. An der Ecke der Landshuter und Motzstrasse wurde ein weitläufiges Gebäude mit 7 Stockwerken Sitz der Schule, die nun schon weltberühmt war, einen guten Namen hatte. Sie war zugleich Kunst und Kunstgewerbeschule. Produkte eines neuen Kunsthandwerkes entstanden hier. Reimann lehrte die Schüler die Technik der Mode, als Basis schöpferischer Ideen. Weiter gab es eine Fachausbildung für Plakatkunst. Das Wesentliche beim Plakat ist der Blickfang. In dieser Richtung lehrte Reimann erfolgreich und half damit der Wirtschaft reklametechnisch. Ebenfalls fehlten bisher für Bücher moderne Ausge- (Fortsetzung auf Seite 27)