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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1986-01-01 · No. 51 (1986) · p. Seite 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1986
Issue
No. 51 (1986)
Date
1986-01-01
Page
Seite 22 (sequence 22)
Language
German
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AUS DER TEL-AVIVER KUNSTSCENE PORTRAET-FOTOGRAF SCHLOMO STAPLER Schlomo Stapler haben wir bereits in einem unserer früheren Mitteilungsblätter vorgestellt. Seine kürzlich sttatgefundene Porträt-Ausstellung in Goethe Institut, Tel Aviv, gibt uns Gelegenheit nochmals auf seine Arbeit hinzuweisen. Schlomo Stapler, in Hindenburg O/S geboren, begann seine Berufung zum Fotografen bereits im Gymnasium. Er gründete in seiner Klasse eine Fotogruppe, in der seine Arbeiten bereits über das Alltägliche herausragten. Seine Bilder — Wasserspiegelungen, alte Bäume mit Ast- und Wurzelverzweigungen usw. — waren bereits damals, ohne Anleitung oder technische Kenntnisse, absolut künstlerische Werke, die bei Wettbewerben in vorderster Linie gestanden hätten. Dazu ist noch zu bemerken, dass die heutige moderne Kamera viele Einstellungen automatisch gibt, die Schlomo Stapler vor 50 Jahren bereits von sich aus mitbrachte — das Auge eines geborenen Fotografen. Leider unterbrach die Hitlerzeit alle seine Wünsche für diesen Beruf. 3 Jahre “Hachscharah” in Leitmeritz (Tschechoslowakei) und 1934 Alijah mit seinen Eltern. Man eröffnete ein Cafe in Ramath-Gan, und der Sohn war im Familienbetrieb tätig. Schlomo- Stapler war dort natürlich nicht glücklich — er war unruhig und suchte instinktiv ein “outlet”. Er besuchte Abendkurse in Buchhaltung und versuchte sich auch in freier Journalistik. Sein Leben begann eine neue Motivation zu bekommen, als er 1960 mit der Kamera als freier Journalist nach Europa fuhr. Er war damals ein Autodidakt und, wie er uns heute sagte, das Buch des weltberühmten Fotografen Helmut Lerski. “Der Mensch, mein Bruder“, war sein Vorbild oder Lehrbild. In Europa wurde Ullstein auf ihn Von FRIEDEL SCHWARTZ aufmerksam, ebenso andere deutsprachige Zeitungen wie auch die Zeitschrift “Das rationelle Büro”. Er beteiligte sich bei Wettbewerben mit Erfolg und wurde ein gefragter Fotograf. Doch erst 1965 kam seine individuelle Linie zum Durchbruch. Er begann Porträts zu fotografieren. Berühmte Künstler, Köpfe israelischer Wissenschaftler (speziall Weizmann-Institut), Schauspieler ,auch Motive aus der Natur wie z.B. alte Bäume und anderes mehr. Langsam formte sich in ihm die Idee einer Ausstellung. In der Zwischenzeit war er Mitglied der Organisation israelischer Fotografenclubs geworden als auch in die Royal Photographie Society of Great Britain aufgenommen worden. Seine ersten zwei Ausstellungen warne “Groupshows” im Rahmen der Fotografenorganisation: 1968 in Tel Aviv (Yad Lebanim), gefördert durch die Abteilung für Jugend, Kunst und Sport der Stadt; 1969 in Ramath-Gan (Beth Zwi). Beide Male waren seine Bilder auffallend — sowohl in der Technik wie thematisch. 1972 fand seine erste “One-Man-Show” von etwa 50 Bildern im Beth Hatarbuth der Histadruth in Ramath-Gan statt. Er nannte sie „Das Menschenantlitz”. 40 Porträts und 10 Landschaftsfotos. Es waren Fotos von Köpfen vom Kleinkind bis zum Greis, hiesiger Künstler und wieder Motive in der Landschaft. Seine Fotos zeigen nicht nur das “äussere Antlitz” sie strahlen auch die innere Haltung aus. Ein starkes Einfühlungsvermögen gehört dazu, beides in einem Foto festzuhalten. Immer wieder betonte die Kritik diese so seltene Kombination. 1975 fand seine zweite “One-Man-Show” im Haus des “Waad Lemaan ha Chajal” (“Verein für den Soldaten”) statt. Den Ausgangsgedanken für diese Ausstellung bildet ein Projekt, an dem Stapler lange Zeit gearbeitet hat, nämlich ein Album herauszugeben:” Köpfe aus dem geistigen Israel”. Da er, wie er uns sagt, als Krieger dem Staat keinen Nutzen gebracht hat, beschloss er, die Sammlung in Form der Ausstellung und den Erlös dem “Waad Lemaan ha Chajal” zu schenken. Dort besuchte ihn auch der Fotograf Capo, dessen Bruder, ein international bekannter Fotograf ,im Sechstagekrieg gefallen war. 1977 sandte Stapler 15 Porträts an Jousuff Karsh, Kapazität der Fotografie, zur Beurteilung. Karsh nahm sich die Zeit, jedes einzelne Bild mit ein paar Sätzen zu beurteilen — um teils Bewunderung, aber auch Kritik seinem “Kollegen” zurückzusenden. Auf die Frage, wieviel Aufnahmen er für eine Foto mache, sagt Stapler lachend: “Oft 2 bis 3 Filme”. Durch familiäre Gründe (Krankheit und Tod der Frau) war Stapler zwar nicht untätig, aber lange psychisch nicht fähig, eine neue Ausstellung vorzubereiten. Die jetzt stattgefundene im Goethe Institut war ein voller Erfolg. -<f- ARIE WACHENHAUSER ONE-MAN-SHOW IN DER SCHULAMIT-GALERIE, TEL AVIV Arie Wachenhausers Ölbilder (er arbeitet mit öl auf Canvas mit Palette und Messer; Farben: Gelb, Rot und Grau auf dunklem Untergrund) zeigen keine klaren Konturen, keine scharfen Ränder, etwas durchsichtig, plastisch wirkende Figuren, speziell die Kinder (sein grosse Liebe). Um zu diesem Ergebnis zu kommen, nämlich zu manchmal beinahe abstrakt-figurativ wirkenden Effekten, muss man das Leben dieser Künstlers kennenlernen, seinen Werdegang, um die Wirkung in seinen Arbeiten voll zu verstehen. Arie Wachenhauser ist 1917 in Polen geboren, zeichnete bereits in seiner Schulzeit auch Aquarelle, speziell Menschen. 3 Jahre besucht er in Warschau eine Schule für Gebrauchsgraphik und Arbeit mit Ölfarben. Während dieser Zeit konnte er sich bereits an einer Nationalausstellung beteiligen. 1936 ging er zur “Hachscharah“ als Vorbereitung für Palästina. Die politischen Verhältnisse wurden immer schwerer, und' so ging er 1938 zur “Alija”. Er kam in den Kibbutz Glil Jam; dort blieb er 5 Jahre. Damals war der Kibbuz, noch in Schechunat Borochow bei Tel Aviv, bis er sich in der Nähe von Herzlia ansiedelte. Wachenhauser arbeitete jede auch noch so schwere Arbeit, die von ihm gefordert wurde — nur wichtig war für ihn, auch Zeit zum Zeichnen zu haben. Er lernte noch 7 Jahre bei dem Maler Akon Avni, bis zu dessen Tod, nachdem er eine Ausstellung mit viel Beifall im Klubhaus des Kibbuz vorweisen konnte. Avnis Methode war es, die Schüler frei arbeiten zu lassen; nur die Geschichte der Kunst lehrte er. Arie besuchte, nachdem er den Kibbuz verlassen hatte, auch das Seminar für Zeichenlehrer, doch übte er diesen Beruf nie aus. 1962 wurde er Mitglied der Organisation der Maler und Bildhauer. Er begann (Fortsetzung auf Seite 23) 1 + u.** s4 lifgfi " * MP mm iip« K — 22

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