Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1986
- Issue
- No. 51 (1986)
- Date
- 1986-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Aktion Suehnezeichen - Friedensdienste Aktion Suehnezeichen war viele Jahre ein umstrittener, fast unbekannter Faktor in Deutschland , eine von der Kirche gegruendete Organisation .deren Ziel es war Kindern und auch Erwachsenen die die Laeger ueberlebt hatten, Hilfe zu leisten. Norwegen und Griechenland waren ihre ersten Einsatzpunkte. Aktion Suehnezeichen plante 1961 die ernte Gruppe nach Israel zu schicken. Kontakte wurden geknuepft, doch der Termin wurde mehrmals verschoben (Grund: israelische Verweigerung, Eichmann-Prozess etc.) Trotzdem kam die erste Gruppe 1961 an, um Arbeit im Kibbutz zu leisten. Die Begegnung wurde dadurch erleichtert, dass alle Mitglieder in einem Lebensalter standen, dass jede aktive Beteiligung an den Schandtaten des 3. Reiches ausschloss. Das fuehrte natuerlich zur Frage: “Wie koennt Ihr von Suehne reden, wenn Ihr Eures Alters, besser Eurer Jugend wegen gar nicht mitschuldig sein koennt?” Antwort: “Wir gehoeren zu dem Volk in dessen Namen so schreckliche Dinge veruebt wurden. Wir schaemen uns und fuehlen uns verantwortlich fuer eine bessere Zukunft.” Ich sprach mit Pfarrer Wolfgang K. Becker, der z. Zeit der verantwortliche Leiter der in Israel arbeitenden Jugendlichen im Rahmen der Aktion Suehnezeichen ist. Wolfgang K. Becker, Jahrgang 1940, aus Breslau, stammt aus religioesem Haus, christliche Pfadfinder bereits zeigen ihm seinen Weg, Bundeswehr und Theologiestudium brachten ihn dann als Lehrer und Jugendpfarrer in den kirchlichen Dienst. 1978 Kontakte zu SUEHNEZEI¬ CHEN und 1981 Anstellung als Leiter der israelischen Gruppe (Urlaub von der Kirche). Die Gruppe besteht zu 50% aus Kriegsdienstverweigerern und zu 50% aus ethisch christlicher Jugend, die Suehnezeichen speziell dem Land geben wollen, das sowohl Heimat der Religionen ist, als auch den Ueberlebenden des Holocaust Heimat gegeben hat. Es gibt laut Pfarrer Bekker eine lange Warteliste fuer Israel-Dienst. Meine Frage, wie dieser Dienst in Tsral aussieht kam ihm nicht unvorbereitet. Der Dienst hier ist ca. 14 Monate. Die Vorbereitung ist in Deutschland in Form eines ca, 4 Wochen-Seminars, das einen Besuch in Polen in den verschiedensten Laegern als auch aktive Arbeit i.u den Laegern und Friedhoefen einschliesst. Dann gibt es in Israel ein einfuehrendes Seminar von ca. 2 Wochen durch Pfarrer Becker im Haus Pax in Jerusalem. Danach kommen ca. 3 Monate Arbeit in einem Kibbutz und ca. 1 Jahr bei anderen Projekten wie z. B. Behindertenwohngemeinschaft BETH MISCHPACHAH Jerusalem, Friedensdorf NEVE SCHALOM (Juden, Christen u. Moslems in einer Siedlung), Arbeit in der Gedenkstaette JAD WASCHEM Jerusalem, SCHEFA - AMR Jugendzentrum wo Drusen, Moslems u. Christen in der zweitgroessten arabischen Stadt Israels leben, JAD ELIAHUH Elternheim in Tel Aviv, arabische Projekte wie Behindertenheime in Haifa, Nazareth und Yerka. Es gibt auch arabisch-israelische Zusammenkuenfte und 4 Wochen Arabisch-Ulpan. Ein Endseminar nach Abschluss der praktischen Arbeit gibt Pfarrer Becker die Moeglichkeit positive und negative Erfahrungen der Jugendlichen zu hoeren und auszuwerten. Nach der Rueckkehr nach Deutschland gibt es nochmals ein 14 Tage-Treffen mit einer vor der Fahrt nach Israel stehenden Gruppe um Probleme, Erfahrungen und seelische Ergebnisse zu diskutieren und somit der neuen Gruppe dn Weg in Isral zu erleichtern. Friedei Schwartz „WANDERUNGEN UND WANDLUNGEN DER MUSIK!N OST UND WEST” VON E. GERSON-KIWI Wer sich bisher bemühte, sein Wissen um aussereuropäische religiöse wie Semireligiöse Musik- und Musizierformen zu bereichern, mochte bisweilen einen gewissen Mangel an entsprechender umfassender Information im Hinblick zumal auf die Menschen und Länder des nahen Ostens lebhaft bedauern. Jedoch wurde diese Lücke inzwischen geschlossen; mit dreijähriger Verspätung gelangte' eine schon 1980 von der Tel Aviver University besorgte, ausschliesslich Arbeiten der in Jerusalem lebendne und auf internationaler Ebene hochangesehenen Musikwissenschaftlerin Edith Gerson-Kiwi enthaltende Sammel-Veröffentlichung jetzt endlich auch zum deutschen Leser. 1908 in Berlin geboren, gab die Autorin — Schülerin von Wilibald Gurlitt, Heinrich Besseler, Hans Mersmann und Wanda Landowska — bereits 1930, während ihres Studiums, Instrumentalwerke von Giovanni Gastoldi und Giovanni Bassano heraus, um drei Jahre später in Heidelberg mit einer Dissertation “Studien zur Geschichte des italienischen Liedmadrigals im 16. Jahrhundert” zu promovieren und später noch im Fach Bibliothekswissenschaften einen zweiten Doktorgrad zu erwerben. 1935 emigrierte sie nach Palästina, wo sie zunächst als Privatdozentin, sodann nach der Staatsgründung Israels als Leiterin des Phonogramm- Archivs für orientalische und jüdische Musik im Kultusministerium wirkte und ab 1968 mit einer ordentlichen Professur an den Universitäten in Tel Aviv bzw. Jerusalem betraut wurde. Immer wieder führten und führen Gastvorträge sie nach Europa; Zentralbereich ihrer Tätigkeit ist indessen nach wie vor die Erforschung, akademische Vermittlung und weitergehende Verbreitung althebräischen Musikgutes. * Mag auch der für ihr Buch gewählte englische Titel “Migrations and Mutations of the Music in East and West” zunächst eine leichte Scheu vor vermeintlichen sprachlichen Hürden heraufbeschwören, so erweisen sich solche Bedenken doch bald als unbegründet. Eine ganze Anzahl deutschsprachiger Aufsätze, — ursprünglich Gaben der Verfasserin für Festschriften, die etwa ihrem einstigen Lehrer Besseler oder anderen Musikforschern wie Ernst Emsheimer (Schweden), Kurt v. Fischer (Schweiz) und Bruno Stäblein sowie Walter Wiora (Deutschland) galten, — bergen ohnehin keinerlei diesbezügliche Probleme in sich. Notfalls mit Hilfe eines englischen Lexikons ist auch der übrige Teil, — meist Beiträge für Tagungsberichte oder sonstige Verlautbarungen internationaler Institutionen; — wenn schon hier und da nicht in jeder Phase wortwörtlich, so doch aber im jeweiligen sachlichen Zusammenhang ohne Schwierigkeiten zu erfassen. Was die einzelnen Darstellungen besonders auszeichnet, ist ihr bei aller substantiellen Vielfalt doch stets organisch angelegtes und durchgeführtes Grundkonzept, — mag es sich nun um gesonderte Betrachtungen wie “Harfen, und Lautentypen aus Mittelasien”, “Horn und Trompete im Alten Testament — Mythos und Wirklichkeit” oder um die Gesamtkomplexe “Geistlicher Gesang in Kult und Religion”, “Der Sinn des Sinnlosen in der Einschaltung sakraler Gesänge”, “Theorie und Praxis in der Musik des mittleren Ostens” und “Musik und Gesellschaft” (hier z. B. bei den kurdischen Juden und den Samaritanern) handeln. Als überaus begrüssenswert und informativ ist nicht zuletzt eine bibliographische Übersicht sämtlicher bislang erschienener Arbeiten der Autorin zu erachten. — Erkenntnissen und Folgerungen einer Forscherin, aus denen denn auch Eric Werner, von 1938 bis 1967 Professor am Hebrew Union College in Cincinatti und an der Hebrew Union School of Sacred Music in New York, in seiner Vorrede abschliessend das Fazit zieht: “Die Fähigkeit, wiedergegebene Kunst (gleich einem Instrumentalisten) mit den höchsten Massstäben der Musikwissenschaft auf allen ihren Gebieten in Übereinstimmung zu bringen, lässt Edith Gerson-Kiwi zu einer ungewöhnlichen Persönlichkeit unserer Musikkultur werden. Dieser Band ist ein beredtes Zeugnis ihrer Bemühungen und Leistungen.” Eberhard Otto Nahariya 8.Hagaaton Blvd, Telex 46258 SOGLO FLEISCH - u. WURSTWAREN FRAU IRMGARD SOGLOWEK u. DIE FIRMA SOGLOWEK BEGRÜSSEN' ALLE FREUNDE u. KUNDEN IM IN- UND AUSLAND 21