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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1986-01-01 · No. 51 (1986) · p. Seite 15

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1986
Issue
No. 51 (1986)
Date
1986-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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A MCDD ATUC GEHALTEN AM 2. TAG ROSCH HASCHANA MINJrlXMV^nC |M ELTERNHEIM RAMAT CHEN Liebe Freunde, bevor ich auf Veranlassung und Bitte unseres allseitig verehrten Erich Levin einige Worte zu Ihnen sprechen will, ist es mir ein Herzensbedürfnis, ihm im Namen des Irgun Olej Merkas Europa, der Leitung des Elternheimes und — ich bin sicher — auch in Ihrer aller Namen unseren Dank auszusprechen. Dank gebührt Erich Levin für seine langjährige ununterbrochene Seelsorge für die Menschen in unseren beiden Heimen in Ramat Chen; an Werktagen — in guten wie in bösen Stunden — mit Rat und Tat stets bereit; an Freitagabenden und Schabbatausgang mit Kiddusch und Hawdala Licht und Weihestunden schaffend; und — last but not least — für die beharrliche Mühe, mit der er seit nunmehr dreizehn Jahren die Gottesdienste an den Hohen Feiertagen in diesem Saal organisiert und leitet — eine nicht immer leichte, um so mehr anzuerkennende Leistung — für ihn eine Pflichterfüllung gegenüber seinen Mitmenschen, den ihn liebenden und ihn verehrenden Heimbewohnern. Verbunden mit unserem Dank und der ihm in hohem Masse gebührenden Anerkennung verbinden wir aus ganzem Herzen kommende Wünsche für gute Gesundheit und geistige Kraft in diesem kommenden und in noch vielen guten Jahren. —! "rrr trjjyii D’Jtrr mir -ny„ “Noch im hohen Alter tragen sie Frucht, bleiben markvoll und immer frisch”!! nur trurn ns» ur Über den Sinn von Rosch-Haschana wollen wir sprechen, nur einige wenige Gedankengänge herausgreifen aus der unvergleichlich tiefen Fülle, die in unseren althergebrachten Gebeten enthalten sind. Eines der Leitmotive dieser beiden heiligen, erhabenen Tage, in denen der Kreis des Jahres sich rundet, ist die Beziehung zwischen den Menschen und Gott, seinem Schöpfer, die Martin Buber so einzigartig als “the I-THOU relationship” definiert hat. Es ist uns geboten, an diesen beiden Tagen, den darauffolgenden zehn Busstagen und am Jom Kippur einen ÜDJn muh zu machen; eine Soll, und Haben-Abrechnung” mit unserem Innersten, mit unserer Seele aufzustellen. Dazu tut Selbsterkenntnis not. Wir benötigen eine Bestandaufnahme unseres Daseins, und zwar eine, die die Perspektiven mit umfasst, die also über das in uns Vorhandene hinaus zukünftige Möglichkeiten, insbesondere Möglichkeiten von Verbesserungen, aufzeigt. Wie heisst es so schön und einfach im Volksmunde: “Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung!” Selbstkritik — wo sie nottut — ist die unerlässliche Voraussetzung aller positiven Entschlüsse, aller gesunden Änderungsvorschläge. Die meisten Menschen neigen dazu, an ihren Mitmenschen Kritik zu üben, hyperkritisch bei diesen nur Schlechtes und Negatives zu sehen, deren gute Eigenschaften und Tugenden zu negieren. Das ist leicht, daher vielgeübt. In sich selbst hineinzuschauen "nb'rv’tysr.b vmn Blicket in Eure Seelen” — das ist viel komplizierter, ungerne geübt, bereitwillig beiseite geschoben. Was für den einzelnen Menschen gilt, gilt ebenso und um so mehr für das Volk, für den Staat. Rosch-Haschana ist der Tag der Rechenschaft. Ob wir, jeder einzelne von uns, gesündigt haben, uns versündigt haben gegenüber Gott und/oder unseren Mitmenschen — das wissen wir selbst am besten. Inwiefern und in welchem Masse die Gemeinschaft, der wir angehören, vom rechten Wege von ABRAHAM FRANK abgewichen ist, einen Grossteil ihres moralischen und ethischen Erbguts aufgegeben hat — auf den Gebieten der Gesellschaftsordnung, des Wirtschaftslebens und des finanziellen Gebarens, insbesondere jedoch in unserer Beziehung zu unseren arabischen Mitmenschen — all das ist zur Genüge bekannt und muss wohl in dieser Stunde, an diesem Platz nicht detailliert werden. Rösch, Haschana ist der Tag der Verantwortung. Jeder einzelne ist verantwortlich für sich, für seine Mitmenschen nt D’ny ^tCUT'’ für ganz Israel — letztlich sogar für die ganze Welt. Daher sprechen wir auch das Sündenbekenntnis nicht in der Einzahl, sondern in der Mehrzahl:! mömy son — uma ,U»üX Wir haben gesündigt, wir haben uns vergangen; Können wir uns selbst bessern? Können wir dazu beitragen, die “Qualität des Lebens” in unserem Lande, in unserem Staate zu verbessern, zu heben? Die altjüdische Antwort auf diese Frage ist eine bejahende. So gewiss jedem Menschen Sein Schicksal zubestimmt ist-"nss ^DiT„ “Alles ist vorausbestimmt” —, so ist nach jüdischem Glauben dem Menschen die Kraft gegeben — nlina mtmn durch seinen Willen dem “Bösen des Verhängnisses” mnn rn eine Schranke zu ziehen. Der Mensch, dessen Seele rein erschaffen wurde, verfügt über n'üBin mvo Freiheit des Willens, die Möglichkeit zu steter Erneuerung. Sowie am Rosch Haschana die Zeit neu anfängt, so können auch der einzelne und die Allgemeinheit immer wieder neu ZACHARIAS FRAENKEL ZU SEINEM 100. GEBURTSTAG Frau Riwka Horwitz gab im Salman Schasar Centrum für die Vertiefung des Judentums und seiner Geschichte ein Quellenbuch heraus. Sie stellt den Quellen ein interessantes Vorwort voran, das bezeugt, dass sie sich mit dem Thema identifiziert Zacharias Frankel war der erste Seminaxrabbiner des Rabbinerseminars Fränkelscher Stiftung in Breslau, das nach 84. Bestehen, das Schicksal alles jüdischen Lebens in Deutschland teilte. Das Buch erscheint im richtigen Moment. Mit Bedauern beobachten wir die Polarisierung des religiösen Judentums. Hier wird dem weltoffenen, religiösen Juden der “dritte” Weg gezeigt. Er ist nicht leicht. Er kennt keine Patentlösung. Frankel stand auf dem Boden der Verpflichtung der Halacha, wie er selbst es nennt, der gemässigten Reform. Wir würden sagen einer sich dynamisch entwickelnden Halacha, die wo immer es möglich ist, l’kule, entscheidet, die leichtere Enetscheidung sucht. Zu denen, die ihm geistig verwandt waren gehören der bahnbrechenden Historiker, der Berliner Rabbiner Michael Sachs, Schlomo Jehuda Rappaport, Schmuei David Luzatto usw. Für uns ist interessant, dass er nicht bereit war, der Emanzipation Opfer zu bringen. So verliess er die Braunschweiger Rabbinerversammlung unter Führung von Abraham Geiger aus Protest gegen einen Beschluss der Mehrheit auf den Gebrauch der hebräischen Sprache zu verzichten. Löwenstein, Jerusalem beginnen, alt-neue Wege beschreiten, vom krummen Wege abweichen und den graden Weg begehen! Rabbiner Leo Baeck drückte dies in ewig gültigen Worten aus: “Am jüdischen Neujahr beginnt nichts und endet nichts in der Welt, nichts auf Erden und am Himmel — es sei denn, dass ein Monat schllesst und anhebt, sowie die anderen Monate des Jahres. Es ist nicht ein Tag, von dem was ist, sondern es ist ein Tag dessen, was sein soll. Im Menschen soll etwas aufhören und anfangen. Das Sterbliche soll neu werden; er, der Vergehende — wiedergeboren; am Tage der Entscheidung wird hier gefeiert, der sittliche Wille wird aufgerufen, auf dass er Zeitenschicksal überwinde.” Nun — werden Sie fragen — wie tut man das? Die Antwort ist recht einfach und kompliziert zugleich. Für den gottgläubigen Menschen ist sie angezeigt durch das Leitmotiv des npin nihln Gebetes: “Liebeswerke — npis “Gebet — n^’sn “Umkehr — TOityn Wer diese drei Wegweiser erkennt und die Wege beschreitet — immer wieder neu beschreitet, zu dem sie himweisen, ob er es tut, weil er überzeugt ist, dass er damit Gottes Gebote erfüllt, oder ob er es tut, weil er seiner inneren Stimme, seinem Gewissen folgt — eins ist es. Er ist auf dem richtigen Weg. Als Jude und als Mensch tut er das seine, damit nicht nur sein Leben, sondern auch die Existenz der Gemeinschaft, zu der er gehört, besser, vollkommener, gottgefälliger sei. Wir brauchen dringend, was man heutzutage als “Quality of life” bezeichnet, in gehobenem Masse. Unser von altersher überliefertes Volksethos, unsere zionistischen Ideale, unsere mensclilichen-moralischen Tugenden, sie alle gebieten uns umzukehren, Einkehr zu halten und an diesem erhabenen Tage zu geloben, unseren Idealen treu zu bleiben, sie zu pflegen und sie an unsere Kinder und Enkel weiterzugeben. Möge das kommende Jahr dem Volke und Lande Israel den ersehnten inneren und äusseren Frieden bringen, uns der Lösung all unserer schwerwiegenden Probleme und der endgültigen Erlösung näherbringen! Mögen Sie alle, jeder und jeder einzelne sich im neuen Jahr der bestmöglichen Gesundheit erfreuen, Freude und Zufriedenheit finden, und möge sich an uns allen erfüllen der schöne Wunsch: nmu nenai müyi nyin ,Q”n -n^n -|»y toi i:n:K via1? nnnu inw •i»K! o:1?»’1?' D'n'io c’-n1? 'nrrrn nnnnr nrrainnnnmnrinröTr^^ Cnb Iä2)l SAELE FUER FESTLICHKEITEN „TCH EL ET“ TEL-AVIV, SHEINKINSTR. $9. 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