Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1986
- Issue
- No. 51 (1986)
- Date
- 1986-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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20 JAHRE NACH DEM ABLEBEN VON DR. WILHELM SEEW FREYHAN Am 10. Kislew, diesmal am Schabbat den 23. November 1985 waren es 20 Jahre her, dass der Gruender unseres Verbandes, Dr. Wilhelm (Seew) Freyhan, uns verlassen hat. Es erscheint uns auch heute noch, dass er unter uns weilt. Wer unser Blatt Nr. 19, das im Mai 1966 nach seinem Ableben erschienen ist, besitzt, kann den Nachruf von unserem unvergessenen Julius Sachs Nachlesen und findet darin alle Eigenschaften des Heimgegangenen. Der Unterzeichnete hat den Verstorbenen seit 1912 gekannt und begleitete sein Leben in Breslau und dann spaeter in Tel Aviv bis zu seinem letz, ten Atemzug. Hervorragende menschliche Eigenschaften, tief religioes, ausgestattet mit einem grossen Wissen ueber Judentum und Allgemeines, war er ein hervorragender Redner, der zu den Herzen der Menschen sprach und ein Mensch des Vertrauens, der Liebenswuerdigkeit. Er hat es verstanden, die Forderungen des Judentums aus tiefreligioeser Sicht mit den taeglichen Fragen des Lebens zu verbinden. Die Grundlage fuer die heutigen 2.400 Mitglieder unseres Verbandes in Israel und in aller Welt, hat er geschaffen. Wir uebernahmen von ihm eine Karthothek mit 800 Mitgliedern und haben diese auf die oben genannte Zahl erweitert. Seine Gattin Fanny und seine Kinder und Enkel, sowie die weitere Familie, sind auch heute eng verbunden. Sein Andenken wird uns Richtschnur fuer unsere weitere Arbeit sein. Es bleibt zum Segen aller, die ihn kannten, insbesondere aber derjenigen die ihm nahe standen. Erich Lewin LEHRER JUDA STER S.A, Die Gemeinde Breslau hatte in ihrer Bluetezeit neben den bekannten Gemeinderabbinern, dem Theologischen Seminar, auch grosse Talmudgelehrte aufzuweisen. Zu ihnen gehörte d. Lehrer Juda Ster, der in der bekannten Pressburger Jeschiwa das Diplom als Rabbiner erhielt, aber aus seiner bekannten Bescheidenheit heraus sich nur als Lehrer ansprechen liess. Er ist in Ungarn geboren, besuchte das Wuerzburger Lehrerseminar mit Auszeichnung und war mit einer Tochter von Rabb. Wechsler, Aschbach-Bayern, verheiratet und erhielt eine Anstellung als Lehrer in Kempen (Posen). Nach seiner Uebersiedlung nach Breslau gab er Schiurim (Lehrkurse) fuer die Hoerer des Rabbiner-Seminars vor ihrem Endexamen. Ein grosser Talmudist, hatte er Korrespondenzen mit grossen Talmudgelehrten in Ungarn und in der ganzen Welt. Ein wahrhaft frommer Mann, der taeglich vor Tag aufstand, eine Stunde lernte und dann zum Frueh-G“ttesdienst in die Fuchsschul auf der Sohnenstrasse ging. Nach der Machtergreifung kehrte er mit seiner Gattin nach Ungarn zurueck, wo beide verstarben. Sie hinterliessen einen Sohn, der leider in jungen Jahren in Amerika heimging, sowie eine Tochter Carola, die iri 1. Ehe mit Rabbiner Dr. Victor s.A. Hindenburg O/S verheiratet war und spaeter in Israel in 2. Ehe mit Rabb. Moses Glaser s.A. Haifa. Juda Ster gab mehrere Buecher heraus, von denen “Die Talmudische Paedagogik” sich allgemein einer guenstigen Beurteilung erfreut. Breslau war stolz, einen so grossen Gelehrten in seiner Mitte zu haben. E. L. Gestern verschied, uns allen unerwartet, in Meran, wo er von seiner anstrengenden Berufstätigkeit Erholung suchte, Herr LOUIS PINCZOWER Ein treuer Sohn unseres heiligen Glaubens, wirkte er seit 1894 als Repräsentant in eifriger Pflichterfüllung für die Interessen unserer Gemeinde und unserer gesamten Religionsgemein, schaft. Ganz besonders betätigte er seinen frommen Sinn in den Werken aufopfernder Nächstenliebe als hochgeschätztes Mitglied unserer Kommission für Armen-Krankenpflege und Beerdigungswesen, der er mehr als 25 Jahre lang seine Arbeitskraft widmete. Sein Andenken wird in unserer Mitte stets unvergessen bleiben. R a t i b o r, den 19. März 1914. Vorstand und Repräsentantenversammlung der Synagogengemeinde ANMERKUNG DER REDAKTION Die vorstehende Todesanzeige vom Maerz 1914, die wir hier in unserem Blatt veroeffentlichen, muss mit folgenden Bemerkungen ergaenzt werden. Der Redakteur unseres Blattes hat den Heimgengenen im Maerz 1914 mit seinem Onkel Sally Sandberg, der der Schwiegersohn von Louis Pinczower war, zum Haupthahnhof Breslau, begleitet, von wo er zur Erholung nach Meran fuhr. Er war damals 12 Jahre alt und erinnert sich genau an die schoene Gestalt des leider so frueh Verstorbenen Louis Pinczower hatte 3 Soehne und fuenf Toechter hinterlassen. Seine Gattin war Auguste geb. Fraenkel. Die Soehne hiessen: Dr. Adolf Pinczower, Hautarzt in Kattowitz O/S, Breslau u. Tel Aviv, ausserdem waren Max und Isi, die in Ratibor O/S, die Ledergrosshandlung weiterfuehrten u. dann in Sde Warburg (Israel) lebten. Die Witwe von Max geb. Liebrecht aus Prenzlau lebt heute noch in hohem Alter in einem Elternheim in Jerusalem. Die Kinder von Dr. Adolf Pinczower sind: Elieser P. frueherer Direktor des Misrachi Lehrer Seminars in Jerusalem, Theo Pinczower, jetzt mit neuen Namen, Prof. Matitjahu Tsewat, Lektor am Reform Rabbiner Seminar in Cincinnati, USA und Hanna Urbach, Gattin von Prof Dr. Ephraim Urbach, Jerusalem, den wir an anderer Stelle erwaehnen. Max und Isi Pinczower waren leider kinderlos. Toechter: Rosa Lazarus, Memel, ihre Kinder Walter u. Richard Lazarus, Sued Afrika, Eva Sandberg, Posen, Hindenburg O/S, Breslau u. Ramat Gan. Ihre Kinder Prof. Herbert Sandberg, Ost Berlin,. Graphiker u. Maler von hohem Ruf, Ismar Sandberg, Friedhofsgaert.ner in Berlin-Weissensee (umgekommen), Ruth u. Liesel Wallach, die zwar den selben Namen trugen, als Schwestern, aber die Familien Wallach waren nicht verwandt. Marta Lamm. Muenchen, ihre Kinder: Dr. Hans Lamm, zuletzt Vorsitzender der Gemeinde Muenchen, leider vor kurzem verstorben und Dr. Heinrich Lamm, Texas. Lucie Kunstadt, Wien, Sohn Elieser Kunstadt, Kibbutz Afikim, Recha Pollak, Toechter Marienne und Alisa leben in den USA. Wir sind ueberzeugt, dass unsere Leser diese bekannte Familie in Erinnerung haben. MUTTERLIED Das schoenste Lied auf Erden, bleibt fuer mein Leben lang, das Lied was meine Mutter mir in meiner Jugend sang. Ich hoere noch Ihre Stimme noch jedes liebe Wort, es klingt in meinen Ohren noch heute immer fort. Ging ich mit meinem Kummer zu meiner Mutter hin, nahm Sie mir alle Sorgen ab, damit ich wieder gluecklich bin, Ich setzte mich zu Ihr nieder, und kuesste Ihr die Hand, ich fuehlte mich geborgen, wenn Sie Ihr Lied mir sang. Meine Mutter ist gegangen, schon Jahre 6ind es her, das Lied ist mir geblieben, ich fuehle es immer mehr. Die Welt hat sich veraendert die Mutterliebe nicht, weil aus dem kleinen Liede, die grosse Liebe spricht. Mein Muetterlein, mein Muetterlein ich hoer dein Lied und denke Dein kein Gold und auch kein Edelstein ersetzt mein liebes Muetterlein. Martin Seidel 195 Bennett Av. N. Y. JAD SARA Kürzlich ist in Israel eine grosse Sammelaktion zu Gunsten alter Menschen, die auf den verschiedensten Gebieten Hilfe benoetigen, insbesondere Alleinstehende, die sich nicht mehr selbst bedienen koennen, vom Stapel gelaufen. Diese Aktion brachte ueber 2 Milliarden Schekel und wir hoffen, dass zu mindest einem Teil Linderung und Hilfe gewaehrt werden wird. — Schon lange vorher hat die Vereinigung „Jad Sara” mit dem Sitz in Jerusalem, Tel Aviv, Haifa und anderen Staedten, eine praktische Arbeit eingeleitet. Diese Organisation leiht unentgeldlich bei Krankheitsfaellen Geraete fuer Haus und Bett Modernste technische Apparate stehen zur Verlegung, vom Blutdruckmesser bis zu den verschiedensten hochqualifizierten Geraeten. Man bringt auch Essen ins Haus, wechselt Waesche, macht Wohnungen rein und sorgt fuer Sauberkeit und Hygiene. Unzaehlige freiwillige Mitarbeiter sind taeglich unterwegs, um im Bereitsschlaftsdienst zu helfen. Spenden werden entgegen genommen unter der Adresse: Jad Sara, Jerusalem, Postfach 15152. PAPIERWAREN ROTKOWITZ BUROBEDARF ROTKOWITZ GESCHENKE ROTKOWITZ ROTKOWITZ Office Equipment and Stationery Tel-Aviv Rambam Str. 24 Tel. 625420 ■ | wyyyMMyyyyyyyyMAAAMyyMAMwyyMAM 11