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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1986-01-01 · No. 51 (1986) · p. Seite 9

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1986
Issue
No. 51 (1986)
Date
1986-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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LUDWIG FALK u. Viele frühere Breslauer werden sich an Ludwig Falk und seine Familie erinnern. Er ist frühzeitig am 24.2.1918 gestorben. Seine Frau Sophie, geb. Bondi, ist leider im 2. Weltkrieg umgekommen. Neben reger geschäftlicher Tätigkeit hatte er immer Zeit für geistige Beschäftigung und Wohltun. Er war der 1. Vorsitzende des Lernvereins “Machsike Thora” (Eingang Wallstr. 5 im Hofe der Storch-Synagoge). Anlässlich seines Hinscheidens hat dieser Verein eine Erinnerungs-Broschüre herausgegeben aus welcher wir nachstehend einen Auszug LUDWIG FALK bringen. Ein weiterer umfangreicher Erinnerungsartikel von Raw Dr. Simonsohn ist in der gleichen Broschüre enthalten. * EINLEITENDE WORTE DES HERRN ALFRED FREUDENTHAL, STELLVERTR.VORSITZENDEN Hochansehnliche Versammlung! Eine tiefernste und tieftraurige Veranlassung ist es, die uns heute hier in diesen Räumen zusammenführt. Gilt es doch, vor unseren geistigen Augen von berufener Seite ein Bild von dem Wirken und Schaffen unseres lieben, so früh vollendeten Freundes Ludwig Falk entrollen zu lassen, hier an der Stätte, wo er so oft und ach so gern geweilt. Wer, wie ich, mit dem teuren Verklärten zusammen aufgewachsen und in jahrzehntelanger inniger Freundschaft verbunden war, glaubt mit den Angehörigen mitfühlen zu können, was sie verloren haben und weiss auch, dass sein so frühes Hinscheiden eine weite Lücke offen lasst, die zu schliessen unsere schwachen Kräfte nicht ausreichen. Aber geloben wollen wir, mit all unserem Können einzutreten für die Ideale, für die er gekämpft und in seinem Sinne fortzuführen das Werk, das er so herrlich begonnen. Und wenn auch durch das Hinscheiden unseres geliebten Freundes die äusseren Bande jäh zerrissen wurden, so blieb es uns doch ein aufrichtiges Herzensbedürfnis, den Heimgegangenen in unserer Mitte fortleben zu lassen und dieser Wunsch soll seinen Ausdruck darin finden, dass der Vorstand des Vereins die immerwährende Mitgliedschaft für ihn erwirbt. Aber auch weiter wirken soll Ludwig Falk y/j unter uns und zu diesem Zwecke wollen wir eine “Ludwig Falk-Stiftung” errichten, deren Mittel in seinem Sinne und in seinem Geiste die Bestrebungen des Vereinsfördern helfen werden. So wird sein N am e und sein W i r k e n unauslöschlich mit der Geschichte und den Geschicken des Vereins “Machsike Thora” verbunden bleiben. — V mm mm mm mt* * mm mm mrr mm mm mm mm mm mm mm mm mtm mm ma /a\ RABBINER DOV ARSEH (BERNARD LOEB) RITTER s.A. (1855-1938) Eine eingehende Wuerdigung des Chanukkah vor 50 Jahren in Antwerpen verstorbenen Thoragelehrten, Wissenschaftlers und waehrend 43 Jahre Oberrabbiners von Rotterdam, findet sich im Teveth-(Dezember)-Heft dieses Jahres der Zeitschrift HAMAYAN, herausgegeben vom Isaac Breuer-Institut der Poalei Agudath Jisraelbewegung. Der Verfasser, Dr. David Hausdorf, selbst •Schueler des Rabbiners, schildert seinen Lebenslauf und die Kaempfe die er zu bestehen hatte, da er, obwohl seinerzeit Schueler des Breslauer Rabbinerseminars, wegen seiner streng orthodoxen und jedem Kompromiss abholden Haltung zu bestehen hatte. Dr. Ritter war in Breinsdorf geboren, und lebte spaeter in Kempen. Seine Doktorarbeit am Seminar befasste sich mit dem juedisch-hellenistischen Philosophen Philo von Alexandria. Ritter lernte u.a. bei Zacharias Frankel,' dem Gruender des Seminars, und erbte von ihm das Interesse am Jerusalemitischen Talmud. Waehrend 5 Jahren war Ritter Rabbiner in Prenzlau. Waehrend dieser Zeit half er Dr. Preuss bei der Abfassung seines klassischen Werks “Biblisch Talmudische Medizin.” 1885 wurde Ritter Rabbiner von Rotterdam, der zweitgroeissten Kehüla Hollands. Die Fuehrer der Gemeinde ,damals reformfreundlich, merkten bald dass ihr Rabbiner sich von der “Breslauer Richtung” emanzipiert hatte, und auf der strengen Einhaltung der Ueberlieferung bestand, und wie gesagt, es fehlte nicht an Zusammenstoessen. Besonderen Nachdruck legte Ritter auf die absolute Zuverlaessigkeit der Fleischversorgung, sodass sogar juedische Familien “sein” Fleisch aus Rotterdam kommen liessen. Ritter stand im Briefwechsel mit anderen Rabbinern und Talmudgroessen im Ausland, bei denen er grosse Achtung genoss. Er war leitendes Mitglied der Agudath Jisrael und aktives Mitglied in verschiedenen Organisationen, auch unterstuetzte er orthodoxe Interessen in Erez Israel. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entlarvte Rabbiner Ritter den notorischen Faelscher Salomon David Friedländer, der behauptete, eine bis dato unbekannte Handschrift des Traktats “Kodoschim” des Jerusalemer Talmuds gefunden zu haben. Friedlaender weigerte sich, seinem Gegner die Handschrift zu zeigen, was von seinem schlechten Gewissen zeugte. Im Jahre 1928 kam es zum endgueltigen Bruch mit der Rotterdamer Gemeindeverwaltung, wegen halachischer Fragen auf dem Gebiet der Mischehen, Ritter gab das Rabbinat auf und weigerte sich, an einer geplanten Abschiedsfeier teilzunehmen. Er zog nach Antwerpen, wo er bis zu seinem Tode 1938 hochgeehrt wurde. M. N. RABBINER DR. MOSES SAMUEL ZUCKERMANDEL s. A. (geb. 1836 in Ungarisch-Brod — verst. 1917 in - Breslau) Rabbiner Dr. M.S. Zuckermandel wurde vor genau 150 Jahren in Ungarisch-Brod geboren. Seine ersten t-almudischen Kenntnisse erwarb er in Nikolsburg unter Anleitung seines Lehrers Rabb. Samson Raphael Hirsch (Hirsch amtierte zu dieser Zeit als Lehrer in Nikolsburg, ehe er als Rabbiner an die orthodoxe Gemeinde in Frankfurt a/Main berufen wurde.) Danach ging Zukkermandel nach Breslau und absolvierte das dor. tige Rabbinerseminar und die Universität. In den Jahren 1864 — 1896 war er Rabbiner in verschiedenen Gemeinden, u.a. in Gnesen, Märkisch — Friedland, Pasewalk, Trier und Pieschen (Provinz Posen). Ab 1897 bis zu seinem Tode war er Stiftsrabbiner in Breslau. Er war eine der Koryphäen der Wissenschaft des Judentums. Seine Aufmerksamkeit und Forschung galten jener Sammlung von Überlieferungen und Lehrsätzen, welche nicht in die kanonisierte Mischna aufgenommen wurden und doch grossen Einfluss auf beide Talmude — den jerusalemitischen und den baylonischen — hatten. Diese Sammlung ist unter dem Namen TOSSEFTA bekannt. Rabbiner Dr. Zuckermandel erforschte diese Tossefta auf grund von Vergleichen zweier Handschriften: der Erfurter- und der Wiener Handschrift der Tossefta. Diese monumentale Arbeit wurde im Jahre 1877 gedruckt und erregte grosses Aufsehen bei den Wissenschaftlern und Talmide Hachachamim. Im Jahre 1937 wurde eine neue Auflage der Tossefta herausgegeben mit Zufügungen und Anmerkungen des grossen Gelehrten Prof. Saul Liebermann. E.M.H. FRIEDHOF COSEL (BRESLAU) Verschiedentlich wurde im ,,Aufbau” und anderen Zeitungen auf den völlig ungepflegten Zustand des Friedhofes Cosel in Breslau hingewiesen. Es besteht kein Zweifel, dass der Friedhof restauriert werden muss, was wir unseren Toten bestimmt schuldig sind. Für den Einzelnen ist es natürlich nicht möglich, in dieser Angelegenheit etwas zu unternehmen. Dankenswerter Weise nehmen sich zwei frühere Breslauer dieses Projektes an und wir bitten alle, die daran interessiert sind, sich mit einem der Herren in Verbindung zu setzen: Vernon W. Fischer 624 W Canterbury R. St. Louis Mo. 63132 U.S.A. Oder : Generalkonsul a.D. F. D. Lucas 80 Cheney Court Royal Hospital Rd. London S.W. 3 9

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