Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2011
- Issue
- No. 86 (2011)
- Date
- 2011-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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19 Nach dieser guten Vorbereitung war der Arbeitseinsatz vom 9. bis 13. Mai 2011 mit sieben Soldaten und Reservisten der Bundeswehr ein voller Erfolg! Die im Flecktarn arbeitenden Kameraden wurden auf dem Friedhof herzlich empfangen. Die Zusammenarbeit funktionierte sehr gut. Zunächst konzentrierten sich die Arbeiten auf das durch Graffiti und Zerstörung von Bauteilen beschädigte Ehrenmal. Wegen des Sandsteins wurde der mitgebrachte Hochdruckreiniger sehr vorsichtig eingesetzt. Weiterhin wurden die umgestürzten und zum Teil zerbrochenen Grab- und Gedenksteine für gefallene Soldaten zu beiden Seiten des Ehrenmals freigelegt, gereinigt, aufgestellt und befestigt. Die technische Expertise der Reservisten aus verschiedenen Berufsgruppen, der Sachverstand des Architekten Oberst d.R. Dr. Jander und die gute Zusammenarbeit mit dem Friedhofsleiter Piotr Gotowicki waren bei all diesen Arbeiten sehr hilfreich. Die polnischen Gesprächspartner und Freunde waren von diesem Einsatz - dem ersten mit Bundeswehrangehörigen in Breslau - und dem Ergebnis der Arbeiten außerordentlich beeindruckt. Viele inzwischen gut bekannter Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Breslau, der Stiftung und weitere polnische Freunde besuchten die Kameraden mit großem Interesse auf dem Friedhof. Ein erfolgreicher Unternehmer aus München mit einer großen Niederlassung in Breslau ließ spontan aus einem Restaurant die Lunchverpflegung liefern. Auch die Resonanz in der Presse war groß. In der überregionalen polnischen Tageszeitung „Gazeta Wyborza" (entspricht in etwa der „Welt" oder „FAZ") erschien am 14. Mai ein Artikel mit Fotos über diesen Einsatz.** Über die Bundeswehr, die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und die Vorgeschichte dieses außergewöhnlichen Einsatzes wurde ausführlich berichtet. Die Kameraden waren in einer Kaserne der polnischen Armee am Westrand von Breslau untergebracht und wurden dort mit großem Interesse herzlich empfangen. Führung durch die Kaserne, Stadtführung und gemeinsame abendliche Besuche der deutschen und polnischen Soldaten in der Innenstadt trugen im Kleinen zu Völkerverständigung im vereinten Europa und zur weiteren Verbesserung der deutsch-polnischen Beziehungen bei. Dabei fiel das große unvoreingenommene Interesse vor allem der jüngeren Bevölkerung an der Geschichte ihrer Stadt auch vor dem zweiten Weltkrieg auf. Bei Gesprächen in deutscher oder englischer Sprache wurde von polnischer Seite überwiegend der deutsche Stadtname Breslau verwendet. Am Ende des Einsatzes zeigte der Friedhofsleiter, Piotr Gotowicki, in seinem Lager eine von ihm sichergestellte Säule aus Sandstein, die am Ehrenmal angebracht war. Von den insgesamt acht Säulen wurden sechs bereits vor vielen Jahren entwendet oder zerstört. Die Neuanfertigung würde pro Säule nach seinen Angaben ca. 200 Euro kosten. Derzeit wird versucht hierfür die Kostenfrage zu klären oder Sponsoren aufzutreiben. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat mit der polnischen Seite für August 2011 einen zweiten Einsatz von Soldaten und Reservisten der Bundeswehr auf diesem Friedhof vereinbart. * gemeint ist offenbar: auf der Lohestr. im Süden Breslaus, heute als Museum geschützt (Redakteur) ** (im Internet am 13. Mai: http://wroclaw.gazeta.pI/wroclaw/1,35751,9 592344,Zolnierze_Bundeswehry_porzadkowa I i_zyd ows ki e_g ro by.ht m I" htt p://wroc I aw. gazeta.pl/wroclaw/1,35751,9592344,Zolnier ze_Bundeswehry_porzadkowali_zydowskie_ groby.html). Aus dem brieflichen Bericht von Prinzessin Diana an den Volksbund über den zweiten Arbeitseinsatz in Cosel, vom 8. bis 12. August 2011, haben wir die Erlaubnis selektiv zu zitieren: "Es wurden Fundamente an der Umfriedung des Ehrenmals freigelegt und weitere Gedenksteine und Sandsteinelemente aufgerichtet. Weiterhin wurden mehrere Bäume gefällt. Sieben Bäume im Bereich der Fundamente des Ehrenmals waren in den vergangenen 65 Jahren so groß geworden, dass sie nur mit professionellen Maßnahmen gefällt und beseitigt werden können. Hierzu hat dankenswerterweise die polnische Armee ihre Unterstützung zugesagt. Während der Arbeiten stieß einer unserer Kameraden auf eine scharfe russische Mörsergranate. Der Munitionsbeseitigungsdienst der polnischen Armee traf bereits 45 Minuten nach Meldung ein und sorgte für Sicherung und Abtransport der Granate. (Mir) begegnete zufällig ein Reisebus der Bundeswehr mit einer deutsch-polnischen Gruppe von Jugendlichen. Unter Leitung des Jugendreferenten Konstantin Dittrich vom Landesverband Hessen des Volksbundes unternahm diese Gruppe eine zweiwöchige Tour durch Deutschland und Polen mit dem Schwerpunkt Kriegsgräberstätten. Unser Projekt in Breslau-Cosel war Herrn Dittrich allerdings noch nicht bekannt. Spontan lud ich ihn mit seiner Gruppe zu einem Besuch des Friedhofs in Breslau-Cosel ein, der ein voller Erfolg war. Dort stellten wir unser Projekt vor." Daraufhin, so schrieb uns neuestens die Prinzessin, wird für das kommende Jahr der Einsatz einer vom Volksbund geleiteten deutschpolnischen Jugendgruppe zum allgemeinen Vorteil des Friedhofs Breslau-Cosel geplant! BS