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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2011-01-01 · No. 86 (2011) · p. Seite 20

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2011
Issue
No. 86 (2011)
Date
2011-01-01
Page
Seite 20 (sequence 20)
Language
German
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Soldaten der deutschen Bundeswehr restaurierten jüdische Gräber von Agnieszka Czajkowska, Redakteurin der überregionalen polnischen Tageszeitung „Gazeta Wyborza" (14. Mai 2011) Eine Gruppe von Bundeswehrsoldaten restaurierte fünf Tage im Mai 2011 jüdische Gräber auf dem Jüdischen Friedhof Breslau-Cosel in der Lotnicza Straße. Sie kamen nach Breslau dank der Initiative der Prinzessin Diana von Sachsen, derer Vorfahren hier bestattet liegen Der Friedhof in Breslau-Cosel (Pilczyce) verfällt seit Jahren. Zusätzlich wurden die Gräber durch Vandalismus zerstört. Die jüdische Gemeinde in Breslau hat kein Geld für die komplette Renovierung des alten Friedhofes. Vor zwei Jahren gründete Malgorzata Frqckowiak (Wroclawerin, die in der Nähe des Friedhofs wohnt) die Stiftung für den jüdischen Friedhof in der Lotnicza Straße. „Ich war oft da und beobachtete, wie ein Teil der Geschichte unserer Stadt zugrunde geht", erinnert sie sich,„Ich dachte, man muss damit etwas machen. Unsere Initiative ist bescheiden, in der Stiftung gibt es einige Personen, die vor allem über die Geschichte des Friedhofes informieren und Kampagnen zur dessen Renovierung organisieren." Auf dem Friedhof in der Lotnicza Str. arbeiteten schon Häftlinge des Gefängnisses in der Fiolkowa Straße, amerikanische Studenten von Albion Collage und deutsche Pensionäre. Vor einer Woche kamen hierher zum ersten Mal Soldaten der deutschen Bundeswehr aus Berlin. Alles begann mit einem Treffen mit der Prinzessin. Malgorzata Fr^ckowiaktraf Diana Prinzessin von Sachsen an deren Familiengrab, wo die jüdischen Urgroßeltern der Prinzessin begraben liegen, Raphael und Clara Dorndorf, Eigentümer einer bekannten Schuhfabrik in Breslau.„Jahrelang war ich als Beamtin in der deutschen Bundeswehr tätig. Ich hatte sogar den Dienstgrad eines Major d.R.," verrät uns die Prinzessin. „Bei meinem nächsten Besuch auf dem Friedhof bin ich auf die Idee gekommen, eine Gruppe von deutschen Soldaten nach Breslau zu holen, die bei der Restaurierung der Gräber ihrer gefallenen Kameraden in Polen, Russland oder in der Ukraine tätig sind." Die Soldaten, die von der Prinzessin nach Breslau eingeladen wurden, sind für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge tätig. Auf dem Friedhof in der Lotnicza Straße gibt es auch ein Ehrenfeld, auf dem deutschjüdische Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg bestattet liegen. Bis gestern waren die deutschen Soldaten an dem beeindruckenden Denkmal von Paul Ehrlich für die gefallenen jüdischen Soldaten tätig. Das Denkmal mit den Namen der Gefallenen war mit antisemitischen Sprüchen und Hakenkreuzen beschmiert. Die Deutschen hatten spezielles Werkzeug zur Graffiti-Entfernung mitgebracht. Wolfgang Pellnitz, Arzt und Reserveoffizier der Bundeswehr: „Wir sind Bewahrer der Geschichte. Wir tun dies, damit künftige Generationen nicht vergessen, was Krieg bedeutet. Von besonderer Bedeutung für uns Deutsche ist die Tatsache, dass dies ein jüdischer Friedhof ist. Vielleicht werden auch Polen dank solcher Initiativen ihre Meinung über Deutsche ändern." Unter den deutschen Soldaten gibt es einige Reservisten, der Rest dient derzeit in der Bundeswehr. Diana von Sachsen: „Wir alle sind sehr engagiert. Beteiligt sind gut ausgebildete Menschen aus verschiedenen Berufen: Architekt, Arzt, Zahnarzt und auch Jurastudenten." Die Kosten für den Aufenthalt der Soldaten in Breslau und für Ausrüstung und Zubehör trägt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Die Soldaten sind in einer Kaserne der polnischen Armee in Breslau untergebracht. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat mit der polnischen Seite für August 2011 einen zweiten Einsatz von Soldaten und Reservisten der Bundeswehr auf diesem Friedhof vereinbart. Heimat und Gedächtnis (Fortsetzung von S.5) Kulturhauptstadt wird, ein Ereignis, bei dem ganz ohne Zweifel auch dem jüdischen Leben der Stadt einst und jetzt eine hohe Aufmerksamkeit zuteil werden wird. Schon 2010 hat die feierliche Wiederöffnung der Synagoge zum Weißen Storch, die wieder in altem Glanz erstrahlt, für jedermann verdeutlicht, welcher wichtiger und integraler Teil das jüdische Leben in dieser Stadt einmal war. Die Liste weiterer möglicher Ideen rund um eine digitale Edition der Mitteilungen, allen voran ihre noch bessere Erfassung mit Institutionen-, Personen- sowie einem deutschpolnischen Ortsregister, ist lang. Und die Ergebnisse werden sich sicherlich von den Vorstellungen, die die Gründungsväter der Mitteilungen von ihrer Arbeit besaßen, unterscheiden. Schließlich bleibt schwer abzuschätzen, welche Entwicklung ganz generell die Formen und die Praxis geschichtlicher Erinnerung im Internetzeitalter nehmen werden. Die erleichterte Verfügbarkeit von Wissen und Informationen ist zudem nicht gleichbedeutend mit deren gedanklicher und empathischer Durchdringung. Aber auch eine Zeitschrift kann ungelesen und unbeachtet herumstehen. Im Internet kann lediglich ein Angebot gemacht werden; es kann jedoch - zumindest für den Verfasser - keinen Zweifel daran geben, dass der Verband ehemaliger Breslauer und Schlesier in Israel und seine Mitteilungen sehr viel - in ganz wörtlichem Sinne - mit-zu-teilen haben. Zugegeben, in veränderter oder gar ungewohnter Form - aber die Mitteilungen haben eine Zukunft. Dr. Ingo Loose Institut für Zeitgeschichte München-Berlin mailto:loose@ifz-muenchen.de loose@ifz-muenchen.de * Ingo Loose: Die Mitteilungen des Verbandes ehemaliger Breslauer und Schlesier in Israel e. V. 1958-2009, in: Mitteilungen des Verbandes ehemaliger Breslauer in Israel 84 (2009), S. 8-13.

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