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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2011-01-01 · No. 86 (2011) · p. Seite 15

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2011
Issue
No. 86 (2011)
Date
2011-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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Synagoge von Reichenbach [Dzieroniowl (Fortsetzung von S.l 1) Nachkriegszeit erzählte meine Geschichte unter Tränen. Zuerst hatte er ein grimmiges Gesicht gemacht, dann wurde er immer freundlicher, dann lachte er lauthals. Ich musste ihm meinen Namen sagen und er gab mir Brot und Speck zum Essen, das ich genüsslich verspeiste. Er sagte, dass ich bis Leipzig mitfahren kann. Ich war glücklich und heulte vor Freude. Es war Nacht, als der Zug in Leipzig eintraf. Ein russischer Soldat begleitete mich aus der Sperrzone. Der Bahnhof in Leipzig ist riesengroß. Es gab da auch eine Bahnhofsmission, die ich aufsuchte, um nach Eilenburg zu fragen. Ich wusste bloß, dass Eilenburg bei Leipzig war. Ich verstand nur die Hälfte von dem, was die Leute sagten. Vorher hatte ich noch nie so einen Dialekt gehört. Nach zirka zwei Stunden war ich in Eilenburg. Jetzt musste ich aufs Einwohnermeldeamt, um nach der Adresse meines Onkels zu fragen. Ich wusste nurden Namen. Nach langem Suchen fand ich das Haus, in dem er wohnte. Ich war gespannt, wie er aussah, ich kannte ihn ja nicht. Mit so einem Klopfer, der an der Tür angebracht war, klopfte ich. Tatsächlich machte mein Onkel auf. ich stellte mich vor und schilderte meine Lage. Meine Mutter war so schlau und hatte ihn aufgesucht und ihre Adresse hinterlassen. Ich hoffte, dass er mir was zu essen geben würde, aber: nichts. Dann hörte ich, wie die Frau des Onkels im Nebenzimmer sagte, er soll mich schnell wieder wegschicken. Da kommen mir heute noch die Tränen. Ich sagte zu ihm, was für meinen Onkel sehr peinlich war, er brauche mich nicht wegschicken, ich gehe von alleine. Ich wollte alles meinem Vater erzählen, aber er blieb vermisst. Die Adresse meiner Mutter hatte ich. Noch am gleichen Tag kam ich in ihrem Wohnort an. Mit großem Jubel wurde ich empfangen. Alle dachten, ich wäre tot. So erzählte ich meine Erlebnisse. Es kamen viele Bekannte von Breslau und wollten alles wissen, wie es jetzt dort aussieht. Ich war erleichtert, dass ich wieder daheim war in der Fremde.» (Geislinger Zeitung, 3. Januar 2006) in Niederschlesien zu zielen schien - es war dies tatsächlich das einzige Beispiel eines wieder entstehenden jüdischen Gemeinwesens im Nachkriegspolen - verweigerte die kommunistische Regierung in Warschau jegliche weitere Unterstützung und Jakob Eglt wurde verhaftet. Die jüdischen Einwohner begannen bald, Polen zu verlassen und emigrierten hauptsächlich nach Israel, den USA und nach Argentinien. Jakob Egit wurde 1950 aus dem Gefängnis entlassen und gab danach eine jiddische Zeitschrift heraus. Im Jahr 1957 wanderte er nach Kanada aus und wurde bald ein prominentes Mitglied von Torontos jüdischer Gemeinde. Im Jahr 1991 veröffentlichte er seine Autobiography Grand Illusion, das einzige Zeugnis der Geschichte der jüdischen Ansiedlung von Rychbach / Dzierzoniöw. Er verstarb im Jahr 1996 in Toronto. (Quelle: W. John Koch, Netz-Site von Beteinu Chaj: http://de.synagoguefund.com/ geschichte/jakob-egit-und-die-judische-gemeinde-nach-1945/ http://de.synagoguefund.com/geschichte/ jakob-egit-und-die-judische-gemeindenach-1945/) Das Jüdische Reichenbach/ Dzierzoniöw lebt weiter: (aus Kochs ersten Aufsatz, s. oben): Nach dem Tod von Jakubowicz konnte ich erst Ende 2007 feststellen, dass die Geschichte der Synagoge in Reichenbach weitergeht. Damals habe ich erfahren, dass die Synagoge von der 2004 gegründeten Fundacja Beiteinu Chaj - 2004 / Stiftung Unser Haus Lebt - 2004 gekauft wurde, die sich der Bewahrung der Synagoge widmet und sie zu einer Stätte der Begegnung und Bildung entwickeln will. Initiator des Projekts ist Rafael Blau. Er hat als Kind von KZ-Überlebenden sechs Jahre seiner Kindheit in Reichenbach verbracht und lebt seither in Israel, verbringt aber einen großen Teil des Jahres in Dzierzoniöw .. Dank seiner Initiative hat sich am Ort sogar wieder eine kleine jüdische Gemeinde gebildet, die einen Klub aus den Rychbach-Jahren als ihr Gemeindezentrum benutzt. Im Jahre 2009 haben in der Synagoge Dichterlesungen, Liederabende und Ausstellungen stattgefunden. Am 18./19 September 2009, dem jüdischen Neujahr Rosh Hashanah kamen über 50 Juden der ehemaligen Gemeinde aus den 60er Jahren nach Dzierzoniöw zu einem Wiedersehenstreffen. Vor diesem Tag wird der seit Jahren zugemauerte Haupteingang der Synagoge aufgebrochen und durch neue Türen ersetzt. Zusammen mit den anwesenden Gästen des Treffens hat sich die kleine Gemeinde in der alten Synagoge von Reichenbach/ Dzierzoniöw zum ersten Gottesdienst in 30 Jahren versammelt. Wir danken Herrn Koch auch für das Geschenk an unseren Verband seiner Autobiographie: "Kein Entkommen"("No Escape"). Zur Kontaktaufnahme: W. John Koch, Publishers 11666-72 Avenue Edmonton, AB, T6G0C1 Canada http://wjkochpublishing.com/» \t «_blank» http://wjkochpublishing.com/ Fax: +1 (780)430-1672 Email: wjohnkoch@shaw.ca wjohnkoch@shaw.ca Rafael Blau, President Foundation BETEINU CHAJ Dzerzoniow, (Reichenbach) Poland (für Auskunft u. evtl. Spenden) Tel: (Israel) +972 (0)8 623 0716 mob. +972(0)54 7685616 http://de.synagoguefund.com http://de.synagoguefund.com E-mail: blau1@tien.pl blau1@tien.pl

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