Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2011
- Issue
- No. 86 (2011)
- Date
- 2011-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7 Die Persönlichkeit des konservativen und zionistischen Rabbiners wurde hervorgehoben, sowie sein Werk in Breslau, wo die Liberalen die Mehrheit hatten, über seine Initiative und seinen Beitrag zur Gründung der jüdischen Schule 1920, trotz der zahlreichen Gegner, und sein Beitrag zum Unterricht der neuen hebräischen Literatur und Themen, die mit dem Lande Israel verbunden sind.9 In dem Artikel «Erinnerungen eines Religionslehrers an Breslau» berichtete ein Absolvent des Rabbiner Seminars über seine Studienzeit im Seminar, das die Gemeinde für jüdische Schüler an den Religionsschulen der Gemeinde errichtet hat, wo er Lehrer war.10 F. Becker schrieb über die Jüdische Zeitung, die in Breslau erschien, und zwar anläßlich des 25.ten Jubiläums ihrer Schließung 1937. Er schilderte die Geschichte der Zeitung seit ihres Erscheinens 1895 und seit 1924 eine zionistische Zeitschrift, wo eine Vielfalt von Themen diskutiert und ausführlich über die Ansiedlung im Lande Israel berichtet wurde.11 Im Laufe dieser Jahre erschienen in den Mitteilungen viele Artikel und Memoiren über das Kulturleben in Breslau. Julius Sachs berichtete über die Breslauer Oper und den Beitrag ihres jüdischen Leiters, Theodor Loewe, zu ihrer Entwicklung und ihrem Erfolg auf internationaler Ebene.12 Das Opernhaus hatte die besten Opern mit den besten Dirigenten und Sängern jener Zeit aufgeführt und war das Zentrum des Kulturlebens der Stadt gewesen. In dem Artikel «Musikaliengeschäfte einst in Breslau» schilderte er die jüdischen Musikbuchhandlungen der Stadt, wo rege musikalische Tätigkeit stattfand. Das bedeutendste Unternehmen war der Laden von Hainauer, der bis zum ersten Weltkrieg «Die Zentrale des gesamten Breslauer Musiklebens» war: «...hier holte sich der in Breslau geborene Dirigent Otto Klemperer seine ersten Studienpartituren, hier kauften ... alle ... Opernfreunde ihre Klavierauszüge, hier gab es einen Verlag damaliger Komponisten, ...hier gab es eine umfangreiche Musikalienleihanstalt und auch eine Konzertkasse für die berühmte Konzertdirektion Hainauer, die Künstler aus aller Welt engagierte und im Konzerthaus auftreten ließ... Hoch türmten sich Musikarten in sortierten Notenfächer,... Etüden..., Klassiker,... Lieder,... Partituren, Weihnachtmusik, ... Mozart...,Beethoven, ...Geige,... Klavier, Operetten und leichte Musik»13 Es wurde ausführlich berichtet über jüdische Persönlichkeiten der Vergangenheit und der Gegenwart, die in der Stadt geboren , tätig waren oder im Rabbiner Seminar studiert haben, wie z.B. Ferdinand Lassalle, Heinrich Grätz, Ismar Elbogen, Leo Baeck und Albert Lewkowitz, Dozent am Rabbiner Seminar (1914-1939) und Leiter der Volkshochschule.14 Es bestand offensichtlich ein Verlangen und Bedürfnis, über das reiche und vielfältige Kulturleben in der Stadt zu berichten, und zu zeigen, wie sich die europäische Kultur, das Leben der jüdischen Gemeinde, und die Wissenschaft des Judentums ineinander übergingen. Es war das ausdrückliche Bestreben der Mitteilungen, über die gute Zeit zu erzählen, bevor die Nazis an die Macht kamen. Besuche in Breslau, bzw. Wroclaw Nur Wenige konnten damals die Stadt, die unter kommunistischem Regime war, besuchen. Die ehemaligen Breslauer waren sehr begiert auf jegliche Berichte von den Reisenden: Was zerstört worden war, der Zustand der Friedhöfe und der jüdische Gemeinde. 1962 fanden Versammlungen in Jerusalem, Tel Aviv und Haifa statt, wo das Ehepaar Freund von seiner Reise nach Wroclaw berichtete. Sie erzählten von den Schäden, die der Stadt zugefügt worden waren, und von den Veränderungen durch den Übergang an die polnische Herrschaft. Der größte Teil der 4000 Juden, die aus Rußland in die Stadt kamen, wollten weg. In der Storch Synagoge waren Samstag höchstens zwei Minyanim.15 Walter Zeev Laqueur, der eingeladen war an einem Kongreß in der Stadt 1965 einen Vortrag zu halten, schilderte seine Eindrücke in dem Artikel «Heute in Breslau»: Einer der Redner, der aus Schlesien vertrieben worden war, erzählte, daß die meisten Vertriebenen, die das polnische Schlesien besuchen, es nicht verkraften können, das ehemalige Breslau vorzufinden. Laqueur bezog sich auf den Machtwechsel in der Stadt, die nicht mehr die deutsche Stadt seiner Jugend war, auf die selektive historische Erinnerung und auf die Erinnerung aus der Perspektive einer einzigen Gruppe der Stadtbevölkerung. Als er gefragt wurde, wie er sich in seiner veränderten Heimatstadt fühlte, überlegte er sich «welches alte «Breslau» dürfte er [der Fragende] wohl im Sinn gehabt haben? Hat er das Johannisfest gemeint oder auch das Fallbeil im Gestapogefängnis; erinnerte er sich an den frenetischen Applaus, als Hitler zum deutschen Turnfest kam? Oder Vielleicht an die Studentenunruhen in Jahren 1932-1933 die «undeutsche» Professoren richteten?»16 In seinem Artikel «Nach Fünfzig Jahren» bezog sich der Verfasser, Günter Anders, gebürtiger Breslauer, nach einem Besuch in Auschwitz und in Breslau im Juli 1966, auf die Verbindung zwischen dem Nazi-Regime, der Judenverfolgung und was der Ausgang des zweiten Weltkrieges für Breslau bedeute, und faßte alles in einem Satz zusammen: «Das Feuer, das Breslau 1945 verzehrt hat, ist 1938 gelegt worden: in der Kristallnacht»17. Die Anzahl der Forschungsartikel in jenem Jahrzehnt war gering. Es erschienen in den Mitteilungen kurze Artikel des Rabbiner Dr. Brilling, Archivar der Breslauer Gemeinde, hauptsächlich über die Geschichte der Juden Breslaus im Mittelalter und 16.-18. Jahrhundert.18 Der Artikel von Dr. Siegmund Hadda, «Die Geschichte des Jüdischen Krankenhaus», verknüpft die Forschung der Geschichte des jüdischen Krankenhauses in Breslau mit seinen Erfahrungen als dessen letzter Leiter. Er schildert die Zeit von der Gründung der «Hevra Kadischah» 1724 in der jüdischen Gemeinde mit ihren 774 Mitgliedern bis zu der Entwicklung des Krankenhauses zu eines der bedeutendsten medizinischen Instituten der Stadt im 19.-20. Jahrhundert. Er schließt seinen Artikel mit der Verordnung der Behör- (Fortsetzung auf S.8)