Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2011
- Issue
- No. 86 (2011)
- Date
- 2011-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Ziele des Verbandes, wie sie in der ersten Zeitschrift definiert wurden, waren: Unterstützung der Bedürftigen und Älteren ehemaligen Breslauer, u.A. durch die Gründung eines Altersheimfonds für viele ehemalige Breslauer über 70; Förderung der Kontakte zwischen den ehemaligen Breslauer in Israel und in der Welt, durch Verwandte und Bekannte und Aufstellung einer Kartei der ehemaligen Breslauer, sowie Unterstützung in Rat und Tat beim Einreichen der Gesuche auf Wiedergutmachung.1 «Der Reise Bericht aus Breslau» in der ersten Ausgabe wies auf eine weitere Richtung hin: Das Erhalten der Erinnerung an die Stadt und ihrer großen jüdischen Gemeinde.2 Die Verfasserin, die aus New York kam, beschrieb Breslau Straße für Straße, für die, die Stadt nicht besuchen konnten: die Schäden der Bombardierungen und die öffentlichen Gebäude, die erhalten geblieben waren, sowie die beschädigten und fehlenden deutschen Gedächtnistafeln und die enormen Schäden im Süden der Stadt, wo viele Juden gewohnt hatten. Der Schaden war teilweise so groß, daß einige Straßen verlegt wurden; die Namen der Straßen wurden geändert, es wurde Polnisch gesprochen. Ebenso beschrieb sie die verwahrlosten Friedhöfe Cosel und Lohestrasse. Ihr Besuch der Storch Synagoge am Samstag schilderte sie wie folgend: «Zusammenfassend möchte ich sagen, dass der Besuch in Breslau mir ein großes Erlebnis war, daß aber Breslau uns heute eine vollständig fremde Stadt ist, mit der uns nichts verbindet, außer das es der Boden ist, auf dem wir alle einen großen Teil unseres Lebens gelebt und frohe und schwere Stunden erlebt haben». Nur 12 der ehemaligen 5000 Juden der Stadt nahmen am Gottesdienst teil. Die meisten von Ihnen hofften, auswandern zu können. In den Mitteilungen 8 und 9 wurde das Ziel des Verbandes hervorgehoben, und zwar die Erhaltung und Bewahrung des Andenken an die wichtige und wertvolle jüdische Gemeinde in Breslau. Die Mitglieder des Verbandes, Beamte, und Fachleute wurden aufgefordert, Bericht zu erstatten über ihre Leistungen in der Nazi Zeit, um zur Dokumentierung der Geschichte Schlesiens während des Nazi Regimes beizutragen. Seit der zweiten Herausgabe wurde das Wesen der Zeitschrift für die ersten zehn Jahre geprägt. Auf der Titelseite erschien meistens ein Artikel über das anstehende jüdische Fest, mit ausführlichen Erläuterungen aus jüdischen Quellen. Der in Nr. 2 erschienene Artikel «Jugend - Erinnerungen an Breslauer Persönlichkeiten» von Dr. Bertha-Badt-Strauss über die enge Freundschaft zwischen ihrem Vater, Prof. Benno Badt (1844-1909), der als Rabbiner und jüdischer Religionslehrer der fest im Konservativen Judentum verankert war, und dem Liberalen Rabbiner Dr. Jacob Guttmann (1845- 1919), eröffnete eine Reihe von persönlichen Memoiren, die das Leben der Juden in Breslau und Schlesien im 19. und 20. Jahrhundert ans Licht brachten, einschließlich der Persönlichkeiten, die dort vor 1933 tätig waren.3 Es war «die Welt von gestern». Hier einige Beispiele: F. Weißmanns Artikel «Ausschnitt aus dem Leben der Familie Weißmann», über die Musik-und Gesangsabende in ihrem Elternhaus.4 Professor Ernst Scheyer beschrieb in seinem Artikel «Bildung in Breslau» seine Erinnerungen von der Erziehung in seiner Familie gemäß der deutschen Kultur, die sie hoch schätzte. Er hatte das alte Elisabethgymnasium absolviert, und war der Stolz der Familie, als er bei der Abitursfeier die Stipendiaten Rede auf Lateinisch hielt.5 Professor Franz Landsberger schilderte in «Bilder steigen in mir auf»6: «Mit ihren 500,000 Einwohnern war Breslau wohl die Hauptstadt einer Provinz, im übrigen aber eine Mittelstadt. Freilich, als ich es als Knabe besuchte, von meiner oberschlesischen Heimat aus, da war es für mich eine Riesenstadt voller aufsehenerregender Wunder." Er schilderte seine Lieblingsplätze: der zoologische Park, das eindrucksvolle Theater, der Ring, usw. und beschrieb die Synagogen. Nach 1900 sah er die Stadt aus weiteren Perspektiven als die des Schülers am Elisabethgymnasium. Bedeutungsvoll war der Kommentar des Redakteurs Wilhelm Freyhan über die guten Zeiten vor dem Weltkrieg: «Die Erinnerung ist ein Heim, in das wir uns jederzeit zurückziehen können, ohne daraus vertrieben zu werden. Die Erinnerungen an unsere Jugendzeit macht uns selbst wieder jung und läßt uns allesTraurige vergessen oder in einem milderen Licht erscheinen». Anni Loewenstein (Priebatsch) bezog sich auf die Erinnerungen an den Historiker Heinrich Grätz, die ihr Vater, Felix Priebatsch 1926 veröffentlicht hat. Sie schildern, wie Heinrich Grätz Moses Hess beim Schreiben seines zionistischen Buches Rom und Jerusalem geholfen hat, sowie die Erinnerungen, die ihre Großmutter 1911 geschrieben hat.7 Darauf folgten Erinnerungen aus den 20ger und 30ger Jahren Beispiele: Dr. S.W.Boss erzählt in «Als ich noch ins Johannes-Gymnasium in Breslau ging» über seine Schulzeit, seine Lehrer an diesem einzigartigen Gymnasium der drei Religionen und über die besondere Atmosphäre, die dort herrschte;8 Erinnerungen an die jüdische Gemeinde bis zu den 30ger Jahren, die Veranstaltungen und die Persönlichkeiten in der Gemeinde. Es wurde z,B. über die Gedenkfeier berichtet zum 25.ten Todestag von Dr. Simonsohn (1936) berichtet, die bei der Eröffnung der Ortsgruppe des Verbandes in Haifa stattfand.