Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2011
- Issue
- No. 86 (2011)
- Date
- 2011-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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3 Der Rabbiner, R. isaac Rapoport, ist vor kurzem (August 2011) nach Israel eingewandert, und hinterlässt einen bedauerlichen Leerraum. Um den Friedhof Cosel ergab sich persönlicher Kontakt mit dem Personal, und besonders mit den freiwilligen Enthusiasten, Polen sowie Deutsche - Kontakte die weiter geführt werden (Mitteilungen, s. oben, und in dieser Nummer). Wir konnten aktiv beisteuern, als wir, ausgehend von den Erinnerungen unserer Karla Wolf (geb. Grabowski), schliesslich 274 Namen von jüdischen Zwangsarbeitern u. Opfern und von 21 jüdischen Breslauern entdeckten, die im tiefsten Krieg, bis Ende 1944, in Cosel beerdigt wurden (Mitteilungen Nr. 84, S. 6-7, 23; . Nr. 85, S. 11). Diese Namen wurden in der Gemeindeverwaltung deponiert. Der V.e.B. spielte im Sommer 2009 eine besondere Rolle als unsere drei bejahrten "Zeitzeugen", jeder mit einem Begleiter, nach Wroclaw eingeladen, und während einer Woche in der Stadt unterhalten wurden (Edith Stein Stiftung und andere Instanzen). Von dem Bürgermeister begrüsst, wurden sie von Studenten über ihre Jugendjahre in Breslau ausgefragt, oft an den entsprechenden Orten in der Stadt, (s. Mitteilungen 84, S. 18-19). Wir haben den Videofilm vorgeführt. Schon das Schlagwort des sehr öffentlichen Projekts: "Auf der Suche nach dem jüdischen Breslau" betont seine Bedeutung - Wroclaw erinnert sich auch seiner jüdischen Bürgeraus der Vorkriegsgeschichte. Nach Renovierung der historischen Storch Synagogue, unter der Leitung von Bente Kahan und ihrer Stiftung, wurde die Wiedereinweihung im Mai 2010, in aller städtischen Öffentlichkeit gefeiert, unter Teilnahme auch von Mitgliedern unseres Verbandes. Auf der Universität wurde ein besonderes Symposium über das jüdische Leben in Breslau gehalten, und auf dem Ring wurde feierlich ein Plakat zum Andenken an Willy Cohn angebracht, unter der Regie von Prof. Norbert Conrads, der Cohns einzigartiges Tagebuch herausgegeben hat (2006), und das Erscheinen einer verkürzten polnischen Ausgabe feierte (s. Mitteilungen 85, 2010, S. 2-7). Dieses Resümee deutet klar auf den heutigen Schwerpunkt im Wirken unseres Verbandes und macht seine Ziele deutlicher. Arbeitsziele Wenn unsere Jugendlichen ihre "Reise wegen der Herkunft" nach Wroclaw/Breslau unternehmen wollen, würde ihnen eine Auskunftsdatei für jüdische Touristen sehr nützlich sein und könnte, durch unsere Fürsprache, aufgebaut werden; es wurde sogar vorgeschlagen, eine "jüdische" Stadtkarte herzustellen (wie sie es für Leipzig gibt). Der Solidaritätskontakt mit der kleinen Religionsgemeinde ist besonders bei solchen Besuchen zu bewahren, sowie Kontakt mit der historisch u. kulturell gesinnten Bente Kahan Stiftung. Durch Beratung mit Historikern, sollte der Verband im Namen der ehemaligen Breslauer dafür werben, dass in der Stadt Gedenktafeln angebracht werden an historisch bedeutsamen Stellen wie das Rabbinerseminar, die Synagogen und wichtige Stiftungen, u.A. das jüdische Krankenhaus, und anderseits an Stellen der Vernichtung, wie am Schiesswerderplatz und am Odertor Bahnhof, von wo die Deportationen ausgingen. Der Friedhof Cosel, ist, besonders für ältere ehern. Breslauer, oft ein Hauptziel einer Reise nach Wroclaw. Der Verband sollte dort besonders engagiert sein, um sicher zustellen, dass dem Besucher Auskunft über Grabstätten leicht verfügbar und Führung am Ort vorhanden ist. Der jetzige Verantwortliche, Herr Piotr Gotowicki, spricht sogar Iwrit. Auf weitere Sicht müssen wir dauernd zur Sicherstellung und zur Sanierung des Ortes, mahnen, wenn wir auch als so kleiner Verband keine materielle Hilfe anbieten können. Wir müssen aber mit den Organen, die in Cosel freiwillig arbeiten, dankbar in Verbindung stehen. Ein für unseren Verband erschwingliches Projekt, lässt sich vorschlagen: Die 21 Breslauer, die unter Erwin Ludnowski s.A. (selber umgekommen) und seinen Kollegen in 1943-1944 beerdigt wurden, waren "unsere" Breslauer, und ihre Namen wurden entdeckt ausgehend vom Zeugnis unserer Zeitzeugin Karla Wolf. Wäre es nicht sinnvoll, dass unserVerband ihnen ein würdiges Denkmal stiftet? Wir wollen so lange wir können, in diesen Richtungen weiter arbeiten und Ihnen weiter darüber berichten. Darum bitten wir Sie nochmals, wenn auch verspätet, Ihren Kindern u. Enkeln über Ihr Breslau zu erzählen und ihnen unsere erwähnten Vorhaben besonders nahezubringen. Dann können wir hoffen, dass unter unseren Kindern u. Enkeln, einige das Werk weiterführen werden. Schule am Rehdigerplatz, 1929 Erste Klasse, Lehrerin:Fri Ella Pollak, nach der Ehe. - E. Zarek