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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2010-01-01 · No. 85 (2010) · p. Seite 25

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2010
Issue
No. 85 (2010)
Date
2010-01-01
Page
Seite 25 (sequence 25)
Language
German
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25 Interessante und wertvolle Dokumente von der und über die Synagogengemeinde in Breslau iWroclawl Nach den Verwüstungen und Zerstörungen, die die Stadt 1945 erlitten hat, ist es eine Überraschung, feststellen zu können, dass eine große Anzahl von Archivalien aus der deutschen Zeit im wichtigsten Archiv der polnischen Stadt erhalten geblieben sitnd. Obwohl nach dem „Austausch" der Bevölkerung die Tilgung (fast) aller danach noch sichtbaren deutschen Spuren (Denkmäler, Straßennamen, Firmenschilder, Hausinschriften usw.) erfolgt war, haben die polnische Stadt und ihre Archive das Vorgefundene Archivgut sorgsam bewahrt und gepflegt. Seit 20 Jahren steht es für die wissenschaftliche und private Nutzung auch international zur Verfügung. Der größte Fundus alter Akten befindet sich im Archivum Panstwowe we Wroclawiu (APWr) [Staatsarchiv zu Breslau]. Untergebracht ist diese Einrichtung, die aus dem früheren Stadtarchiv und dem früheren preußischen Staatsarchiv hervorgegangen ist, in einem großen Gebäude, das in Verlängerung der Oderstrasse und der früheren Werderbrücke (heute Most Pomorska) links auf der nördlichen Oderseite steht. Es ist das ehemalige Arbeitsamtsgebäude, das in der nationalsozialistischen Zeit gebaut worden war. Das Gebäude des früheren preußischen Staatsarchivs war von den Nationalsozialisten im Zusammenhang mit dem „Rollfeld Kaiserstraße" gesprengt worden. Das Rollfeld musste unter entsetzlichen Bedingungen (Vgl. u.a. Karla Wolff, Ich blieb zurück) gebaut werden, weil so genannte Lastensegler Versorgungsgüter in die eingeschlossene „Festung Breslau" bringen sollten. Der Bestand im APWr kann über das Internet [www.ap.wroc.pl] erkundet werden. Zu der Vielzahl der Akten gehören neben anderem auch die des Magistrats und der Stadtverwaltung von Breslau (einschl. der Standesämter), der früheren Finanzämter, des Oberpräsidiums der Provinz Schlesien / Niederschlesien sowie der Regierungspräsidien bis 1945. Die Akten des Magistrats (Akta miasto Wroclawia) sind weitgehend nach den alten Verwaltungsstrukturen geordnet. So finden sich darunter die Akten zu den jüdischen Schulen, zum jüdischen Unterricht in den öffentlichen Schulen, zur Einstellung jüdischer Lehrkräfte für den Religionsunterricht in den öffentlichen Schulen usw. Im Bestand: „Konfiskate mjienie ydowskiego (KMZ)" [Enteignung der Juden], Sygnatur: Urzad skarbowy prow. dolnoslaskie we Wroclawiu [Finanzverwaltung der Provinz Niederschlesien in Breslau] sind 3821 Enteignungsakten von Breslauer Familien und Einzelpersonen bzw. aus anderen niederschlesischen Orten enthalten. Die im Freihandverkehr zugänglichen Findbücher erlauben eine zielgerichtete Suche nach einzelnen Akten. Die freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeiterinnen im Lesesaal helfen gern bei der Suche. Es ist möglich, Kopien von einzelnen Dokumenten anfertigen zu lassen. Über die verschiedenen Kopier-Möglichkeiten und Preise sowie die Dauer der Herstellung (die mehrere Tage oder Wochen dauern kann) sollte man sich jedoch vorher beraten lassen. Über weitere sehr wertvolle Quellen für familiengeschichtliche Forschungen verfügt die Gmina Wyznaniowa Zydowska we Wroctawiu [Jüdische Gemeinde zu Breslau], in der ul. Wtodkowicza 9 (fr. Wallstraße 9). Das sind die 4 Begräbnisbücher der alten Gemeindeverwaltung über die Beisetzungen auf dem Friedhof Cosel, fr. Flughafenstraße heute: ul. Lotnicza. 1. Registerbuch „1926 - 29" Ein gebundenes Buch mit alphabet. Register und handschriftlichen Eintragungen 2. „Überführungsbuch" 15.12.1928 bis 9.12.1935 145 paginierten Seiten; 2.174 Beisetzungen mit Namen usw. sind dokumentiert die lfd. Nr. der Beerdigungen von 7.411 bis 9.585, (2.174 Namen) 3. Beerdigungsbuch: 9.12.1935 bis 9.8.1942 die lfd. Nr. der Beerdigungen von 9.586 bis 11.790, (2.204 Namen) 4. Beerdigungsbuch „Jahrgang 1945" Ab Seite 2 Eintragungen in der vorgedruckten Tabelle. Es enthält für das Jahr 1945 insgesamt 15, für das Jahr 1946 bis 23.5.1946 weitere 12 Namen. Leider fehlen die Registerbücher ab der ersten Beisetzung in Cosel, am 12.02.1902, bis 1926, und dann von 09.09.1942 bis 1945/1946. Dr. Roland Müller, Dresden

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