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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2010-01-01 · No. 85 (2010) · p. Seite 23

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2010
Issue
No. 85 (2010)
Date
2010-01-01
Page
Seite 23 (sequence 23)
Language
German
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23 zfmmfmfs;s;szzs;s;szzs;s;szzs;s;szzs;s;szzs;s;szzs;s;szzs;s;szzs;s;szzs;s;szzs;szzs;s;szzs;s;szzs;s;szzs;s;szzs;s;s!iimfmm^zzs;s;szzs;smimfmm;szzs;szzs;s;szzs;s;szzs;s;szzs;s;szzs;zmmfmmfmmfmmfmmfmmfmiffi Monat später weitertransportiert worden und da verliert sich die Spur. Wie war das Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrer Großmutter? Großmutter war ein Engel, der konnte überhaupt niemand böse sein. Sie war streng und hat immer kontrolliert, daß wir uns abends ordentlich wuschen, dann durften wir huckepack auf ihr bis zum Bett reiten. Dann hat sie uns am Bett abgeworfen, hat uns einen Kuss gegeben und dann haben wir geschlafen. Gebetet wurde nicht, das kenne ich nicht. Ich weiß nicht, es war eben nicht. Aber wir haben es auch nicht vermißt. Auch über das Thema jüdisch wurde nicht gesprochen. Später als dann der Hitler kam und es irgendwie ein Gesprächsthema wurde, hieß es immer, wir sind Deutsche jüdischen Glaubens. Sie waren Deutsche, mein Großvater war im Ersten Weltkrieg Soldat, der war zwar irgendwie auf der Schreibstube, aber er war Soldat. Wie war das Verhältnis zwischen Ihren Großeltern? Ausgezeichnet! Ich kann nur sagen, eine jüdische Ehe, wirklich, er war der Patriarch. Später ist er sehr krank geworden, er bekam Parkinson und dann wollten sie ihm das Rauchen abgewöhnen und er weigerte sich und sagte: „eher sterb ich". Nach einem Schlaganfall war er selbst für die Nazis transportunfähig und er ist im Bett gestorben, Gott Sei Dank. Meine Mutter hat dann, als mein Großvater nicht mehr konnte, seine Möbelvertretung übernommen. Und mit dem Namen Schacht, der damals Reichsfinanzminister war, konnte sie sich durchschmuggeln. Jeder hat gedacht, sie ist mit dem verwandt. Meine Mutter war ja eine komische Frau.... als ich sie einmal auf unser Verwandtschaftsverhältnis mit Hjalmar Schacht ansprach, antwortete sie lakonisch: „Alle Schachts sind miteinander verwandt". Damit war die Sache abgetan und ich war ein Kind! Viel später war ich dann mit ihm im Interniertenlager Ich möchte nocheinmal zurück zum Johannesgymnasium kommen. Was war der Willi Cohn für ein Lehrer? Der hat sich eine Zeitung vorgenommen, wenn wir eine Arbeit schrieben und hat wahrscheinlich mit einer Nadel Löcher gemacht und dann hat er durch die Löcher geguckt, um zu sehen, wer abschreibt. Er hat nichts gesagt, aber er hat sich seine Notizen gemacht. Dann hat er die Hefte eingesammelt und dann bekam man unter Umständen eine Fünf, die unterste Note wegen Abschreibens. Aber er war ein sehr guter und sehr netter Lehrer. Wir haben ihn alle sehr gern gehabt. Auch den Alfred, den A.C., mochten wir sehr. Wann wurde das Gymnasium arisiert? 1934: Erst einmal wechselten die Lehrer. Nach kurzer Zeit waren alle weg. Wußten Sie, wohin die Lehrer gingen? Wir haben es geahnt. Wir wußten, sie waren Juden, wir haben uns unterhalten. Dann kamen neue Lehrer. Bei den alten Lehrern haben wir in den Bänken gesessen und sind aufgestanden,wenn sie kamen und haben „Guten Morgen" gesagt und die neuen Lehrer riefen „Heil Hitler" und wir mußten entsprechend antworten. das hat uns gar nicht gefallen. Wir haben es nicht ernst genommen. Man darf eines nicht vergessen, 1933/34 hat kein Mensch geahnt, was für ein Verbrecher Hitler ist. Viele dachten, vielleicht ist das der Mann, der Deutschland aus der Misere rausholt, in das die Demokraten das Land laviert hatten. Es war noch nie ein solcher Mißbrauch von Macht gewesen, wie in den Zeiten nach dem Ersten Weltkrieg. Was war dann mit Ihren jüdischen Mitschülern? Meine jüdischen Mitschüler, ob das der Tarnowski, Koltonski, der Posener war, das waren alles Kinder aus wohlhabenden Familien, meistens aus Akademikerfamilien. Die haben praktisch ganz schnell ihre Sachen gepackt und sind ausgewandert. Dazu kam, sie waren alle Zionisten, und wer es sich leisten konnte, ist nach Palästina ausgewandert. Das war damals noch Palästina, Israel hat nicht bestanden. Wie war Ihnen zumute als so viele Mitschüler wegblieben? Schrecklich, schrecklich. Was sollte ich machen, ich mußte weitermachen und außerdem sind die Klassen ziemlich schnell aufgefüllt worden. Zu derselben Zeit hat Hitler die Schulen geöffnet, unabhängig von der sozialen Herkunft des Kindes. Früher gehörte man einer bestimmten Gesellschaftschicht an und dann durfte man ein humanistisches Gymnasium besuchen. Wann mußten Sie die Schule verlassen? Man bekam wohl ein Schriftstück, einen Bogen, den man ausfüllen mußte und eines Tages sagte meine Mutter zu mir, dass ich nicht mehr in die Schule gehen konnte und dass ich auf die Privatschule zum Dr. Gudenatz gehen würde. Wie lange waren Sie dort Schüler? Anderthalb Jahre, die sogenannte einjährige Reife, bis zur Obersekunda. Sieben von Neun Klassen habe ich gemacht. Aber, die Schule hat viel Schulgeld gekostet, es war eine Privatschule und das konnten wir nicht mehr machen. Mein Großvater hat die Möbelvertretung verloren, dann ist er noch krank geworden. Meine Mutter hat noch versucht weiterzumachen, aber die Geschäfte haben vom Juden nicht mehr gekauft. Es war doch alles so kontrolliert und so verrückt, dass man nichts mehr machen konnte. Wie haben sich in dieser Zeit die Großeltern Schacht verhalten; die ja auch in Breslau wohnten? Sehr nett, aber machen konnten sie auch nichts. Wie ging es mit Ihnen weiter; nachdem sie die Privatschule verlassen mußten? Ich kam zu Posener & Cohn zu der Wäsche- und Schürzenfabrik, als Lehrling. Da war ich 16 Jahre alt. Und der Carl Cohn war Logenbruder von meinem Großvater. Die haben an Wäscheläden verkauft. Zuerst mußte ich Pakete packen. Und ich mußte mit der Elle lernen, den Stoff abzumessen. Da wurde mir eine große kaufmännische Karriere vorausgesagt, weil ich so gut Pakete packen konnte. Das kann ich heute (Fortsetzung auf S.24)

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