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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2010-01-01 · No. 85 (2010) · p. Seite 10

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2010
Issue
No. 85 (2010)
Date
2010-01-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 aggsmsmKaxsxaxsxKaxsxKaxsxKaxsxKaxsxKaxsxKaxsxKaxs^^ Franco und der Holocaust Von Heiner Lichtenstein Irrfahrt (Fortsetzung von S.9) spueren! Inzwischen war es Ende Januar 1940. Wir blieben in Kuba etwas laenger als ein Jahr bis die polnische Quota, denn mein Vater, in Kempen geboren, war polnische Quota, frei wurde wegen des Krieges. Ich empfand es furchtbar heiss in Havana, der Unterschied zwischen Sommer und Winter war nur die Feuchtigkeit, die Hitze immer die gleiche. Nachmittags half ich meinem Vater schwere Koffer zu schleppen die mit Schuster Material gefuellt waren. Viele von den Schustern die wir besuchten waren Armenier, und so hoerte ich die grausame Geschichte wie die Tuerken die Armenier waehrend des ersten Weltkrieges ermordet hatten, zu den Tausenden! Spaeter las ich darueber in dem Roman von Franz Werfel, «VierzigTage von Musa Dagh.» Bevor wir nach der USA auswanderten bekamen wir Nachricht dass meine Grosseltern nach Theresienstadt deportiert waren. Meine Mutter wurde so depremiert dass sie einen Selbstmordversuch machte. Gluecklicherweise wohnten wir mit einem Artz der sie retten konnte. Ende Februar 1941 verliessen wir Kuba und kamen wieder nach New York. Wir blieben dort bis September und dann, mit Hilfe der Jewish Agricultural Society, konnten meine Eltern eine kleine Huehnerfarm kaufen, in Vineland New Jersey. Es war eine sehr schwere Pamosse, vor allem fuer Leute wie meine Eltern die noch nie solche Arbeit geleistet hatten. Jedenfalls sind meine Schwester und ich dort herangewachsen, wir waren gute Schueler und haben es zu was gebracht. Im Januar dieses Jahres, 2010, habe ich mich vollkommen pensioniert nachdem ich 54 Jahre als Professor bei Rutgers Universitaet in New Jersey fungierte. Unsere drei Kinder sind Alle sehr tuechtig, verheiratet, und wir haben 10 Enkelkinder von denen 5 auch schon an der Universitaet studieren. Wir sind zusammen Chai Personen, und haben unser eigenes Minyan! Das Tausenjaehrige Reich ist weg, WIR SIND DA!!! Hans Fisher Highland Part, NJ 08904, USA e-maikhans.fisher@verizon.net Als gegen Ende des Zweiten Weltkrieges nach und nach durchsickerte, was die Nationalsozialisten den europäischen Juden angetan hatten, versuchten viele Staaten nachzuweisen, dass sie den «Völkermord» nicht mitgemacht hätten. Jeder wollte zeigen, dass er offen oder heimlich Widerstand geleistet habe. Zu denen, die tatsächlich nicht mitgemacht hatten, gehörten anfangs Ungarn, Bulgaren, Spanier und sogar Italiener, jedenfalls bis zum Seitenwechsel vom Partner Berlins zum Mitstreiter der Alliierten gegen die Nazis im Herbst 1943. Nach und nach kam freilich heraus, dass immer weniger Judenhelfer übrig blieben. Ungarn musste eingestehen, dass ohne ihre Pfeilkreuzer zumindest die Budapester Juden hätten gerettet werden können. Schließlich kam heraus, dass eben diese Pfeilkreuzer zu den radikalsten Unterstützern des Holocaust gehört hatten. Das lag auch daran, dass Adolf Eichmann persönlich nach Budapest gekommen war, um die letzten Deportationszüge auf den Weg zu bringen. Der Spielfilm «Schindlers Liste» zeigt allerdings historisch genau, dass trotzdem Hilfe möglich war. Im Fall von Rumänien, das ja ebenso wie Ungarn aufder Seite der Nazis stand, konnte deren Kollaboration ebenso nachgewiesen werden. Bei Bulgarien ist die Lage nicht endgültig geklärt. Jahrzehntelang hatte es geheißen, König Boris habe sich erfolgreich geweigert, der judenfeindlichen Politik der Reichsregierung zu folgen. Später kam heraus, dass es durchaus Deportationen aus Bulgarien in die osteuropäischen Gaskammern gegeben hat, wobei der Transport allerdings besonders schwierig gewesen sei. Das Land ohne eigene Küsten musste die Donau als Transportweg nutzen. Das sei langwierig und teuer gewesen. Ungeklärt ist gleichfalls, ob König Boris vergiftet worden ist, weil er sich den Nazis verweigert hat. Fest steht indes, dass viele bulgarische Juden den Holocaust überlebt naben, weil es massive Protestaktionen für sie gegeben hat - einmalig während der NS - Herrschaft. Von 1948 bis 1949 verließen 45.000 Juden ihre Heimat und emigrierten nach Israel. Das waren 90 Prozent der jüdischen Bevölkerung des Landes. Spanien hatte bis Anfang dieses Jahrhunderts den Ruhm genossen, vielen Juden Unterschlupf gewährt zu haben. Zwar habe ein offizieller Besuch von SS - Chef Heinrich Himmler in Madrid zur Verschärfung antijüdischer Gesetze und Verordnungen geführt. Diese seien aber nie rigoros angewendet worden. Diktator Franco und seine Regierung seien zwar stets Freunde des NS - Regimes geblieben. In zwei Punkten ruckten sie allerdings immer von Berlin ab. Franco ließ sich nicht in den Zweiten Weltkrieg hineinziehen und weigerte sich bis zum Schluss, beim Holocaust in Europa mitzumachen. Nun gibt es neue Enthüllungen, die Francos Haltung unterschiedlich bewertbar machen. Ob Franco über Auschwitz unterrichtet war oder nicht, ist nun durch das Buch «Spanien und der Holocaust» des deutschen Historikers Bernd Rother geklärt. Franco kannte spätestens seit August 1944 Hintergründe und Einzelheiten. Ob diese Kenntnis seine Politik in der Frage der Haltung gegenüber den Juden beeinflusst hat oder nicht, bleibt dagegen offen. Im August 1944 - also nach der erfolgreichen Landung der Westalliierten in der Normandie und der ersten Großoffensive der Roten Armee - war die Niederlage des Deutschen Reiches nur noch eine Frage der Zeit. Es dauerte allerdings noch zehn Monate, ehe in Berlin die Rote Fahne gehisst werden konnte, aber an einen deutschen Sieg glaubte niemand mehr, auch nicht im «Führerbunker» in Berlin. Und dass der Völkermord an sechs Millionen Juden geahndet werden würde, stand ebenfalls fest. Sich in dieser Lage doch noch auf die Seite der Nazis zu schlagen, wäre geradezu irrwitzig gewesen. Franeo hat sich also abwartend verhalten. Die Mappe, die Böhm im Auswärtigen Amt in Madrid entdeckt hat, trägt die Aufschrift «Nicht zeigen.» Es gibt keine Anzeichen dafür, dass Franeo mit der Kenntnis des Völkermordes seine Politik gegenüber den Juden irgendwie geändert hat. Er war zu keiner Zeit der große Judenretter, er hat sie aber auch nicht den Nazis überantwortet. Insofern ist der Fund von Rother zwar interessant, er verändert aber nicht wesentlich den Ruf Spaniens, sich dem Drängen der Nazis verweigert zu haben.

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