Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2010
- Issue
- No. 85 (2010)
- Date
- 2010-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Wrocław 1× ep/1002369
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7 aggsmsmaxsxKKaxsxKaxsxKaxsxKaxsxKaxsxKaxsxKS^^ Die Synagoge zum Weißen Storch nach dem Krieg In einem besonderen Büchlein «The White Stork Synagogue, Wroclaw Center for Jewish Culture and Education» auf Englisch u. Polnisch, wird dem Teilnehmer an den Festlichkeiten, und dem Besucher, die Geschichte der berühmten Synagoge erzählt. Hier wollen wir auf Grund dieses Büchleins und eines Artikels am Internet, ihre bewegte Geschichte in der Nachkriegszeit zusammenfassen. Gleich nach dem Krieg (1945) wurden von dem neuen Gemeindekomitee Renovationen unternommen, um Gottesdienste wieder abzuhalten. Aber 1966 wurde das Gebäude von den Behörden geschlossen, angeblich wegen seinem gefährlichen Zustand. Kurzdauernd war es erlaubt, den unteren Teil zu benützen, aber der ständige Verfall des Hauses, und die damalige antisemitische Regierung brachten 1968 zum Ende des Gottesdienst in der Synagoge. Sie wurde 1974 der Universität übertragen aber der Umbau wurde aufgegeben. Die Stadtverwaltung, dann die Musikakademie und schliesslich (1992) ein Privatbesitzer, übernahmen aber vernachlässtigten das Gebäude, welches zweimal Brände leiden musste und sein Dach gänzlich verlor. Erst 7 Jahre nach der politischen Umwälzung von 1989, kehrte die Synagoge in den Besitz der jüdischen Gemeinde zurück. Einen großen Anteil daran hatte der damalige Wroclawer Metropolit, Kardinal Henryk Gulbinowicz - er hat damals das Kultusministerium überzeugt, die Synagoge zurückzukaufen, die am 10. April 1996 der wiedergeborenen Jüdischen Gemeinde in Breslau übergeben wurde. Ein früherer Breslauer, der sich im Britischen Dienst ausgezeichnet hatte, Eric F. Bowes (Brauer) hat den historischen Wert der Restauration erkannt und befürwortet, hat sie aber leider nicht erlebt. Noch im September 1995, wurde in der ruinierten Synagoge der Gottesdienst zu Rosch Haschana unter der Beteiligung von 400 Menschen abgehalten. Der Synagogenchor zum weissen Storch, dirigiert von Stanislaw Rybarczyk, trat an diesem Tag zum ersten Mal auf. Im Mai 1996 wurde die erste Etappe der von der Stiftung für deutsch-polnische Zusamvon Dr. Benjamin Sklarz menarbeit finanzierten Renovierungsarbeiten in der Synagoge, nämlich die Wiederherstellung vom Dach, unternommen. Weitere Etappen folgten, die das existierende Bildmaterial berücksichtigten und schliesslich (1998) von einem Zuschuss des Kupferkombinats „KGHM Polska Miedz S.A." ermöglicht wurden. Diese Tätigkeit, energisch von R. Michel Schudrich und Gemeindevorsitzendem Herrn Jerzy Kichler gefördert, wurde im November 1998 mit einem feierlichen Gottesdienst zum Andenken an 60 Jahre nach der «Kristallnacht», gekrönt. Durch Beteiligung der Stadt Wroclaw, wurde in 2005 der grosse Hof aufgeräumt und bepflanzt. Im selben Jahr (7. Mai 2005) wurde das Zentrum für Jüdische Kultur und Erziehung unter Kunstverwaltung von Bente Kahan (s. unten), bei der Gemeinde in Wroclaw (eine Filiale des Verbandes Jüdischer Gemeinden in der Republik Polen) gegründet. Sie gründete schon in 2006 die Bente Kahan Foundation, welche, zusammenwirkend mit Maciej Sygit und den Führern der Wroclawer Gemeinde, und mit Unterstützung der Stadtverwaltung, an die endgültige Restauration der Synagoge heranging. Ein grosser Zuschuss seitens der EEA (European Economic Area) besonders Island, Liechtenstein und Norwegen, der auf Grund eines Projekt-Wettbewerbes für Sanierung historischer Objekte von dem Konsortium gewonnen wurde, ermöglichte es, mit tatkräftiger Unterstützung vom Bürgermeister Rafal Dutkiewicz, das Projekt zum erfolgreichen Abschluss zu bringen. Die Synagoge wird weiterhin als Gebetshaus wirken, soll aber gleichzeitig der Stadt Wroclaw als Kultur- und Bildungszentrum dienen, wie es schon seit einigen Jahren der Fall ist. Seit 1999 werden monatliche «Hawdalakonzerte» dort gehalten, die den weiten Umfang der jüdischen Musik vortragen. Jüdische Theater- und Filmvorführungen, jährliche Gedenkfeiern, Israeltage u.s.w. haben «den Storch» schon in ein bekanntes und beliebtes Kulturzentrum in Wroclaw gestaltet. Eine permanente Ausstellung «Die Geschichte festgehalten: Jüdisches Leben in Wroclaw und Niederschlesien» ist in fortgeschrittener Vorbereitung (geplante Öffnung 2012) und wurde teilweise zu der Feier ausgestellt. Seit 1995 bildet die Synagoge ein Teil des Bezirks der Vier Tempel (in dem sich auch eine russisch-orthodoxe, eine römisch-katholische und dieevangelisch-augsburgische Kirche befinden). Es soll auf diese Weise in dieser religiös vielfältigen Stadt zu Toleranz und gegenseitigem Respekt erzogen werden. Bente Kahan und die Bente Kahan Foundation (Stiftung) Bente Kahan (in Oslo 1958 geboren), ist eine renomierte Sängerin, Schauspielerin, Film- und Theaterregisseurin. Sie hat in Tel Aviv und in der U.S.A. studiert, ist dann in Israel (Habima) und im norwegischen Nationaltheater aufgetreten. In Oslo gründete sie das jüdische Theater Dybbuk, in dem sie auch ihre eigenen Monodramen spielte. In ihren Vorstellungen, Ausführungen und Albums behandelt sie vorwiegend das europäische jüdische Leben und Schicksal, besonders auf Jiddisch. Ihre Liedersammlung HOME, von der Stadt Bergen beauftragt (2000), vertritt die Geschichte ihres eigenen alten Stammbaums (Spanien, durch Europa bis Norwegen) mittels jüdischer Lieder in verschiedenen Sprachen. Sie ist im Jahre 2000 mit ihrem Mann, Aleksandr Gleichgewicht nach Wroclaw (Breslau) gezogen und wurde 2005 als Kunstleiterin des Zentrums für Jüdische Kultur und Aufklärung der Synagoge zum Weissen Storch ernannt. 2006 hat sie in Wroclaw die Fundacja Bente Kahan (Bente Kahan Stiftung) gegründet, mit dem Ziel, die Storch Synagoge zu restaurieren und als Zentrum für jüdische Kultur und Aufklärung zu gestalten. Mit ihrem eindrucksvollem Auftritt, ihrer dynamischen Persönlichkeit, ihrer Energie und Entschlossenheit, hat sie dieses Ziel erreicht, wobei sie die Unterstützung der Stadtverwaltung Wroclaw unter Stadtpräsidenten Rafal Dutkiewicz, und einer Reihe jüdischer, norwegischer, nordischer und europäischer Organen erworben hat.