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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1976-09-01 · No. 40 (September 1976) · p. Seite 25

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1976
Issue
No. 40 (September 1976)
Date
1976-09-01
Page
Seite 25 (sequence 25)
Language
German
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WIR SOLLEN NICHT VERGESSEN GEBHARD UHDE: Lloba lebt. Verlag Werner Jarratsch, Heidenheim/Brenz. Der in Schlesien, im Riesengebirge aufgewachsene Dichter Gerhard Uhde erfuhr durch die Bildhauerln Clara Westhof-Rilke, die Witwe von Rilke, die ergreifende Geschichte einer jungen Künstlerin, die für ihren Freund und Klassenkameraden auf der Kunstakademie illegale Flugblätter gegen das Naziregime auf der Schreibmaschine druckte. Sie wurde verraten und kam, trotzdem man sie zu verstecken suchte, ins Gefängnis. Ohne Pathetik wird das Leben der Heldin gezeigt. In aller Schlichtheit folgt man der Zeit, die sie im Gefängnis durchlebt. Ein beruhigendes Erlebnis war für sie am Anfang, dass die Wärterin ihr ein getipptes Blatt mit dem "Klopfalphabet” zusteckete, mit dessen Hilfe sich die Gefangenen durch die Wände verständigen. Dadurch fühlte sie sich bald in die Gemeinschaft der Gefangenen aufgenommen. Bei ihrem ersten Verhör fordert man von ihr, ihren Freund, der seinen Namen gewechselt hat, zu verraten und bietet ihr dafür die Freiheit an, was sie natürlich nicht annimmt. Gerhard Uhde beschreibt die erschütternden Besuche von Mutter und Schwester. Die Gefangene organisiert Verteilung von mitgebrachten Weihnachtsgeschenken unter allen Gefangenen und erhielt Briefe und Klopfzeichen zum Dank. Dass sie unter den Gefangenen tröstend und beruhigend wirken konnte, gab ihr selbst Kraft. Dann kam die Gerichtsverhandlung, in der sie des Hochverrats angeklagt war. Ihre Verteidigung, dass sie keine Politikerin sei, dass in ihrem Herzen nur der Wunsch wach sei, mit allen Völkern in Frieden zu leben, hüft ihr nichts. Sie wird wegen Hochverrat verurteilt. Inzwischen sammelt ihre Schwester Gnadengesuche, muss sogar Bauern zurückhalten, die sie mit Gewalt aus dem Gefängnis befreien wollen. Erschütternd sind die letzten Gespräche mit dem Pastor Bodenstedt. In ihnen spricht sich die Gewissheit ihres Glaubens aus. Das Buch, das Jetzt wieder in Neuauflage erschien, leuchtet hinein in den Zwiespalt jener Wenigen, die es gab. Es ist auch für uns hier erschütternd, es zu lesen. Der Verleger Werner Jarratsch, Heidenheim, stammt auch aus Schlesien. ANNI LÖWENSTEIN-PRIEBATSCH * FRANZI ASCHER - NASH, New York ESSAYS AUS JÜNGSTER ZEIT Hcrausgegeben von: Literarische Union, Saarbrücken Die rührige Tochter des Wiener Operetten- Komponisten, Leo Ascher, ist höchst produktiv auf literarischem Gebiet. Nach ihrem Gedichtband, dessen englischer Teil sogar in Indien Zustimmung fand, erschien jetzt obiges Bändchen. Es ist vielleicht eine Art seelischen Rapportes. Könnte man es wohl in -und zwischen den Zeilen analysieren? Franzi Nashs Gedanken sind Fürsprecher einer Welt innerlicher Werte. Sie sind für Menschen unseres Bewusstseins geformt. Die Verfasserin sagt, was sie empfindet. Sie strebt Selbstfindung, Selbstbesinnung, an. Sie enthüllt dem Leben vieles aus ihrem Innenleben und schreibt es mit gutem Worten. JULIUS SACHS DAGMAR NICK: SIZILIEN Verlag Langen Müller, München—Wien Fotos von Kurt Braun Reiseführer sollen informieren, sollen Tips geben über das wie, was wann? Sollen empfehlen, wo es am besten und am bequemsten ist und wie man schnell hingelangt. Ein solcher Reiseführer ist der von Dagmar Nick (uns allen gut bekannt auch durch ihre früheren Veröffentlichungen über Israel und Rhodos) geschaffene bestimmt nicht. Sie zeigt hingegen Sizilien von interessanten Gesichtspunkten aus, sie gibt in wunderschönem, dichterischen Stil ein Stück Geschichte dieser märchenhaften Insel, sie beleuchtet die Landschaft, die reizvolle Schönheit der Bauwerke, sie spricht mit den Menschen, sie beobachtet ihre Sitten und Gebräuche, sie vermittelt eigenes Erleben, eigenes Schauen. Der grosse Reiz dieses geschichtlichen Landes hat auf sie einen unerhörten Eindruck gemacht, daneben informiert sie peinlich genau, wo und was es Wichtiges zu sehen gibt. In allen Kapiteln dieses wertvollen Buches spricht sie eine lyrische Sprache. Sie lässt die alten Griehen lebendig werden und die Stätten, wo sie wohnten. Lebte dort nicht Aischylos? Flog dort nicht Daidalos? Was tat Hannibal hier? Auch Odysseus hatte sich dort mit dem Polyphem herumzuschlagen. Und Goethe hätte sich vielleicht besser an Dagmar Nick halten sollen, als an seinen Mentor Riedesel, wenn sie ihr Buch schon damals verfasst hätte. Denn dieser Riedesel ging sogar an dem Dom von Monreale vorbei, wies den Johann Wolfgang nicht mit einem Wort darauf hin, obwohl allein die gothische Mosaikarbeit es wert gewesen wäre. Stellen Sie sich das vor! Aber in Palermo ist eine Gedenktafel für “Volfango” Goethe. Von Herakles und Homer ist weiter die Rede, von Herodot, von Persephone und anderen griechischen Damen. Syrakus, Palermo, Messina, Taormina werden belichtet, ein nuancenreiches Buch für reiselustige Entdecker und geschichtsinteressierte Leser. Besonders schön sind die vielen beigegebenen Fotos. Ein umfangreicher Anhang ist auch da mit wichtigen praktischen Reisehinweisen. Dagmar Nick war mehrmals dort, sie hat Sizilien studiert. Was sie alles weiss, das wissen die Götter! JULIUS SACHS * NACHTRAG GLÜCKWÜNSCHE UND SPENDEN RUTH SOMMER, Aschereth (Israel) Dr. HARRY PREISS und Frau MARGOT geb. Süssbach, San Mateo 932 Peninsula Ave. Cal. 94401 (USA). ERNST KOCHMANN, London, 73 Ellesmere Road, Gladstone 8378, NW 10. BELLA HOFFMANN geb. Lorch, Haifa Achusa, Smolenskinstr. 28 JEANETTE SHERER geb. Gordon, Ramat Gan, Haroestr. 260. Sonderspende zum Andenken an ihren Gatten Wilhelm Willi Scherer. ERNST MORDECHAI HAUSCHNER u. Frau, Ramat Jizchak, Rechow Jeruschalajim 82. SCHOSCHANAH (Ulla) PRILUTZKI geb. Falk, Tel-Aviv, Wormeiserstr. 8. TRUDE WEISSENBERG geb. Altmann und Dr. Ing. STEFAN EISNER, Sao Paulo, Brasilien, Av. Vieira de Carvalho 192. Herr Georg Pechwasser, Petach Tikwah, Haganastrasse 10 hat uns die beiden Bilder vom Hakoah und Bar- Kochba, Breslau, freundlicherweise zur Verfügung gestellt, wofür wir ihm auf diesem Wege bestens danken. BAR-KOCHBA 1926, BRESLAU von rechts nach links: Fuchs, Sicdner, Freund, Dr. Baumann, Gurski, Fuchs, Engel, Pechwasser, Pistreich, Heimann, H., S., Berlinski HAKOAH, 1930 — BRESLAU /'ZlX' Voon rechts nach links: Nothmann, Pechwasser, Pistreich, Heimann, H., Engel, Siedner, Stark, Heimann, P-, Goldstein, Bardasch, Mannschaftsleiter: Flatau, Schüftan, H. FRANZI ASCHER - NASH: GEDICHTE EINES LEBENS J. G. Bläschke Verlag — Darmstadt Die Autorin ist die Tochter des bekannten Wiener Operettenkomponisten Leo Ascher. So tführt sie die musische Tätigkeit des Vaters weiter, aber in ganz anderer, lyrischer Form — als Musik der Seele. Sie geht hier ihrer Begabung als Dichterin nach und vermittelt dem Leser in stimmungsvollen Worten ihre Gedankenwelt. Ihre lyrische Kunst verströmt sie in gut verständlichen Versen, sie bringt empfindsam Erlebtes zum Ausdruck. Sie singt vom Licht in der Dunkelheit, sie erinnert sich gefahrvoller Stunden, die Sehnsucht nach dem Verlorenen vibriert,, sie verleiht den Erlebnissen Seele und sie erzählt auch eindrucksvoll von der “Neuen Welt”. Die Eigenart ihrer Strophen spricht uns an. Fesselnd lässt sie die Spannungen des Daseins erkennen, aber auch der Lebensfreude und den lichten Augenblicken im Leben weiss sie wertvolle Verse zu schmieden. Im Geleitwort zu dem heisst es u.a.: ”... “Gedichte Eines Lebens”, das sowohl einen deutschen als auch einen englischen Teil enthält, ist das neueste Buch der Verfasserin, die in diesem Werk in 2-sprachiger, von einander unabhängiger Gestaltung, um die ideelle und ethische Ernte ihres Lebens bemüht ist. In einer Epoche des Zerfalls echter sittlicher Werte, deren die Menschheit heute mehr denn je bedarf, wirkt es überaus beruhigend, dass es noch Dichter gibt, die sich der ursprünglichsten Zielsetzung eines abendländischen Humanismus verschrieben haben”... “Es bleibt zu hoffen, und zu wünschen, dass diese “Gedichte Eines Lebens” die bereits internationale Lesergemeinde der Autorin noch entscheidend vergrössern. ” — Diesem Wunsch schliesst man sich an. JULIUS SACHS 25

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