Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1976
- Issue
- No. 40 (September 1976)
- Date
- 1976-09-01
- Page
- Seite 24 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Juden in Carlsruhe O/S In STÄDTEL, Kr. Namslau, — 7 km. von Carlsruhe entfernt, — bestand um 1820 herum bereits eine blühende jüd. Gemeinde. Um diese Zeit war der König von Würtemberg, der in Carlsruhe sein Besitztum hatte, in grossen Zores, denn die Plasten Herzoge aus Oppeln waren nahe daran, ihn im Kampfe zu vernichten. In seiner Not bat er die Juden aus STÄDTEL um Hilfe mit dem Versprechen, dass sich Juden, — im falle eines Sieges, — in Carlsruhe niederlassen können. Und Juden halfen ihm. Alle 44 kampffähigen Männer, nur mit Holzknüppeln bewaffnet, umzingelten das königliche Schloss und schlugen die Angreifer zurück. Der König Synagoge in Städtl 'Xi**’ hielt sein Wort, Juden siedelten sich in Carlsruhe an, er schenkte ihnen 100 Thaler und einen Bauplatz zum Bau einer Synagoge, die aber erst bedeutend später gebaut wurde. Ebenso wurde der Friedhof angelegt. Mein Grossvater, Wilhelm Schüftan aus Dammratsch-Hammer, wurde “Königlicher Hoflieferant Seiner Majestät des Königs von Würtemberg”. Er belieferte die königliche Küche mit Fleisch. Für viele Jahrzehnte, bis zur Hitlerzeit, blühte die Gemeinde. Alle waren stolz auf ihren Tempel und an Minj an fehlte es nie. Aus ihren Reihen entsprangen Kantoren, Rechtsanwälte, Aerzte und auch der bekannte Componist Translateur. Aus Kuriosität möchte ich erwähnen, dass der Nazi-Bürgermeister aus Carlsruhe, der in der Nähe des Tempels einen Kohlenhandel betrieb, Anfang 1938 die Synagoge “kaufte”, um sie als Lagerraum zu benutzen. Als die Nazis in der “Kristalnacht” die Synagoge anzünddeten, löschte der Bürgermeister mit seinen Arbeitern das Feuer. Er wurde sofort seines Amtes enthoben. Die Nazis legten ein zweites Mal Feuer an, und der Tempel, aus Holz gebaut, brannte vollkommen nieder. Zur selben Zeit wurde, wie fast überall, der Friedhof zerstört. Bis ca. 1930 lebten in Carlsruhe und Umgebung, bezw. nahmen dort am Gottesdienst teil, folgende jüdische Familien: Aus Kuriosität möchte ich erwähnen, dass der Schauchet, ADOLF HEIMANN, Hilfsvorbeter und Schamis, BERNHARD TOCKUS, lange Jahre Vorsitzender der Gemeinde, ERICH BIELSCHOWSKI, letzter Vorsitzender, THEODOR ECKSTEIN, SALO GOTTHEINER, SIGMUND SCHÜFTAN, MAX SCHÜFTAN, BERTHA SCHÜFTAN, MORITZ KEMPLER, WILHELM KRÄMER, PERLMANN. In der Umgebung: ISMAR EBSTEIN, Alt Budkowitz, JOSEF DECKRO, Dombowka, ISRAEL SCHÜFTAN, Schalkowitz, BERNHARD SCHÜF¬ TAN, Schalkowitz, SIEGFRIED SCHÜFTAN, Poppelau, ISIDOR SCHÜFTAN Carlsrmarkt ADOLF SCHÜFTAN, Dammratsch, MAX SCHÜF¬ TAN, Schalkowitz, SIEGFRIED SCHÜFTAN, WITZ, JOSEF SCHÜFTAN, Dammratsch-Hammer, (mein Vater). LEOPOLD BOBROWSKI. Nur ca. 20% Angehörige genannter Familien konnten sich retten. MARTIN SCHÜFTAN 376 Windsor Q, C.V. West Palm Beach, Fla. 33409 Zeew Waller Schelitzer, Tel-Aviv ZUM 70ten GEBURTSTAG Vor einigen Monaten konnte der oben Genannte in körperlicher und geistiger Frische seinen 70ten Geburtstag feiern und ist von vielen Seiten, Logen, Institutionen, wissenschaftlichen Verbänden im In- und Ausland geehrt worden. Wir, wollen nicht fehlen — wenn auch verspätet — so doch nicht minder herzlich, ihm zu diesem Ehrentag zu gratulieren. Das Leben unseres lieben Walter Schelitzer ist G.s.D. in jeder Hinsicht so vielseitig, dass es einer Broschüre bedürfte, alles zu nennen, was er leistet. Walter Schelitzer, geboren 3.4.1906 in Posen, als Sohn des San. Rats Dr. W. Czellitzer und seiner Ehefrau Julie geb. Peiser, hat schon in jungen Jahren jüdisches Leben im wahrsten Sinne des Wortes als Führer der Jugend gelebt. In den verschiedensten Sparten der Lebensmittelbranche war er auch in Breslau an der Produktenbörse bereits mit 20 Jahren als Prokurist ein angesehener Kaufmann. Seine Gattin Trude geb. Boehm, stammt aus Waldenburg i/Schlesien und ist ihm in allen Zweigen des kaufmännischen und des sozialen Arbeitsfeldes beste Kameradin und gute Vertraute. Seine Tochter Steffi/Ofra, ist die Gattin von Prof. Dr. Jizchak Jacoby, der an der Hebräischen Universität, Jerusalem, lehrt. 3 Enkelkinder verschönen das Haus der Eltern und Grosseltern. Einige kurze Daten seiner Tätigkeit: Mitglied von Ichud Schiwat Zion seit einer Einwanderung. Mitglied der kleinen Geheim-Kommission für illegale Einwanderung, zusammen mit Max Brod und Dr. Felix, s.A. Seit 1936 Mitglied der Paläst. Orchesters, Ende 1955 Gründer und 1. Vorsitzender von “Maldan”, Assoc. of Real Estate in Israel, 1932 Eintritt in die Humanitas-Loge, Gleiwitz, 1934 Mitglied der Markus Horowitz-Loge, Frankfurt a/Main, 1936 Eintritt in die Bialik-Loge, Tel-Aviv, 1943 Präsident der Bialik-Loge, 1949 Vize Gross-Präsident des Israeldistrikts, 1959, Gross-Präsident der Logen in Israel, 1974 internat. Vize Präsidend der Welt Bnei Brith, Sitz in Washington, 1954 Mitbegründer des Elternheims in Haifa-Achusa, 1960 Mitbegründer d. Bnei Brith, in Tel Aviv, Jerusalem und Jugendzentrum in Jaffa. Bei der Gross-Loge in Israel wird ein Fond auf den Namen Keren Schelitzer bestimmt für zinslose Darlehen für konstruktive berufliche Zwecke. Wir wünschen dem Jubilar, dessen Auftreten durch besondere Bescheidenheit sehr wirkungsvoll ist, viele, viele Jahre in Gesundheit und freuen uns, dass er als Leser unseres Blattes sich mit unserer Arbeit identifiziert. Ihm, und all seinen Lieben, von Herzen Freude an seiner grossen Arbeit. VERBAND EHEMALIGER BRESLAUER IN ISRAEL VERBAND EHEMALIGER OBERSCHLESIER IN ISRAEL e.V. Liebe Freunde! Wieder ist der Kalender um ein vieles vorgerückt und ein Neues Jahr, von welchem wir hoffen, dass es nur Frieden bringen möge, steht vor der Tür. Leider viel Negatives, aber auch einiges Positive hat sich in der letzten Zeit in der Jüd. Welt ereignet. Wenn ich vom Positivem spreche, so meine ich vor allem die sogenannte “Jonathan (Entebbe) Aktion” unseres Militär’s und da kann man nur sagen: "Kol hakawod le Zahal!”. Alle Ehre unseren tapferen Soldaten. Mitglieder unseres Verbandes beteiligten sich zu Lag B’omer, an der von der “Centra” alljährlich veranstalteten Gedenkfeier im “Jaar Ha’kedoschim” bei Jerusalem. Die Gedenkrede hielt Rav Egon Löwenstein, fr. Chile. Anschliessend fand das Landestreffen der “Centra” im Gästehaus “Shoresch” statt. (Siehe, weiteren Bericht). Am 16. Juni veranstalteten wir zusammen mit dem “Irgun ehmlg. Breslauer” einen Vortragsabend mit der bekannten Journalistin Alice Schwarz über, das Thema: “Israel und die arabische Frage”. Fr. Schwarz verstand es in ausgezeichneter Form das Verhalten der arabischen Welt Israel gegenüber, den 110 Anwesenden näher zu bringen. Am 26.7 fand eine Vorstandssitzung statt, in welcher u.a. beschlossen wurde, in der Ende November stattfindenden Generalversammlung, die Fusion unseres Verbandes, mit dem “Irgun Jozei Breslau” vorzuschlagen. Sollte die Generalversammlung diesem Vorschlag zustimmen, so wird der an der G.-V. neugewählte Vorstand, sofort die techn. Verhandlungen mit den ehmlg. Breslauern aufnehmen, wobei vermerkt werden kann, dass auch von Seiten dieser eine Fusion unserer beiden Verbände ins Auge gefasst wird. Aus techn. Gründen, kann der für diese Ausgabe vorgesehene Reisebericht von Heinz Badt, Basel früher Beuthen O/S über seinen Besuch dortselbst nicht erscheinen. (Wird nachgeholt). Unsere nächste grössere Veranstaltung, (ausser d. Generalversammlung) findet zusammen mit den Breslauern zu “Chanukka” statt. Wir begrtissen anlässlich seiner Einwanderung Herrn Walter Schüftan, früher Beuthen O/S. und Breslau, später Chile, jetzt in Nathania wohnend und wünschen ihm und seiner Farn, alles Gute in der neuen Heimat. Allen unseren Mitgliedern, Freunden und Gönnern im In- und Ausland ein gesundes, friedliches und Glückliches “Neues Jahr”. DER VORSTAND : i. A. Heinz Kornfeld BERICHTIGUNG In der Broschüre “Als Jude in Breslan 1941” von Dr. Willy Cohn, findet sich auf der Seite 88 unter T eine Notiz, die wir berichtigen wollen: Der genaue Name heisst: ARJE LEIB TYKOSCHINS- KI, Kultusbeamter an der jüd. Gemeinde, Chasan und Schochet. Wir bitten unsere Leser davon Kenntnis zu nehmen. 24