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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1976-09-01 · No. 40 (September 1976) · p. Seite 17

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1976
Issue
No. 40 (September 1976)
Date
1976-09-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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Hans (Schlomo) Cohn, Breslau — Ramat-Chcn, Israel Der Nachbar unseres Verbandes, der Jederzeit uns zur Verfügung steht, soll hier in diesem Artikel geehrt werden, weil er in grosser Bescheidenheit vieles leistet. Hans Cohn ist am 27.12.1920 in Breslau, als Sohn des Kaufmanns Walter und Cilly Cohn, geb. Friedländer, geboren. Von 1921 — 32 hatten die Eltern in Grottkau das Hansa-Kaufhaus am Ring. Seine Eltern verzogen wegen politischer Umstände mit ihm und seinem Bruder Ernst Joachim, nach Schwirtz, Kreis Namslau, wo sie ein Gemischtwaren-Geschäft von A. Schüftan, übernahmen. Sie waren die einzigen Juden im Dorfe. In dieser ländlichen Umgebung, zwischen Kornfeldern, Wiesen und Bächen, erwachte in dem Jungen eine tiefe Beziehung zu der Natur. Er 4 Tage und Nächte bis in das Lager Blechhammer, wo Cohn sich 1 Woche lang versteckt hielt, ausgehungert, verfroren und von Krankheiten heimgesucht. In hoffnungslosem Zustand stand ihm sein bester Freund, Leo Blumensohn, aufopfernd, bei. Später, nach vielem Leiden, wurde H. C. in russischen Spitälern wieder gesund gepflegt. 1945, in 6 Wochen von Polen, durch völlig zerstörtes Gebiet quer durch Deutschland, durch Militärzonen, nach Holland zurück. Der Weg führte ihn auch quer durch Breslau. Vom Odertor-Bahnhof sah man Breslau als einen Schutthaufen. Sein Suchen nach Eltern und Angehörigen, war erfolglos. Kontaktaufnahme in Holland, nach Rückkehr in Amsterdam, mit einem holländischem Maler, unter seiner Leitung Portrait und Modellzeichnung. Winter 1946 illegale Alijah über Belgien, Frankreich, nach Wfl durchstreifte mit seinem Fahrrad die grosse Umgebung und kam 1936 nach Breslau, um die Gärtnerei zu erlernen und sich für die Auswanderung vorzubereiten. 1936 hatte er seine erste fachmännische Anleitung im Zeichnen durch den bekannten Architekten, Tischler, und manchte sich mit der zionistischen Idee bekannt. In Bomsdorf, einem Hachschara-Zentrum, in Sachsen, sah man schon seine grosse Liebe zum Zeichnen. Am 8. November 1938 wurden die Mitglieder der Hachschara von der SS nach Sachsenhausen (Oranienburg) überführt. Entlassen, unter der Bedingung, innerhalb 6 Wochen auszuwandern. Auch sein Vater war in Buchenwald. März 1939 Ausreise nach Holland, Fortsetzung der landwirtschaftlichen Ausbildung in Nord-Friesland, schwere körperliche Arbeit bis 14 Stunden täglich. Trotz starker körperlicher Arbeit malte er die friesische Landschaft, Felder und Sträucher und fuhr mit seinem Fahrrad nach dem 120 Kilometer entfernten Amsterdam. November 1941, wiederum in Haft, mit schweren nächtlichen Verhören, im Gefängnis. 17.12.1941 nach mehrmaliger Intervenierung des Ober-Rabb. von Leuwarden, Dr. Lewinsohn, Überführung nach dem bekannten Lager Westerborg. 1944 auf Transport nach Theresienstadt, von dort nach Auschwitz und Arbeitslager Gleiwitz. 18. Januar Gewaltmarsch dem damaligem Palästina, mit einem kleinen Zweimaster, mit 850 Auswanderern, zusammengepfercht. Nach 2 wöchentlicher Seefahrt, durch stürmisches Meer, durch Engländer aufgebracht, und unter Gewaltanwendung nach Zypern deportiert. 15.12.46 mit seiner jetzigen Frau nach Palästina legal mit Certificat eingereist. 1. Wohnsitz in Emek Chefer, am Tage schwere körperliche Arbeit, nachts zeichnen. 1947/50 Arbeit in einer Baumwollspinnerei, Militärdienst, 1951/55 graphische Ausbildung unter Rico Blass, 1960/62 1. Beteiligung an Bilder-Ausstellung für Amateure im Beth Zione Amerika, Tel-Aviv, 1972 1. grosse Einzel-Ausstellung im Jad la Banim, Ramat-Gan, 1975 Einzel- Ausstellung von 60 Bildern und 40 Graphiken, Holzschnitt, Radierung und Seidendruck. Seine Gattin, eine Holländerin aus gut-jüdischem Hause, hat einen grossen verantwortungsvollen Posten in der Stadtverwaltung Ramat Gan, inne, und seine Kinder, die ihren Militärdienst mit gutem Erfolg absolvieren, passen in den Rahmen des ausgezeichneten Milieus sehr gut. Wir verdanken Hans Cohn die wundervolle, künstlerische Eintragung ins “Goldene Buch” unseres Verbandes. Wir wünschen ihm und seiner Familie weiter Erfolg in der umfangreichen Arbeit. Dr. JOSEPH WALK, Jerusalem, P.O.B. 3477 hat sein Buch “Die Erziehung des jüd. Kindes in Nazi-Deutschland, Gesetz und Ausführung” in iwrith für unsere Mitglieder zum Preise von 30.— IL, im Ausland ist der Preis 8.— $ zur Abgabe bereit. Das Buch ist mit äusserster Präzision in der Presse ausserordentlich gut beschrieben. Die Broschüre von Dr. Willy Cohn: “Als Jude in Breslau 1941” kostet 18.— IL, bezw. $ 5.— im Ausland. Zu beziehen durch: Buchhandlung Joseph Freyhan, Tel-Aviv„ Ben Jehuda 60, Michael Wahrhaftig, Haifa, Herzlstrasse 51, oder Dr. J. Walk, Jerusalem, P.O.B. 3477. C E N T R A fDachverband mitteleuropäischer Landsmannschaften) Nach dem. gelungenen Landestreffen in Schoresch am Lag beomer (18. Mai. 1976), (siehe gesonderter Bericht in dieser Zeitung), fand am 31. Mai 1976 im Elternheim der Leipziger in Rechowoth ein feierliches Mittagessen zu Ehren von Pastor Paul Achenbach und seiner Gattin, statt, an dem etwa 40 Personen teilnahmen. Unter den Tischreden fanden die warmherzigen Worte von Frau Achenbach eine besondere Ressonanz, da sie ihre Beziehungen zum Judentum von frühester Kindheit an, in positivem Sinne schilderte. Ernst Freudenthal sprach im Namen der CENTRA. Pastor Achenbach und Gattin haben für dieses Elternheim, aber auch für viele andere Institutionen im Lande, grosse Summen gesammelt und sind immer noch mitten in der Arbeit, um finanzielle Hilfe zu bringen. Am 16. Juni fand im "Ambassador” seitens des Verbandes ehemaliger Breslauer und Schlesier zusammen mit dem Verband ehemaliger Oberschlesier ein sehr gelungener Vortrag der Redakteurin, Frau Alice Schwarz, von den Chadaschoth Israel, statt. Thema: Israel und die arab. Frage. Einleitende Worte Heinz Kornfeld, Schlusswort, Erich Lewin. Der Abend war, trotz der Sommerhitze, gut besucht und ist als sehr gelungen zu bezeichnen. Herr Ernst Freudenthal, Vorsitzender der ehemaliger Kasselaner, ist für seine Hilfsbereitschaft und dem ständigen Bemühen für den Verband ehemaliger Breslauer, zum Ehren-Mitglied ernannt worden. Ausserdem gratulieren wir unserem Vorstandsmitglied Ernst Freudenthal zur Verleihung des Bundes-Verdienstkreuzes durch den Botschafter der Deutschen Bundes-Republik, Dr. Per Fischer. Freudenthal hat die Beziehungen Kassel-Israel in ausserordentlich grosser Weise begonnen, vertieft und vergrössert. Durch seine Bemühungen kommen dauernd Gruppen aus Kassel nach Israel. Ein Ulpan für Iwrit an dem 42 Kasselaner (Nichtjuden) ständig teilnehmen, wird von einem Israel. Studenten erfolgreich geleitet. Die ersten hebräischen Briefe der Kursteilnehmer liegen uns schon vor. Unsere Delegierten nehmen, wie bisher, an den ständigen Arbeits-Sitzungen der CENTRA, teil. Für die Wintersaison ist ein reichhaltiges Programm vorgesehen. WIR GRATULIEREN: Herrn ERNST MORDECHAI HAUSCHNER und Frau RUTH geb. Mokrauer, Ramat Jitzchak, (Ramat Gan) Jeruschalajimstr. 82 zur Geburt des Enkelsohns. Herr Hauschner ist tätiges Mitglied unserer Redaktion und sorgt mit Hingabe und Fleiss für eine korrekte Schreibweise. * Herrn Dr. theol. ERNST HORNIG, 6368 Bad Vilbel-Heilsberg, Brandenburgerstr. 4, zum Geburtstage. * Familie WIENER, Tel-Aviv, Mapustr. 17, zur Hochzeit der Tochter. * LEOPOLD SALOMON und Frau geb. Bach, sowie Frau EDITH JACOBSBERG, Bat Jam, Azmauth Ave. 67, zur Hochzeit des Sohnes und Enkels. * Frau LOTTE HIRSCHBERG, geb. Krieg, Ramat Menasche, zur Geburt der Ur-Enkelin. * Frau FRIEDA GRÜNPETER geb. Karliner, Haifa —■ Achusa, Freudstrasse 4, zur Geburt des Ur-Enkels. 17

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