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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1976-09-01 · No. 40 (September 1976) · p. Seite 7

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1976
Issue
No. 40 (September 1976)
Date
1976-09-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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GEDICHTE VON FRAU ERNI GOLDSCHMIDT (Fortsetzung von Seite 6) Einmal konntest Du in den Strassen von Tel-Aviv spazierengehn Jeder sagte Dir “guten Tag” und blieb stehn wie war das schoen auch angenehm man hatte das Gefühl daheim zu sein kanntest jedes Haus jeden Stein Jetzt geht schon eine andere Generation wir glauben mit uns war alles besser die Lehrer, der Doktor, der Professor und sagt mal wer findet das heutzutage schoen wenn Jungens wie Mädchen und Mädchen wie Jungens aussehn da stoppen Autos — die einen rasen andere tuten — andere blasen die meisten nehmens nicht genau vor allem machen sie viel Radtfu Menschenleben sind nichts wert seit die Autos sind begehrt nur gewöhnlich wenn man muss fährt man noch mit Omnibus Hündchen laufen in allen Ecken helfen Strassen zu verdrecken es ist ein Rythmus ohnegleichen als Temperament ein gutes Zeichen wenn voll die Strassen einer Stadt für Jung und Alt Bewegung hat! Jaffa — ein Dorf — eine Stadt nein, die angrenzende Altstadt der Grossstadt Tumult, lebendig noch die Atmosphäre der arabischen Menschen kleinlich unweltlich örtlicher Orient eingeschlossen jüdische Bewohner die Nächte für Halbwelt für Fremde attraktiv und abstossend man spürt die Wechsel der Jahrhunderte der hier abgelaufenen Geschichte drei Religionen nebeneinander aber Gott vereint sie alle die Stille der Nacht zwingt zur Ruhe dieses lebende Asyl. * Jerusalem — wir sehen Dich im goldenen Schein der Abendsonne damit wir unsere Herzen erwärmen unsere Seelen verzaubert verstummen die Zinnen des Davidsturms geben uns neue Kraft in Demut sollten wir Dir ergeben sein die Menschheit wäre vom Laster rein wir klagen an Deiner Mauer wie in den alten Tagen der Geschichte hoffen, dass Du in Deiner Ewigkeit uns verzeihst Dein biblisches Judentum auch in seiner heutigen Gestalt in Deine Sphaeren aufnimmst unser Antlitz zu Dir gewandt ist Gebet — und Bitte. Kurze Notizen zum Israel-Deutschen Lehrerseminar in BRD. Im August 1975 fand in Königstein bei Frankfurt a/Main ein gemeinschaftliches Seminar statt, an dem die Vertreter der (Westdeutschen) Gewerkschaft “Erziehung und Wissenschaft im DGB” und der israelischen Lehrer-Vereinigung teilnahmen. Als Mitglied der Israel. Repräsentanz hatte ich Gelegenheit, mit vielen markanten Persönlichkeiten Fühlung zu nehmen, die im öffentlichen Leben eine Rolle spielen: Schulräten, Direktoren, Bürgermeistern, Ministern (Rheinland-Pfalz, Hessen) Funktionären der Lehrer-Gewerkschaft und Hochschul-Dozenten. Im Rahmen dieser kurzen Besprechung erwähne ich nur ein paar Einzelheiten, die für den Leser unserer Zeitung vielleicht von Interesse sein werden. Die Tendenz der israel. Gäste war es vor allem, sich mit den deutschen Berufskollegen über verschiedene Aspekte der traurigen Ereignisse und der historisch einmaligen Katastrophe des deutschen^und europäischen Judentums in den Jahren 1933—1945 zu unterhalten, über die Möglichkeiten von Veränderungen in' Lehrplan und Schulprogrammen, und die in Zukunft erwünschte Einstellung des Lehrers in westdeutschen Schulen. Es wurden Vorträge über die sog. “Endlösung” gehalten, die Konsequenzen, die der deutschen Erzieher und Pädagoge aus den nie wieder gut zu machenden Untaten seines Volkes zu ziehen habe, vor allem in Betracht des Unterrichts und der Jugenderziehung, ferner über Probleme der Innen -und Aussenpolitik Israels u. der BDR, aktuelle Wirtschaftsfragen, u.v.a. Ein ganzer Tag war der Geschichte der Juden in Frankfurt gewidmet, ein weiterer dem Thema: Unterricht und Erziehung für sozial Benachteiligte in Israel und der Bundes-Republik (evtl. Paralellen). In dem 1 Woche dauernden Seminar wurden noch manche weiteren Probleme (polit. soziol. oder pädagog. Charakters) ln offener Aussprache durchgearbeitet, in deren Verlauf die Israelis bemüht waren, den deutschen Kollegen aus erster Quelle klare Information über die gegenwärtige Situation in Israel zu übermitteln. In Anbetracht des bedeutend stärker gewordenen Propaganda Apparates des arab. Feindes und der unglaublichen Mittel, deren sich heute dessen verzweigte Organisationen in den meisten Staaten bedienen, waren diese Aussprachen, die z.T. auch auf persönlicher Basis geführt wurden, von grosser Bedeutung. Bel einer längeren Studienreise durch fast ganz Süddeutschland, die sich dem Seminar anschloss, konnten wir vieles Interessantes über die Fortschritte und innenpolitischen Verhältnisse in der BRD erfahren, sowohl durch Besichtigung von Schulen und anderen Institutionen (z.B. Daimler- Benzwerke, Hauptschule in Mannheim) als auch Aussprachen mit Persönlichkeiten in Stadträten, Ministerien, Betriebsräten, Offizieren der Schule der deutschen Bundeswehr u.a. Ein gewisser Teil der deutschen Intelligenz ist durchaus an einer Art geistiger oder ideeler "Wiedergutmachung” des Kollektivverbrechens Deutschlands am jüdischen Volke interessiert. Dies ist auch eines der Motive für die deutsche Initiative an dem alljährlichen Stattfinden des gemeinsamen Seminares (ln Israel oder BRD). Doch ist nicht zu verkennen, dass ein Teil der (gebildeten) Oberschicht der Bundesrepublik in den Nachkriegsjahren eine weitgehende Veränderung in Mentalität, Anschauung und Einstellung zur europäischen und Weltpolitik durchmacht, deren letzte Entwicklungsphasen noch nicht abzusehen sind. U.a. macht sich in der Intelligenz eine gefährliche Wendung zum Kommunismus bemerkbar, vielleicht auch — als unterbewusste Gegenreaktion zur Hitlerzeit. In den Bildungsprogrammen und im praktischen Unterricht spielen wirtschaftliche Faktoren und industrielle Gegebenheit eine unverhältnismässig grosse Rolle, und der traditionelle Geist der deutschen Klasse tritt mehr und mehr in den Hintergrund in allen humanistischen Fächern. Eine grosse Rolle in der geistigen “Umgestaltung” des deutschen Volkes und dem langsamen Verschwinden der klassischen deutschen Kultur, spielt natürlich die Überschwemmung Deutschlands mit Gastarbeitern aus den meisten südeuropäischen Ländern, wie Türkei, Jugoslawien, Griechenland, Spanien, Italien, deren Kinder ln den Schulen einen Platz finden müssen. Dieser soziologisch nicht bemerkenswerte Prozess hat das Problem des Unterrichts der sozial oder kulturell benachteiligten Kindern und deren Integration in der Schulgemeinschaft — mehr und mehr in den Focus der pädagogischen Problematik in Westdeutschland gerückt, u. die Erziehungsbehörden gezwungen, dieses in Schul-BIldungspolltik, sowie Neugestaltung von Lehrplänen weitgehend zu berücksichtigen. Selbstverständlich besuchten wir zusammen mit den Kollegen der deutschen Gewerkschaft das ehemalige Konzentrationslager und die Gedenkstätte in Dachau (Ausstellung und Dokumentarfilm), wo ich einen kurzen G”ttesdlenst abhielt Die Erschütterung war gewaltig..., es schien uns, dass die jungen nicht jüdischen Kollegen der neuen deutschen Generation stark beeindruckt waren von diesem Erlebnis und ihr Schamgefühl uns gegenüber nur schwer verbergen konnten. Der Besuch in Dachau war übrigens eines der zentralen Ereignisse in dem vorgesehenen Programm der Besuchs- und Studienreise in der BRD. BEGEGNUNGEN MIT SCHLESIEN Während unseres Aufenthaltes im Königsteiner deutsch-israelischen Seminar fand dort eine literarische Ausstellung von Büchern, Broschüren, Zeitschriften, Photos etc. über Schlesien und vor allem — Breslau statt. Bei dieser Gelegenheit konnte ich feststellen, dass In der Bundes-Republik bis heute sehr viel über Breslau geschrieben und herausgegeben wird, auf allen möglichen Gebieten -angefangen von originellen Kochrezepten und “Backwundern” der Breslauer, oder schlesischen Küche bis historischen und literarischen Forschungsarbeiten über die Entwicklung der Breslauer Wirtschaft, oder schles. Schriftstellern des späten Mittelalters u.v.a. Von Begegnungen mit ehemaligen Schlesiern seien an dieser Stelle nur zwei Beispiele erwähnt: Eine der Mitglieder der deutschen Abordnung war die Schulrätin Anneliese Tille aus Habelschwerdt (Grafschaf Glatz gebürtig) mit d. ich mich über manche pädagogische Probleme von gemeinsamen Interesse unterhalten und bei dieser Gelegenheit viele alte Reminiszenzen vom schönen Glatzer Bergland und dessen Kurorte ausgraben konnte. Von ihr erhielt ich eine Broschüre über Schlesiens Persönlichkeiten der letzten Jahrhunderte in humoristischem Stil und Form. Bei einem Empfang im Mannheimer Rathaus stellte sich mir der Bürgermeister Dezernent für Erziehung und Kultur, Manfred David, als ehemaliger Breslauer vor, der mich an meiner Aussprache bald als ehemaligen Landsmann erkannte. Er war sehr interessiert, neue Information über Israel zu erhalten. Ich gab seine Adresse unserem Sekretär, Erich Lewin, weiter, der ihm sofort unsere Zeitung übersandte. * Die nächste Tagung des Deutsch-israel. Lehrer- Kongersses findet im Oktober in Israel statt. Diesmal bereiten wir den deutschen Gästen ein reichhaltiges Programm vor, das u.a. ein gemeinsames Seminar zur Klärung von histor., polit., pädagog., wlrschaftlichen und kulturellen Fragen, nebst einer längeren Studienreise in Israel enthalten wird. DAVID PRI-CHEN (Theodor Freyhan, Kfar Maimon) T

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