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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2009-01-01 · No. 84 (2009) · p. Seite 23

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2009
Issue
No. 84 (2009)
Date
2009-01-01
Page
Seite 23 (sequence 23)
Language
German
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23 Zum Andenken an Prof. Dr. Karol Jonca Chair, Department of Political and Legal Thought, Faculty of Law, University of Wroclaw Der vor einiger Zeit heimgegangene Prof. Dr. Karol Jonca war ein edler, warmherziger Mensch, ein Gelehrter, der sich mit einer großen Reihe von Themen befasste. Der im Jahre 1930 Geborene promovierte im Jahre 1958 als Dr. jur. und amtierte ab 1971 als Professor der Rechtswissenschaften. Unsere Bekanntschaft begann in Folge eines Artikels aus seiner Feder, der sich mit der Vertreibung der Juden aus Breslau in den Jahren 1941-1944 befasste und bei ’Yad WaShem' veröffentlicht wurde. Als ich im Sommer 2001 beabsichtigte, nach Wroclaw zu fahren, um im Staatsarchiv in Wroclaw Dokumente über die jüdische Gemeinde Breslau für meine Forschung zu suchen, wandte ich mich an Prof. Jonca. Seine prompte positive Antwort und seine Bereitschaft, mir zu helfen, waren unbegrenzt. All das kam bei meinem Besuch in Breslau-Wroclaw zum Ausdruck. Er begleitete mich bei meinem Rundgang von Dr. Tamar Gazit in der Stadt und zeigte mir insbesonders die Orte, die mit der ehemaligen jüdischen Gemeinde vor ihrem Untergang verbunden waren: Das Gemeindehaus Wallstraße, die Storch-Synagoge und das Rabbinerseminar. Wir sahen das Johannesgymnasium, an dem mein Großvater, Dr. Willi Cohn, lehrte. Wir sahen den Platz, auf dem die 'Neue Synagoge' stand, die beim Novemberpogrom 1938 zerstört wurde. Wir sahen auch den Platz, wo einstmals das Haus der "Gesellschaft der Freunde" war und die ehemalige jüdische Schule am Rhedigerplatz. Prof. Jonca führte mich auch zu dem Platz, auf dem das Haus stand, in dem mein Großvater, Dr. Willi Cohn, geboren wurde - Ohlau-Ufer 15 - und zur Opitzstraße 28, wo mein Großvater seit 1934 lebte. Und wir beide sahen mit großem Schmerz den Bahnhof, von dem im November 1941 die Juden aus Breslau vertrieben wurden, imter ihnen auch mein Großvater mit seiner Familie. 30 Jahre redigierte Prof. Jonca eine Zeitschrift, die von der Wroclawer Universität veröffentlicht wurde. In fast jedem Heft erschien ein Artikel von ihm, der mit dem Judentum aus Schlesien oder aus Breslau verbunden war. Seine Verbundenheit mit der ehemaligen jüdischen Gemeinde Breslau/Wroclaw kam auch bei seinem Besuch bei 'Yad WaShem' in Jerusalem zum Ausdruck. "Die Kristallnacht" und "Der Fall des Herschel Grynspans" sind den Judenverfolgungen in Deutschland im November 1938 gewidmet. Es war für Prof. Jonca von großer Wichtigkeit, die Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinde von Breslau/Wroclaw zu erforschen und die Geschichte der aus ihr stammenden Persönlichkeiten. Ehre seinem Andenken! Feld 24: Sie sind nicht mehr namenlos (Fortsetzung von Seite 7) Mit diesem Namen wird die Verbindung zwischen Karlas Bericht, den amtlich berichteten Beisetzungen (Archiv) und dem eigentlichen Feld 24 in Cosel in sicherer Weise bestätigt. Dr. Loose hat aus der Akte eine Liste aller 133 Beigesetzen hergestellt (vielleicht wurden sie teilweise auch in anderen Feldern beigesetzt). Sie enthält zum größten Teil jüdische Zwangsarbeiter aus den von Karla erwähnten Lagern, ferner fünf Personen, die während eines Transportes verschieden sind (drei mit sefardischen Namen und eine unbekannte Frau, fol. 59) und noch 21 Personen mit Breslauer Adressen. Diese Breslauer Namen geben wir schon hier wieder, weil sie evtl, für unsere Leser von größerer Bedeutung sind. Alle Namen werden wir bei der Wroclawer Gemeinde offiziell deponieren, als Anhang zu den alten Beerdigungsregistern. Karla erinnert sich, dass Erwin Ludnowsky (geb. am 3. Januar 1889 in Breslau) noch Anfang 1945 deportiert wurde. Auch das Gedenkbuch des Bundesarchivs Berlin vermerkt seine Deportation an einen unbekannten Ort (ich danke I.L. für diese Auskunft). Diese Forschung und ihre Resultate sollen als Andenken gelten an seine und seiner Kollegen Wohltat (Chessed schel Emet) in jenen düsteren Jahren. Wir sprechen tiefsten Dank und Anerkennung aus an: Karla Grabowski-Wolff, Naharija, Augenzeugin aus jener schrecklichen Zeit; Erika Buhr und Mitarbeiter von Aktion Sühnezeichen, Dresden, die das Feld 24 wieder sichtbar gemacht haben; Dr. Ingo Loose, der die Archivakte gefunden und bearbeitet hat. Benjamin Sklarz Professor Mordechai Rotenberg - Israel-Preisträger im Jahr 2009 Zu den verschiedenen Israel-Preisträgern, die aus Breslau kamen, gesellt sich dieses Jahr Prof. Mordechai Rotenberg. Er erhielt diesen Preis für seine wissenschaftliche Tätigkeit - den Preis für Soziologie. Prof. Rotenberg wurde im Jahr 1932 in Breslau geboren. Sein Vater, der aus Polen stammte, war staatenlos. Als die Nazis im Jahre 1933 an die Regierung kamen und die Juden den Verfolgungen ausgesetzt waren, wurde sein Vater verhaftet und die Kinder waren bei verschiedenen Familien versteckt. Als der Vater aus der Haft entlassen wurde, gelang es der Familie, ein Zertifikat nach Erez-Israel zu erhalten und im letzten Moment noch Deutschland zu verlassen. In den Jahren 1954-56 studierte er Sozialarbeit an der Jerusalemer Universität und ab 1972 fungierte er an derselben als Dozent . 1997 erhielt er den Preis von Jeruschalajim. Prof. Rotenberg und seine Frau Na'omi sind Eltern von vier Kindern, Grosseltern von 26 Enkeln und 5 Urenkeln. Unsere besten Wünsche gelten Prof. Rotenberg! D.R. Petach Tikwa, Israel, August, 2009

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