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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2009-01-01 · No. 84 (2009) · p. Seite 24

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2009
Issue
No. 84 (2009)
Date
2009-01-01
Page
Seite 24 (sequence 24)
Language
German
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24 Feld 24 auf dem jüdischen Friedhof in Cosel (Fortsetzung von Seite 6) Aber wir alle waren froh und dankbar, dass wir etwas tun konnten, um den Gefangenen zu helfen. Aber es gab auch bald eine andere Verbindung - eine traurige Verbindung. Sie brachten ihre Toten zu uns. Wir waren ja auch Friedhof. Am Morgen kam ein Telephonanruf aus Hundsfeld, Neukirch, Gross - Masselwitz oder Klettendorf - heute hätten wir so und soviele Tote zu erwarten. Wer kann das kranke Gehirn der Deutschen verstehen? Wer kann begreifen - weil alles seine Ordnung haben muss - dass sie uns zu den Zeugen ihrer Verbrechen machen? Warum haben sie die Opfer nicht verscharrt oder verbrannt? Sie waren nicht vergast oder ermordet, sie waren nur an Hunger oder Krankheit gestorben, oder an zu "intensiver" Behandlung - wir sahen die Zeichen. Also bekamen sie von rechtswegen auch eine richtige Beerdigung? Unfassbar! Aber für uns war es eine Möglichkeit mit den Gefangenen, die ihre toten Kameraden brachten, Kontakt aufzunehmen. Die Soldaten erlaubten uns sie in der Küche zu bewirten, sie selber tranken auch gern einen heissen Tee in den kalten Wintertagen. Und so konnten wir mit den Männern sprechen, sie erzählten woher sie waren und über die Verhältnisse in den Lagern. Es waren Arbeitslager - keine Gaskammern. Die Meisten kamen aus Polen und anderen Ostländem, aber es gab auch Juden aus Griechenland, erzählten sie. Brot und Medikamente waren die dringendsten Dinge um die sie baten und wir gaben ihnen was wir konnten. Bernhard Bätter, er war in der Stadt Auschwitz geboren, er war im Lager Hundsfeld und er hat den Krieg überlebt. Ich hatte noch Kontakt mit ihm, er emigrierte nach Kanada. Ich denke, dass viele, die Ende 1944 noch in den Lägern waren, das Glück hatten zu überleben. Die Toten wurden in einem Holztrog auf einem Pferdewagen gebracht. Oft brachte man auf dem Leiterwagen auch Verwundete mit Knochenbrüchen oder anderen Verwundungen. Die durften dann im Krankenhaus behandelt werden, mussten aber danach wieder zurück ins Lager. Manche von den Verletzten mussten operiert werden, manchmal mit Narkose, aber sie durften meistens ihre Narkose nicht ausschlafen und wurden in der Kiste, die die Toten brachte so gut es ging gebettet und mussten zurück ins Lager. Die Toten wurden in der Friedhofshalle aufbewahrt, von uns, dem Personal der Krankenstation zur Bestattung vorbereitet und solange wir noch Tallitot und Laken hatten, in ihnen eingehüllt. Es gab eine Gruppe Männer, mein Vater war dabei, die die Beerdigungen vollzogen. So bekam jeder dieser Toten sein eigenes Grab mit einem kleinen Namensschild. Sie alle wurden auf Feld 24 beerdigt. Ich legte damals Listen mit ihren Namen an, aber sie sind in den letzten Monaten in Versteck und Flucht verloren gegangen. Daniel Rimini ist ein Name, der mir in Erinnerung geblieben ist. Oft ging ich, wenn ich Zeit hatte zu den kleinen Erdhügeln, dachte an ihre Familien und hätte gern mehr gewusst woher sie kamen und wer sie waren. Sie sind schon alle längst zu Staub geworden. Heute gibt es keine Namensschilder mehr, auch keine kleinen Gräber. Auf Feld 24 stehen nur hohe Bäume. Ob ihre Seelen wohl noch dort weilen? Schulbilder aus der Schule am Anger, ca 1936 Dank des Herrn Ze'ev Raphael aus Haifa, erhielten wir von Ms Nancy Korn, U.S.A., Beide Bilder sind ungefähr aus dem Jahre 1936. Lehrerin (rechts Alice Korn (geh. Katz), Grossmutter von Nancy. Lehrer (oben links): Pollack, Fischer Vortletzte Reihe, zweiter von links: Gerd Korn, Vater von Nancy. Laut einem Schulzeugnis von Gerd, war die Schulleiterin - Dr. Frieda Goldmann. Leser die jemanden auf diesen Bildern erkennen iverden gebeten sich an Fr. Korn zu wenden: Ms Nancy Korn, Chestnut Hill (near Boston), Massachusetts, U.S.A. E-mail: nakorn@comcast.net Vom Vorstand (Fortsetzung von Seite 1) Über neue, überraschende Auskunft bezüglich des Feldes 24, die das erschütternde Augenzeugnis von unserer Karla Grabowski-Wolff ergänzt, werden Sie in dieser Ausgabe erfahren. Im Laufe unseres Besuches in Wroclaw, wurde mit dem Vorsitzenden der jüd. Gemeinde in Wroclaw, die Zukunft des Friedofs in Cosel eingehender besprochen. Herr Kozuch zeigte einen berufsmässig hergestellten Plan, mit technischen Zeichnungen, für die Restauration des Friedhofs, und an erster Reihe, des alten Bestattungsgebäudes. Er schätzte die Arbeit würde um fünf Jahre dauern. Eine beträchtliche Summe sei von der Europäischen Union versprochen, aber die Gemeinde muss auch einen Zusatz beisteuern, wozu sie wiederrum auf Hilfe angewiesen ist. Er versicherte uns, dass dieses Projekt finanziell streng getrennt gehalten wird. Für den von Herzen erwünschten Erfolg, wollen wir die Wroclawer Gemeinde mittels Besuche und Spenden so weit wie möglich unterstützen. Zu Rosch Haschanah Unseren Mitgliedern und Freunden wünschen wir ein gesundes und friedliches neues Jahr 5770, in dem unser Verband, mit Ihrer Unterstützung, noch weiteres leisten wird. ZOOj/'g/Z.

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