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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2009-01-01 · No. 84 (2009) · p. Seite 19

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2009
Issue
No. 84 (2009)
Date
2009-01-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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DEM JÜDISCHEN BRESLAU” UND JÜNGEREN HISTORIKERN JULI 2009 Ein Besuch Wenn sich heute junge nicht-jüdische Studenten mit der Geschichte der Juden in der Hitlerzeit befassen wollen, muss man es als gutes Zeichen betrachten. Das Problem ist besonders schwierig, denn die Stadt wurde ja inzwischen polnisch und ihre deutsche Vergangenheit wurde bisher eher totgeschwiegen. Ausserdem befindet sich dort, nach den Nazis und dann nach siebzig Jahren, keiner der ehemaligen Breslauer. Als ich, zusammen mit zwei anderen ehemaligen Breslauern in Israel, das Angebot bekam, die Funktion von "Zeitzeuge" zu übernehmen war ich also eher skeptisch. Aber es wurde ein sorgfältig ausgearbeitetes Programm durchgeführt, die Studenten waren gut vorbereitet und die Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Polen war ausgezeichnet. Meist wurde Deutsch gesprochen, daneben Polnisch und Englisch. Die Studenten kamen aus Polen und Deutschland. Der Oberbürgermeister (Stadtpräsident) von Breslau, von dem wir eine schöne Einladung bekommen hatten, übernahm die Schirmherrschaft. Bei dem Empfang für unsere Gruppe im Rathaus, würdigte er auf Deutsch die grossen Verdienste der Juden in der Entwicklung Breslaus. Wir besuchten die jüdischen Friedhöfe. Im Gegensatz zum als Museum gepflegten Friedhof auf der Lohestrasse, waren wir vom meist vernachlässigtem Zustand in Cosel stark bedrückt. Die Nazis hatten die Neue Synagoge völlig zerstört, und nur ein Gedenkstein erinnert an sie. Die "Storch" Synagoge wurde innen stark beschädigt, und wird schon sein vielen Jahren restauriert. Andere Synagogn und, in Breslau u.a. das Rabbinerseminar, sind völlig verschwunden. Wir Zeitzeugen besuchten unsere verschiedenen Schulen, unsere ehemaligen Wohnungen, soweit sie noch existierten, und andere historische Plätze. Wir wurden überall freundlich empfangen und spürten kein Antisemitismus. Das Ereignis unseres Besuches wurde in der Stadt ausreichend publik gemacht, und in der örtlichen Zeitung und im Fernseh berichtet. Man hat viel fotografiert und, zusammen mit den Interviews verarbeiten die Studenten daraus eine grössere Abschlussarbeit, die im November beim jährlichen Andenken an die Kristallnacht, präsentiert werden soll. Die jetzige jüdische Gemeinde besteht hauptsächlich aus älteren Menschen, die aus Russland und Polen stammen. An ihrer Spitze steht ein junger Rabbiner. Zum Gottesdienst (nur am Schabbat) fehlt es manchmal zu einem Minjan, aber nach dem Gottesdienst wird ein gemeinschaftliches Mahl mit dem Rabbiner eingenommen. Es gibt täglich ein koscheres Mittagessen und wir bekamen von der Gemeinde ein Abendessen ins Hotel geliefert. Die Stadt selbst, die zum grössten Teil im zweiten Weltkrieg zerstört wurde, ist, vor allem in den letzten Jahren, wieder neu erbaut worden, mit modernen Hochhäusern und verbreiterten Strassen. Gleichzeitig wurde die innere Stadt historisch treu restauriert, und man hat den Eindruck einer schönen belebten Stadt. Die Einerwohnerzahl hat, mit fast 700,000, die Vorkriegshöhe etwas übertroffen Gabriel Holzer Juli 2009 § Projekt "Zeitzeugen" oder "Auf der § Suche nach dem jüdischen Breslau § Zu einem Besuch in Breslau eingeladen S (Fortsetzung von Seite 18) I | unserem Aufenthalt eine wichtige Rolle. § Gleich nach Ankunft am Sonntag, wurden | wir in die Storch Synagoge geführt, zu i{| | einem Konzert jiddischer Lieder von Fr. s jjj Bente Kahan. Während der Woche hatten Iwir mit dieser dynamischen Person ein Treffen, in dem sie über die Tätigkeit ihrer § Stiftung erzählte. Besonders beteiligt sich $ diese, zusammen mit der Stadthaltung, an | der Wiederherstellung dieser beliebten alten | Synagoge, und am kulturellen Leben der § & Gemeinde.! | Beim Schabbat G'ttesdienst, geleitet vom | Rabbiner Rapoport, waren auch die | Studenten anwesend, und auch zum darauf | folgenden Gemeinde-essen mit ihm | eingeladen. Für den Werktag stand uns | mittags die bescheidene Mensa der | Gemeinde zur Verfügung, und man hatte s S mit Herrn Kozukh vereinbart, dass $ § diejenigen die es wünschten, auch ein § S warmes Abendessen ins Hotel bekamen. § | Noch im Leerlauf vor der Heimreise, wurde | für eine Besichtigung der Europa- § ausstellung in der Jahrhunderthalle gesorgt. | Beim Abschied von den jungen Leuten, jS unter ihnen besonders Karolina Fuhrmann, 5 S waren die neuen Freundschaften und der 5j grosse emotionelle Einsatz zu spüren. | Alle acht Mitglieder unserer Gruppe, und I besonders die Zeitzeugen selber, waren von der Woche in Breslau sehr gerührt und | beeindruckt, und in unser aller Namen S sowie auch im Namen des Verbandes der g S ehemaligen Breslauer in Israel, spreche ich 3 5 nochmals allen Beteiligten unseren grossen S Dank aus. § § Dr. Benjamin Sklarz 1 Juli 2009

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