Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2009
- Issue
- No. 84 (2009)
- Date
- 2009-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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18 "AUF DER SUCHE NACH ZUSAMMENTREFFEN VON ZEITZEUGEN VOM 12.-19. Projekt "Zeitzeugen" oder "Auf der Suche nach dem jüdischen Breslau” Zu einem Besuch in Breslau eingeladen Schon im Herbst 2008 hatte Dr Roland Müller (Dresden) in Unterhaltungen mit Dr. Michael Parak, Kulturreferent für Schlesien am Schlesichen Museum zu Görlitz, die Idee besprochen, dass einige ehemaliger Breslauer in ihre alte Heimatstadt eingeladen werden. Aus diesem Keim wuchs das Projekt, dass in der Woche voml2ten zum 19ten Juli d. J. so erfolgreich abgelaufen ist. (Dr. Parak's Nachfolger in Görlitz, der junge Herr Max Eiden, verbrachte einige Tage mit uns in Wroclaw, und ist an unserem Verband offenbar interessiert). Das Projekt wurde in der Stadt weit publik gemacht, besonders die Schlusspräsentation. Drei unserer Mitglieder, alle über 85 Jahre alt und im Stande sich lebhaft an das Breslau ihrer Jugend zu erinnern, wurden, jeder mit einer Begleitperson, nach Wroclaw eingeladen, mit Reise und Aufenthalt. Die herzliche Einladung, auf Deutsch, kam per Post nach Israel, vom Stadtpräsidenten Rafal Dutkiewicz, Schirmherr des Unternehmens, und zwar an: Chanan Hadar mit Frau Lydia; Gabriel Holzer mit Enkel Ariel u. Fr. Chana Spier mit Tochter, Fr. Dewora Klein. Giora Mossek, als Vetreter der Familie seiner Tante, Fr. Rahel Rosota (Moskowitz), und Benjamin Sklarz, als allgemeiner Begleiter und Koordinator, wurden in die Delegation eingeschlossen. Das Program und die Organisation, war in den Händen der Edith Stein Gesellschaft, und wurde bis aufs Kleinste glänzend ausgeführt, u. zw. von Fr. Karolina Fuhrmann mit ihrem Team talentierter jungen Damen. In dem Edith Stein Haus wurden auch die Interviews, Abende, und die grosse Schlusspräsentation gehalten. Finanziell war hauptsächlich das Schlesische Museum zu Görlitz zuständig, mit Förderung aus Mitteln anderer Gründungen der polnisch-deutschen Mitarbeit. Allen diesen Organen gilt unser herzlicher Dank und unsere Hochachtung für die uns erwiesene Gastfreundschaft und Aufmerksamkeit Auf der Hinreise gelang es uns, den langen Aufenthalt in Warschau mit einer Tour in der Stadt auszunützen. Unter guter englisch-sprechender Führung von Fr. Sophia Bartocha besuchten wir besonders die jüdichen Stätte - die Synagoge, die Reste des Gettos und seine Gedenkstätte, und den alten jüdischen Friedhof. Jedem der drei Zeitzeugen (ZZ) wurde eine Gruppe von vier Studenten ("Teilnehmer") zugeteilt. Diese jungen Leute hatten ihr eigenes reichliches Program, und wurden von Dr. Ingo Loose in der Methodik der Unterhaltung mit den Zeitzeugen unterrichtet. Ausser den Interviews, wurden die ZZ, nach ihrem Wunsch, an bedeutsame Stellen aus ihrer Jugend geführt.. Die ganze Gruppe besichtigte u. A. die Jahrhunderthalle. Überall wurde mit Video aufgenommen. Eines Abends wurden der neue deutsche Dokumentarfilm über Willi Cohn, s. A. so wie ein Film über die jüdische Auswanderung aus Polen in 1968, vorgeführt. Bei der voll besetzten Schlusspräsentation, wurden die Zeitzeugen und die zunächst verarbeiteten Ergebnisse der Zusammenarbeit mit den Studenten, dem Publikum vorgeführt. Auch die Zeitungen und das Fernseh haben unsere ZZ begegnet, und schon am nächsten Tag standen wir in der Zeitung. Eines Morgens führte Dr. Müller uns Israelis privat in einem Spaziergang nach Wunsch in der Stadt. Er blieb die ganze Woche in Wroclaw, und beschäftigte sich auch im Archiv mit unseren Angelegenheiten - stets ein treuer Freund. Die ganze Gruppe (ZZ u. Studenten) besichtigte den jetzt als Museum geschützten Friedhof in der Lohestr, unter der Führung von Prof. Lagiewski, Chef des Wroclawer Stadtmuseum und ursprünglicher Schutzherr des Friedhofs. Mit ihm besuchten wir auch die Abteilung der Neuzeit in der ganz neuen Ausstellung im Königsschloss, "1000 Jahre Breslau", die er jüngstens geschaffen hat. In Cosel hatte der Wärter, Herr Marek, schon einige Gräber aufgefunden (nach vorheriger Bestellung) - aber unser Besuch am Friedhof war durch ein Gewitter und die Mücken verkürzt. Den Zustand dort, und die Aussichten den Friedhof zu retten, besprach ich in einer besonderen Unterredung mit Herrn Kozuch, dem Gemeindevorsitzenden (s. Seite 1, "Vom Vorstand"). Trotz des dichten Programs, hatten unsere ZZ Freizeit, ihre eigenen Ausflüge zu machen, z. B. nach Gogolin, ins Riesengebirge und sonst in der Stadt. Die jüd. Gemeinde, spielte natürlich bei (Fortsetzung auf Seite 19)