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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2009-01-01 · No. 84 (2009) · p. Seite 14

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2009
Issue
No. 84 (2009)
Date
2009-01-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 Dr. med. Siegmund Hadda s.A<i882 bis 1977) Das Schicksal des letzten Chefarztes des Jüdischen Krankenhauses zu Breslau Als am 18. Juni 1943 die letzten 18 Juden Breslau verlassen mussten, unter ihnen der Chefarzt des Jüdischen Krankenhauses, Dr. med. Siegmund Hadda, erlosch das gesamte Leben der jüdischen Gemeinde. Nur etwa 200 in sogenannten Mischehen lebende Mitglieder blieben zurück. Jüdische Kaufleute, Geistesschaffende, Industrielle, Künstler, Mediziner, aber auch Handwerker, einfache Arbeiter und Angestellte prägten lange Zeit Teile der Stadt und trugen zu ihrem Reichtum und Ansehen bei. So konnte sich die 1904 von der jüdischen Gemeinde errichtete moderne Klinik im Süden der Stadt an der späteren Hohenzollernstraße (ul. Sudecka) hervorragender Ausstattung ebenso rühmen, wie in ihr ausgezeichnete Mediziner zum Wohle aller Patienten ungeachtet ihrer Konfession und des sozialen Standes ihre humanistische Pflicht erfüllten. Der langjährige Chef der Klinik, Prof. Dr. Georg Gottstein (1868 bis 1936), übte auf den jungen Hadda einen nachhaltigen Einfluß aus. Später führte er Gottsteins Vermächtnis unter dem immer größer werdenden politischen Druck der Nazis und den unmenschlichen Repressalien fort bis zu dem Tag, an dem er, seine Frau und 16 weitere jüdische Breslauer die einst liebgewonnene Stadt in Richtung Todeslager verlassen mussten. Und der junge, begabte, vor Ehrgeiz glühende Siegmund Hadda berechtigte zu den größten Hoffnungen. Kindheit und Studienzeit Siegmund Hadda wurde am 23. Juli 1882 als ältester Sohn des Gewerbetreibenden und späteren Gastwirtes Martin Hadda und seiner Ehefrau Bertha, geb. Juliusburger in Cosel geboren. Zu dieser Zeit war Cosel eine preußisch geprägte Gamisionsstadt. Der junge Hadda erinnerte sich später an die völlig unzureichenden hygienischen Verhältnisse im Ort, es gab keine Wasserleitungen, geschweige denn eine Kanalisation. Die Folge waren epidemische Krankheiten, die den Jungen besonders durch die aufgetretenen Todesfälle unter seinen Schulkameraden tief berührten. Der Vater war von ernstem Gemüt, die Mutter aber von optimistischer Grundeinstellung, mit Sinn für Poesie und Musik. Sie sorgte auch für eine entsprechende Klavierausbildung Siegmunds. Besonders zog es ihn zu seinen Großeltern, die in der Nähe wohnten. 1893 siedelten die Eltern nach Laurahütte um, die schlechte wirtschaftliche Situation in Cosel zwang sie dazu. Hier übernahmen sie eine Gaststätte mit Hotel, Saal und Stallungen, die ihnen eine gute Existenz sicherte. Siegmund wurde in das Gymnasium Kattowitz aufgenommen, das er trotz ungünstiger Wege- und Verkehrsverhältnisse im Jahre 1901 mit außergewöhnlich guten Ergebnissen (ihm wurde die mündliche Prüfung sogar erlassen) absolvierte. Während seiner Gymnasialzeit prägte ein Ereignis seinen Berufswunsch: eine schwere Operation, die bei seinem Vater durchgeführt werden musste und die der berühmte Chirurg Prof. Dr. Johann von Mikulicz-Radecki (1850-1905) in Breslau erfolgreich leitete. Siegmund Hadda wollte mm nicht mehr Kaufmann, auch nicht Jurist sondern Arzt werden. Am 21 April 1901 fuhr er mit dem Vater nach Breslau, wo er einige Tage danach in der ehrwürdigen Aula Leopoldina der Alma Mater Wratislaviensis immatrikuliert und mit Handschlag vom Rektor vereidigt wurde. Eine hoffnungsreiche Studienzeit brach an. Niemand konnte ahnen, dass er 42 Jahre später seine Wahlheimat Breslau nach glücklichen und erfolgreichen, aber auch demütigenden, von Repressalien und Angst geprägten Jahren für immer verlassen musste. Die ersten vier Semester beendete Hadda mit der Gesamtnote "Eins". Nach einem halben Jahr Tätigkeit als Famulus an der Pathologie des Städtischen Krankenhauses Allerheiligen kehrte er an die Universität zurück. Durch die Aufmerksamkeit und Einsatzbereitschaft Haddas angeregt fragte ihn Dr. Gottstein, ob er bei wissenschaftlichen Arbeiten bereit wäre, zu helfen, was Hadda freudig bejahte. Zu Beginn des Wintersemesters hatte Hadda das Staatsexamen abzulegen, das er als einziger in Chirurgie mit "Eins" bestand. 1906 erfolgte seine Approbation. Privatdozent Dr. Gottstein, der inzwischen zum Primärarzt am Jüdischen Krankenhaus in Breslau berufen worden war, bot ihm eine Assistentenstelle an, die Hadda freudig annahm. Es folgten zwei Jahre des Lernens, der praktischen aber auch der wissenschaftlichen Tätigkeit. Allein 40 Publikationen entstanden in dieser Zeit unter dem Patronat Gottsteins. Auch in seinem Privatleben trat eine einschneidende Veränderung ein: 1912 heiratete er Hertha, geb. Schlesinger, die ihm in 58-jähriger Ehe drei Kinder schenkte. Im Mai 1914 eröffnete Siegmund Hadda seine Privatpraxis, in die trotz anfänglicher Bedenken eine Vielzahl von Patienten strömte. Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges musste er zusätzlich zu seinen Aufgaben Lazarette betreuen, die ihm seine ganze Kraft und sein Können abforderten. Die schweren und entbehrungsreichen Nachkriegsjahre wurden kompensiert durch zunehmende Patientenzahlen und seine Geborgenheit in der Familie. Hadda schreibt in seinen Lebenserinnerungen: "Wir waren eine glückliche Familie. Meine SÜSS

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