Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2008
- Issue
- No. 83 (2008)
- Date
- 2008-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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19 Weiter der Rosenthalerstr. entlang unter der Eisenbahnbrücke, bog ich rechts ein (Kletschkauerstr.) und fand einen Pfad (wieder rechts) herauf bis an die Eisenbahnschienen. Gegenüber stand der Odertor Bahnhof (heute Wroclaw - Nadodrze). Ich dachte mich in jene Novembertage hinein: vier Tage lang, im Novembertransport 1941, litten auf diesen Gleisen um 1000 Menschen, unter ihnen mein Onkel Herbert Czollack mit seiner Frau Malli (Koppenheim) und vier Töchtern, und Willy Cohn und seine Familie. Alle fanden ihren Schreckenstod bei der Ankunft in Kowno, am Schabbat, 29ten November 1941 (9 Kislew). Von der Stelle rief ich meine Vetter Josef und Esra Czollack an, wie sonst jeden Freitag aus Petach Tikva, um diesen Moment mit ihnen zu teilen. Tausende folgten späterhin auf diesen und anderen Strecken, u.A. nach Theresienstadt und Auschwitz. Ich besuchte von Breslau aus das Museum Auschwitz-Birkenau. Es ist eben - ein Museum! Man sieht - aber kann die Grauen weder fassen noch sich vorstellen. Auf dem Rückweg suchte ich in der Stadt Oswiecim die kleine altweltliche Synagoge auf, die noch als Bethaus, aber auch als Museum, offen ist. Eventuelle praktische Schritte 1) Cosel. Wenigstens die verstreut liegenden Prominentgräber sollten kenntlich gemacht und einigermassen wiederhergestellt werden. Geführte Besuche könnten dann finanzielle Beiträge einbringen. Verstärkung der Mauer und der Sicherheit, auch mit elektronischen Mitteln, um das Eindringen Heimatsloser und Dieben zu verhindern. Permanente Residenz des Friedhofaufsehers auf dem Gelände. - Gründliche und anhaltende Entfernung von Müll und Abfall. Die einzelnen Felder könnten mit hellen oder leuchtenden Schildern gekennzeichnet werden, (z.B. auf hohen Stangen, im Gestrüpp leicht erkennbar), die die Feldnummern deutlich angeben. Das schöne Bestattungshaus, das ja schliesslich immer noch im Gebrauch ist, müsste dringend gesichert und wiederhergestellt werden. Herr Kozuch erwähnte die Summe von $300,000; die Stadt soll sich daran beteiligen wollen. (Diese Gedanken zusammen mit Dr. R. Müller) Wir müssten diese Minimalschritte energich vorschlagen, u. zwar bei der Gemeinde, bei dem Wroclaw Stadtmuseum, (Direktor Dr. M. Fagiewski, der sein Interesse an der jüdschen Vergangenheit in Breslau reichlich bewiesen hat) und bei der Stadtverwaltung. 2) Gedenktafeln in der Stadt an jüdische Stätten in Breslau Synagogen, Institutionen, Schulen. 3) Gedenktafeln in der Stadt an den Untergang des Breslauer Judentums Auch in diesen Sachen ist an die oben erwähnten Instanzen eindringlich zu schreiben. Zusätzlich würden, glaube ich, örtliche Historiker, wie Alfred Konieczny, Jakub Tyskiewicz, auch ihre Unterstiizung leisten, und andere Historiker aus und über Breslau (z.B. Abraham Ascher und W. Lacquer) sind heranzuziehen - wie schon R. Müller vorgeschlagen hat. 4) Sammlungen zur Geschichte der Juden in Breslau Das Wroclaw Stadtmuseum sucht jüdischhistorisches Material aus Breslau von der Vorkriegszeit: Adresse: Dr. Maciej Lagiewski, Muzeum Miejskiego Wroclawia, Rynek - Sukiennice 14/15, 50-107, Wroclaw, Poland Museum der schlesichen Juden der Bente Kahan Stiftung (FBK): Adresse: Fundacja Bente Kahann (FBK), ul. Wlodkovica 5, 50-072 Wroclaw, Poland Dr Jakub Tyskiewicz - sammelt persönlich geschichtliches Material aus dem jüdischem Breslau vor dem Krieg, e-mail: jatusz@wp.pl Der Aufenthalt von 10 Tagen in Breslau liegt hinter mir, aber es gibt noch viel zu tun! Ich bin den Folgenden dankbar: Dr Roland Müller - er hat mich abgeholt, die ersten vier Tage viel begleitet und mich mit der Stadt bekannt gemacht. Ihm verdankt unser Verband den Erhalt der zwei Bände von Willy Cohns Tagebuch: "Kein Recht, Nirgends" (Red. N. Conrads, 2007, Bölilau Verlag). (Im Namen des Verbandes danke ich auch für die folgenden Büchergeschenke: von Dr. A. Konieczny: "Wegweiser durch die Welt der Glatzer Juden" Fundacij Pamiec, 2000 von Dr. Lagiewski: sein Buch "Breslauer Juden, 1850-1944", 1996 durch Dr. J. Tyskiewicz: "Breslau Heute" und "Breslau zwischen den Kriegen", Verlag VIA NOVA, 2007, 2004) Fr. Gosia Frackowiak hat mir mit ihrem Wissen und ihrer Hingabe zu Cosel so herzlich und liebensiviirdig geholfen Fr. Erika Bulir und ihren ganz besonderen Gefährten, die mir durchaus Freundlichkeit erwiesen haben und im Wald die Grabsteine meiner Grosseltern Czollack wieder aufgestellt haben; Rabbiner Rapoport, behindert durch sein Gipsfuss und den Krücken, hat mich, mit seiner Gattin, freundlich empfangen, wie auch andere Beamte der Gemeinde. Der durchaus freundlichen und hilfsbereiten Belegschaft des bescheidenen, sauberen Boogie Hostel, auf der Reuschestrasse (ul. Ruska 35). Benjamin Sklarz, Petach Tikva Juli 2008 mmtmmmmvm