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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2008-01-01 · No. 83 (2008) · p. Seite 18

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2008
Issue
No. 83 (2008)
Date
2008-01-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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18 Besuch in Breslau/Wroclaw 15-25 Juni 2008 (Fortsetzung auf Seite 18) (Fortsetzung von Seite 17) und dann über meine Breslauer Familien Sklarz u. Czollack zu erzählen. Nach dem Wiederherstellen der Grabstelle unter reger Beteiligung der Gruppe, standen ihnen diese Leben und Schicksale näher. Am Freitag, nach der Schulschlussfeier, kam der Gemeindevorsitzende auf den Friedhof, um den Freiwilligen, mit einem Geschenk für jeden, seinen Dank auszusprechen. Auch er begleitete mich zu dem wiederhergestellten Grab, was eine Gelegenheit bot, über den Friedhof mit ihm zu sprechen. Frau Buhr und einige ihrer Leute wünschten ausdrücklich, am Schabbatmorgen ein Teil des G'ttesdienstes mitzuerleben und blieben bis nach der Haftara. Dann schlüpften sie heraus, denn sie waren ja auch auf einer Stadttour, und ich konnte mich kaum von diesen besonderen Menschen verabschieden. Das frühere jüdische Breslau Dr. Roland Müller, der mich vom Flughafen abgeholt hatte, begleitete mich auf meine ersten Besuche durch die Stadt. Er hatte mir eine zweisprachige Strassenkarte geschickt, auf der ich mir nach Themen einige Strassen mit Farbe markierte. Ein nützlicher Strassenplan vom jüdischen Breslau ("Willy Cohns Breslau" genannt) befindet sich auch in der neuen zweibändigen Ausgabe der Tagebücher von Willy Cohn, die Dr Müller unserem Verband als Geschenk vom Verlag nach Breslau mitgebracht hatte. Abgesehen von der Storch Synagoge und der Gedenktafel an die, in der Kristallnacht gesprengten Neue Synagoge am Anger (ul Lakowa), fand ich noch das Haus, in dem sich die Schklowerschul einst befand - auf der neuen ul Nowy Swiat, zwischen der Reuschestr (ul Ruska) und der Antonienstr. (Dank R. Jossi Breslauer). Das jüdische Krankenhaus (Menzelstr /Neudorfstr) ist noch im Gebrauch, aber es sieht teilweise ziemlich vernachlässigt aus. Über die Vergangenheit des Krankenhauses fanden wir keine Gedenktafel, obwohl eine solche einmal existierte. Das Waisenhaus und das Haus der Freunde sind scheinbar verschwunden. Unser Besuch an der Schule am Rehdigerplatz wurde oben erwähnt. Andenken an das jüdische Breslau Dr. Müller hat mich dem Dr. Maciej Lagiewski, Direktor des Stadtmuseums von Wroclaw, vorgestellt. Er ist z. B. für den Schutz des Friedhofs an der Lohestr. als Museum, verantwortlich. Er und seine Mitarbeiterin Fr. Halina-Okolska bauen eine Ausstellung über dieses Thema auf, und wären für historisch bedeutsame Objekte und Dokumente dankbar. In dem Gemeindehaus auf der Wallstr hat Fr. Bente Kahan das Büro ihrer FBK (Bente Kahan Stiftung), die sie gegründet hat und leitet (Wroclaw 2006). Frau Kahan ist Schauspielerin und Sängerin in der jüdischjiddischen Kulturrichtung. Ihre Stiftung "hat es sich zum Ziel gesetzt, die jüdische Kultur und Geschichte einer breiten Öffentlichkeit sowohl in Polen als auch im Ausland zu präsentieren". Ihr erstes Grossprojekt "ist die Renovierung der Synagoge zum Weissen Storch in Wroclaw, Polen.(Diese) wird als Gebetshaus dienen und (auch) das internationale Zentrum der jüdischen Kultur und Erziehung sowie das Museum der Schlesichen Juden beherbergen." (Zitate aus ihrer Brochüre). Für das geplante Museum hat sie sich z. B. für die Materialen mit Familienbildern die ich mit brachte, sehr interessiert, und würde jüdische Breslauer und Schlesische Familienerinnerungen und Geschichten begrüssen, sowie relevante elektronisch übersandte Aufnahmen von guter Qualität. Auch der junge polnische Gelehrte Dr. Jakub Tyskiewicz sucht persönlichgeschichtliches Material aus dem jüdischem Breslau vor dem Krieg, auch aus unseren Mitteilungen, um sie auf polnisch weiter zu geben. Der Untergang der deutsch-jüdischen Gemeinde Professor Alfred Konieczny hat mich freundlichst auf der Universität empfangen. Er ist eine Forschungsautorität auf diesem Gebiet, und hat Personenlisten von Transporten aus Breslau nach Theresienstadt, veröffentlicht. Er hat mir früher, und in Folge dieses Treffens weiter, über das Schicksal der Geschwister meiner Eltern in Breslau u.Berlin, genaue Auskunft vermittelt. Dem Transport vom November 1941 und den darauf folgenden, ging ein grausiger Sammelprozess zuvor. Die Familien hatten ihre Wohnungen zu verlassen und sich an gewissen Punkten zu melden, z. B.im Hof der Storch Synagoge, wo die oben genannte Gedenktafel daran erinnert. Andere Sammelpunkte waren im Freundesaal und in einem Lokal am Schiesswerderplatz 25. Nach einem Aufenthalt von wenigstens einer Nacht unter schlimmen Bedingungen, wurden die Menschen zum Odertor Bahnhof gebracht und von dort an ihr Schicksal "abgeschoben". Am Freitag ging ich längs der Rosenthalerstr (ul. Pomorska) bis zum Schiesswerderplatz (pl. Strzelecki) - Wohnhäuser auf einer Seite von einem grünen Platz mit Bänken. An der Hauptstrasse befindet sich ein schräg liegendes riesiges Betonkreuz. Es weist auf polnische Opfer der sowietischen Gewaltmacht. Die Inschriften auf zwei schwarzen Steinwürfeln erinnern an sie und an die aus Sibirien Heimgekehrten. Über die Tragödie der jüdischen Bürger im November 1941 und bei späteren Transporten - gibt es kein Wort des Andenkens.

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