Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2008
- Issue
- No. 83 (2008)
- Date
- 2008-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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von den Kindern mich ein Lied auf Hebräisch (aschkenasische Aussprache!) gesungen, aber sonst war die Feier weltlich. Über das Ziel ihres jüdischen Lehrprograms erwarte ich Auskunft. Friedhöfe Vom ältesten jüd. Friedhof (in der Nähe vom I lauptbahnhof, Claassenstr.) war hinter einem dichten Zaun nichts zu sehen ausser Unterholz. Fr soll nicht mehr existieren. Der Friedhof an der Lohestr. (ul. Slez.na) wird von der Stadt als Museum gepflegt. Ich besuchte ihn zusammen mit Dr. Müller und der Dresdener Gruppe. Die prunkhaften Mausoleen bezeugen den Reichtum und das Selbstvertrauen der jüdischen Bürger gegen linde des lüten Jhdts. Cosel Der letzte Friedhof, noch heute im Gebrauch, liegt auf der Nordseite der breiten Flughafenstr. (ul. Lotnica) als Teil eines Parks (I*. Zachodnv). Die hohe rote Ziegelmauer und das breite Fingangstor sind leider, wie alles in Wroclaw, mit Graffiti beschmiert. Der Friedhof ist wochentags zu verschiedenen Stunden offen, und wird von dem Aufseher, Herr Marek, betreut. Fis gibt einen Plan der Beerdigungsfelder, und der Pfade zwischen ihnen. l inks vom Hingang steht das alte Beerdigungshaus, aus rotem Ziegeln, von dem ein schöner bedeckter Gang mit Bogenfenstern herausführt. Nur der Hauptsaal ist brauchbar, dient als 1 agerraum und wird bei den gelegentlichen Bestattungen geräumt. Laut Herrn Kozuch, dem Gemeindevorsteher, wird die Restauration des Gebäudes erwogen. An der südöstlichen Seite stand im Krieg die jüdische "Krankenstation". Auf meinen Wanderungen durch den Wald, den Pfaden entlang, habe ich einige mir bekannte Namen aus unserem Verband notiert. Wie hielten uns auf beim Grab von Bertha Hadda, wo die Namen ihres Mannes, Martin und ihres Sohns, der Architekt Moritz, mit den Glossen "Theresienstadt KZI." resp. "deportiert nach dem Osten" nachträglich eingemeisselt geworden sind. Die [.eichen von in benachbarten KZ- und Arbeitslagern verstorbenen Juden wurden, von Militärposten begleitet, nach Cosel gebracht und dort jüdisch beerdigt (Feld 24, s. Karin Wolf, "Ich blieb zurück"), aber die Grenzen der Stätte sind heute unbestimmt und es gibt leider keinen Gedenkstein. Den Wald zu beseitigen und die Gräber mehr oder minder wieder in Ordnung zu bringen, ist wohl eine übermässig grosse und kostspielige Aufgabe. Dennoch könnten und müssten kleinere Schritte, sogar dringend, unternommen werden (siehe am Schluss). Die Dresdener Freiwilligen und das Aufdecken einer Grabstelle Unter der Leitung von Frau Erika Buhr und mit der technischen Mitwirkung von Dr. Roland Müller, haben 11 Frauen und 4 Männer im Alter von 50 bis an 70 fast fünf Tage lang angestrengt im Friedhof gearbeitet. Sie haben das Feld Nr. 5 von dichtem Unterholz befreit, dieses in Säcke gefüllt und mit Karren weggeschleppt. Die Gruppe hatte ein zerlegbares dreifüssiges Gestell mit Flaschenzug mitgebracht, womit sie die schweren gefallenen Grabsteine heben konnten, um sie, wenn möglich, wieder aufzustellen. Den Mittagspiknik genossen sie in dem gedeckten Bogengang. Während der ganzen Zeit, begleitete die Arbeit in Cosel die junge Wroclawerin Fr. Gosia Frackowiak. Wir haben sie schon verschiedentlich in den Mitteilungen dankbar erwähnt. Durch ihre guten englischen Kenntnisse konnte ich zu anfangs die Brücke zwischen ihr und den Dresdener bauen. Sie hat schon seit Jahren dem Friedhof Cosel ihre Energie und Freizeit gewidmet, und hat bereits einige Teile räumen lassen; ferner kennt sie die Anordnung der Felder und Grabreihen gründlich. Fine Krakauerin in der Gruppe hat zwischen ihr und der Gruppe gedolmetscht. Gosia führte mich, am Soldatengrab von Ismar Sklarz vorbei, tief in den Wald an das Grab meiner Grosseltern Sklarz, dass sie schon früher entdeckt hatte. Leider fehlen die Steine, und nur ein Rahmen aus Randsteinen war zu sehen. Ich hatte, mit Hilfe einer Beamtin der Gemeinde, die Koordinate der Gräber meiner Grosseltern Czollack in dem entsprechenden handgeschriehenen Begrabungsregister gefunden. Am nächsten Morgen suchten Gosia und ich in der Gegend von Feld 23B. Man tritt auf die efeubewachsenen unsichtbaren Grabsteine, zerrt den Hfeu an der erratenen Stelle weg, fegt mit dem Handschuh die Erde ab, und suchtauf dem enthüllten Stein nach einem Namen oder der Grabnummer. Auch wenn die enthlösste Nummer nicht stimmte, diente sie der Gosia als Wegweiser zur Wahl der nächsten Probestelle, und so fort. Aul diese Weise entblösste ich einen Stein - und traf direkt auf "geh. Werner" - also waren wir am Ziel! Der wohlerhaltene Stein der Grossmutter lag mit der Rückseite aul dem umgekehrten Stein des Grossvaters, wie der Name und die Nummer bestätigten. Das war ein unvergesslicher Moment. Im Nu hatten wir die nächste Umgebung freigelegt. Die Männer aus der Gruppe brachten am nächsten lag ihr I lebegerät. Die Fundamentsteine waren vorhanden, in der Erde vertieft, und von den Zeichen des alten Mörtels konnten die Meister erkennen, in welcher Richtung die Steine einst standen. Geschickt haben sie die Steine nacheinander gehoben, und wieder auf die Basen zementiert. Beide Steine waren wunderbar erhalten, mit leuchtender Goldschrift auf dem grünlichen Marmor. Auch der Friedhofwächter I lerr Marek war dabei, und jeder freute sich über diese menschlich bedeutsame Leistung aller Beteiligten. Noch einige Male im Laufe meines Aufenthalts, fand ich den Weg durch den Wald dort hin. (Die Dresdener legten für sich sogar Wegweiser aus Zweigen auf die Pfade!). Frau Buhr brachte zum Schluss noch ein Jahrzeitlicht! In zwei Abendtreffen mit der Gruppe, wurde ich aufgefordert, etwas über mich,