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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2008-01-01 · No. 83 (2008) · p. Seite 16

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2008
Issue
No. 83 (2008)
Date
2008-01-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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16 Besuch in Breslau/Wroclaw 15-25 Juni 2008 In Breslau 1935 geboren, bin ich meiner jüngeren Schwester Eva Lotte lind unseren Litern Salo Alfred und Ruth Sklarz (geh. Czollack) anfangs August 1939 nach London ausgewandert. Ich habe keine direkte Lrinnerungen an Breslau. Mein Besuch berücksichtigte die Gegenwart, in Wroclaw, von einer Gruppe Lreiwilliger aus Dresden, (Aktion Sühnezeichen u.l latikva), deren Ziel es war, an der Restauration des Lriedhof Cosel Teil zu nehmen. I .eiterin der Gruppe war Fr. Erika Buhr, mit der Mitwirkung von Dr. Roland Müller, Historiker des jüd. Schulwesens in Breslau und Freund unseres Verbandes. Die Gemeinde Die Synagoge Zum Weissen Storch Das Zentrum der Gemeinde liegt um die alte Storch Svnagogue, heute ein architektonischer Stolz der Stadt. (C. F. Langhaus, 1829) Die Südfassade ist wiederhergestellt, und bildet die nördliche Seite vom Hof, der anderseits von alten Ziegelbauten umgeben ist, die teilweise wieder der Gemeinde gehören, aber auch Privatwohnungen onhnlten. Der Haupteingang in den Hof, der Synagoge gegenüber, ist das Tor aus der Wallstrasse (ul Wlodkovica). Nebenan sind Restaurants, die ihre Gäste auch hinten im Svnngogenhof auf Tischen mit Sonnenschirmen bewirten. Vor der Synagoge steht eine Vitrine mit einer treffenden Zusammenfassung des jüdischen Glaubens in drei Sprachen. Die Ostfassade der Synagoge ist noch sehr verfallen, wird aber renoviert. Aber die hinteren Teile, so wie man sie auch von den Gemeinderäumen sieht, sind noch in schlimmem Zustand. Innen ist die Synagoge nur sehr teilweise restauriert, aber sie wird an den Hohen Feiertagen zum G’tttesdienst, und sonst jüdisch-kulturell als Konzert- und von Dr. Benjamin Sklarz Versa m m 1 u ngsha 11 e geh raucht. In der alten kleinen Werktagsschul, Eingang vom Hof, wird am Schabbat gebetet. Eine Gedenktafel neben dem Eingang erinnert an die jüdischen Menschen, die in diesem Hof zusammengepfercht wurden, um dann an ihr Schicksal abtransportiert zu werden. Leider ist die Tafelinschrift beschädigt, und teilweise unleserlich geworden. Ähnlich vernachlässigt und armselig ist das Treppenhaus zu den Gemeinderäumen, obwohl diese selber hell und freundlich wirken. Religiöse Versorgung Seit knapp einem Jahr amtiert in Wroclaw der junge Rabbiner Isaac Rapoport als Gemeinderabbiner, und Oberrabbiner für Schlesien. Er amtierte früher in Oslo, hat in Israel gelernt, und spricht u.a. auch fliessend Polnisch u. Englisch. Er lebt mit seiner jungen Frau und kleinen Kindern in dem Gemeindehaus. Von 500 -1000 Juden in Wroclaw sind ca. 1/3 Mitglieder der Gemeinde. Der Joint und die Gemeinde leisten zusammen soziale Hilfe. Ein aktiver Verband jüdischer Universitätstudenten bildet auch den Kern des Jugendklubs in der Gemeinde (Auskunft von R. Rapoport). Ausser Sonntags, wird jeden Werktag ein sehr einfaches koscheres Mittagessen für einen sehr mässigen Preis geboten. Es kommen meistens ältere Leute, einige alleinstehende Jugendliche und einige Beamte. Man kann, dank dem Rabbiner, in der Gemeinde koscheres Brot erhalten. Am Freitagabend sammeln sich einige junge Männer (Studenten) und einige Ehepaare, offenbar teilweise gemischt, mit denen R. Rapoport etwas über die Parascha (es war "Shelach lecha") lernt. Bei Kabbalat Schnbbat in der kleinen Alltagssvnagoge, wurde viel gesungen (auch a la Carlebach) aber zu einem Minjan reichte es nicht. Es w i rd d a nn ei n beschei d enes Schabbatmahl von den jungen Männern serviert, alles mit Wegwerfgeräten, wie auch am Werktag. Ich habe den Anwesenden etwas über das Schicksal meiner Breslauer Verwandten erzählt. Es gab, von der Lander Foundation gespendet, Hefte mit Zemirot (Tischliedern) und dem Tischgebet, auch auf Polnisch übersetzt. Schabbat früh um 9:30 gibt es einen regelmässigen G’ttesdienst; mit Verspätung hat sich ein gesetzmässiges Minjan gesammelt. Man konnte eben nicht alle schlichten Vorbeten und Tornvorlesen beteilten sich resp. ein alter Herr und der Rabbiner. Dann gibt es wieder eine Se’udat Schabbat, zu der, wie am Abend, aber etwas mehr Leute kamen. Die junge Rabbinerin und ihre kleinen Kinder waren auch dabei. Die Etz-Chajim Schule Die Volkschule mit diesem Namen besteht i n d e m alten Schul g e b ä u d e a m Rehdigerplatz, das unversehrt blieb. Ich habe sie mit Dr Roland Müller besucht, und zum Glück kam gerade der Verwalter, der junge Herr Jakub Einhorn, heraus. Er bat uns hinein und zeigte uns einige Zimmer. Didaktische Plakate auf Polnisch, Hebräisch und Englisch waren überall und behandelten auch jüdische Themen. Die Schule, von der Estee Länder Foundation unterstützt, steht auf sehr hohem Niveau, und ist deshalb sehr gefragt.-Auch das Rabbinerehepaar unterrichtet dort. Anderseits ist nur die Minderheit der Kinder jüdisch. Wir durften uns eine Arbeit aus der Handarbeitsklasse auswählen. Zwei Tage später, bei der grossen Schulschlussfeier, die in der Storch Synagoge in der Gegenwart des Rabbiners und Gemeindevorstands stattfand, wurde (Fortsetzung auf Seite 17)

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