Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2008
- Issue
- No. 83 (2008)
- Date
- 2008-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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15 bekommt, geographisch wieder in Breslau ist. Denn wenn man jetzt nach Breslau kommt, dann kann man diese jüdische Geschichte noch nicht wieder finden, weil es keinen Platz dafür gibt. Aber jetzt wird das diese Synagoge sein.» So hat das nach einem Entwurf von Carl Ferdinand Langhans errichtete Gebäude, das am 10. April 1829 als liberale Synagoge eingeweiht wurde, heute vor allem Bedeutung für die Geschichte der Juden von Breslau. Abraham Geiger, einer der Vordenker des liberalen Judentums, war gut dreißig Jahre lang als Rabbiner in dieser Synagoge tätig, die später den Orthodoxen überlassen wurde - die liberalen Breslauer Juden beteten von 1872 an in der neuen Hauptsynagoge am Anger. Ob der neue Rabbiner den Ort wieder mit religiösem Leben füllen kann? Der orthodoxe 30jährige Yitzak Rapoport ist als Kind einer polnischen Mutter in Schweden aufgewachsen und hat zuletzt die Jüdische Gemeinde von Oslo betreut. Schon sein Großonkel war vor der Schoa Rabbiner in Schlesien. Die Breslauer Juden sind heute über die ganze Welt verstreut. «Wir haben bislang nicht so viel Glück», sagt er. «Die ehemaligen Breslauer engagieren sich hier nicht so stark, aber ich hoffe, dass dieser Ort mit der Berufung von Bente Kahan zur Direktorin der Stiftung Storch-Synagoge bekannter wird - nicht nur bei ehemaligen jüdischen Bürgern, sondern unter Menschen in aller Welt, die sich für die jüdische Geschichte Breslaus interessieren und hierher kommen. Aber wir haben sehr, sehr viel Arbeit vor uns. Ich kann sagen: In zehn Jahren wird Breslau eine so wichtige Attraktion sein wie heute schon Kazimierz in Krakau.» Bente Kahan ist mit Unterstützung des Bürgermeisters von Wroclaw voller Pläne. «Unterricht ist das Wichtigste für mich, aber für nicht zu kleine Kinder, sondern Schüler im Gymnasium, Studenten oder Junior Highschool, das ist wichtig. Dann fühle ich, dass meine Arbeit nicht nur für die Menschen ist, die sich sowieso sehr für diese Dinge interessieren. In Deutschland ist sie übrigens keine Unbekannte. Als sie am 5. Mai 2005 zum Jom HaSchoa in der Deutschen Oper Berlin auf Initiative der Weltunion für progressives Judentum ihr Programm «HOME» präsentierte, sang und spielte sie ihre eigene Familiengeschichten. Der Stammbaum der gebürtigen Norwegerin, die in Tel Aviv und New York studiert hat, reicht bis ins Spanien des 13. Jahrhunderts zurück und hat ihre Familie durch ganz Europa und schließlich 1905 nach Oslo geführt; als Künstlerin ist sie im Jiddischen, in Ladino und im Hebräischen zu Hause - und das alles mischt sich mit Englisch und Deutsch, mit Russisch, Polnisch und Ungarisch. Heute lebt die jüdische Europäerin gerne im polnischen Wroclaw. Mit ihrer Geburtsstadt Oslo bleibt Bente Kahan aber durch das «Teater Dybbuk» verbunden, das sie 1990 gegründet hat, um europäisch-jüdische Kultur und Geschichte mittels Musik und Schauspiel weiter zu vermitteln. Die Jüdische Gemeinde in Wroclaw gilt in Polen als ausgesprochen aktiv. Zu den sozialen Einrichtungen gehört eine koschere Kantine, die Betreuung von Pflegebedürftigen und die Möglichkeit, sich zum Gottesdienst fahren zu lassen. Seit 1998 existiert sogar die jüdische Grundschule Lau der Etz Chaim. Gemeindevorsitzender Karol Lewkowicz: «Das ist eine Schule der Lauder Foundation, die Stiftung heißt «Gescher», und sie ist nicht Teil der Gemeinde. In der Schule lernen die Kinder Toleranz, auch über jüdische Geschichte und Religion. Aber die Schule selbst ist eine atheistische Schule und man lernt dort nichts direkt über Religion, aber über jüdische Kultur.» Bente Kahan ergänzt: «Aber hier liegt auch ein kleiner Konflikt: Es istnicht so leicht, wenn andere Stiftungen hier nach Wroclaw kommen, sie sind hier und dann fahren sie weg, und es ist nicht so leicht für die Leute hier, etwas aufzubauen nach dem Nazismus, nach dem Kommunismus und dann versuchen andere, eine neue Gemeinde zu formen. Die Schule ist ein Beispiel dafür, aber wir sehen dies - ich kann das sagen - positiv für die Stadt, weil die Menschen Toleranz lernen. Es gibt aber ganz wenige Schüler hier für jüdische Schulen. Wir hoffen, dass es in Zukunft vielleicht mehr sein werden, das werden wir sehen.» Jüdische Zeitung November 2006 Erinnerungen aus dem jüdischen Breslau Wir Jugendlichen waren mit dem Rehdiger- Real-Gymnasium und unseren verschiedenen zionistischen Bünden beschäftigt, sodass wir von den immer mehr strengen Gesetzen gegen Juden nicht so beeinflusst waren. Da ich so aktiv in den "Werkleuten" war, kam ich auf die Liste zur Jugendalijah (Oktober 1938). Ein Zollbeamter kam zu unserem Zimmer, (eine Wohnung konnten wir uns nicht mehr leisten), um zu sehen was ich einpackte, natürlich nur das wichtigste: Kleidung und Bücher. Dann versiegelte er den Koffer. Ich erinnere mich genau, wie meine liebe Mutter am Bahnhof geweint hat, als der Zug abgefahren ist. Wir fuhren durch den Brennerpass nach Trieste, wo das Schiff "Gerusalemme" uns nach Haifa brachte. Dort bekam jeder erst einmal eine Impfung gegen Typhus, die etliche Tage sehr schmerzhaft war. Dann wurden wir nach Bat Galim gebracht, und blieben dort bis zum naechsten Tag Am Morgen ging ich einen Laden suchen, um eine Karte für meine Eltern zu "kaufen". Ein freundlicher Mann gab mir eine Karte und Briefmarke als ein "Geschenk", da ich kein Geld hatte. Als ich hinauf sah, war einer schöner Berg an meiner rechten Seite - der "French Carmel". Mittags brachte uns ein Autobus zum Kibbuz, wo alles für uns vorbereitet war. Die "Kibbuzniks" waren sehr freundlich. Ich habe mich nie nach Breslau gesehnt, und bin auch bis heute nur an den Friedhöfen und bekannten Leute interessiert. Kann jemand gute Erinnerungen von Breslau haben? Anita Heller, Huntington, N.Y., U.S.A