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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2008-01-01 · No. 83 (2008) · p. Seite 14

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2008
Issue
No. 83 (2008)
Date
2008-01-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 syyyyyyyyyyyyy. «Der Kultur nach waren sie Deutsche» Die Jüdische Gemeinde im polnischen Wroclaw bewahrt deutsch-jüdische Geschichte von David Dambitsch Am 9. November vor 68 Jahren fanden überall in Deutschland Pogrome gegen jüdische Bürger statt. Vielerorts wurden Synagogen,Gemeindeeinrichtungen und der Privatbesitz von Juden zerstört. Im heutigen Wroclaw, früher Breslau, einst neben Berlin und Frankfurt am Main eine der größten und berühmtesten jüdischen Gemeinden Deutschlands, war dies nicht anders. Seit Beginn der Nazi-Diktatur hatten die diskriminierenden Gesetze gegen Juden in Breslau sogar besonders strenge Anwendung gefunden. Während des Pogroms wurden alle Breslauer Synagogen zerstört - allerdings mit einer Ausnahme: Die Synagoge Zum Weißen Storch, die bis 1941 für Gottesdienste genutzt wurde, entging der Brandstiftung, weil ansonsten benachbarte Gebäude in Gefahr geraten wären. Innenraum und Mobiliar wurden später dennoch schwer beschädigt. Während der sozialistischen Ära verfiel das Gebäude, das bis 1969 für orthodoxe Gottesdienste diente und dann zum Lagerraum wurde. Erst nach der politischen Wende 1989 begann seine Rekonstruktion, die noch andauert. Die Jüdische Gemeinde zählt heute rund 300 Mitglieder. Niemand hat persönliche Erinnerungen an die Stadt in den Jahren vor 1945. Denn auch die Ältesten unter den jüdischen Bürgern in Wroclaw sind nach dem Krieg vor allem aus den polnischen Ostgebieten gekommen. Da das eigene Zuhause während der Zeit im KZ oder im Versteck längst von anderen in Besitz genommen worden war, hatte man den Überlebenden damals leer stehende Wohnungen von Deutschen zugewiesen. Viele hielt es dort nicht lange, der polnische, staatlich gelenkte Antisemitismus der Kommunisten vertrieb die meisten in den Folgejahrzehnten aus Polen. Seit dem 9. Juli ist die Bente Kahan nun offiziell Direktorin des Zentrums für jüdische Kultur und Erziehung, das in der Synagoge Zum Weißen Storch in der Ul. Wlodkowica, der früheren Wallstraße, seinen Sitz hat. Doch bis jetzt gibt es kein Mobiliar. Die Renovierung des klassizistischen Langhans- Baus ist erst zu einem Drittel abgeschlossen. «Es war wirklich schrecklich», erzählt sie, «die Synagoge hatte kein Dach und war sehr zerstört. Interessant ist, dass die Zerstörung nicht durch die Deutschen, die Nazis, geschehen war, weil sich dieses Gebäude in einem Hof befindet. Aber die Zerstörung erfolgte nach 1968 durch die Kommunisten. Seit 1971 gehörte es nicht mehr der Gemeinde. Und die Kommunisten haben alles genommen - Holz und alles, was darin war. Ich habe mit Leuten gesprochen, die gesagt haben, dass sie bis Ende der sechziger Jahre dort noch gebetet haben und das Haus als eine Synagoge funktionierte. Jetzt müssen wir das wieder hersteilen, aber man kann das nicht so komplett wie eine traditionelle Synagoge realisieren.» Die norwegische Künstlerin engagiert sich seit Jahren für die Erinnerung an die Geschichte der Juden von Breslau. «Es ist interessant, denn meine eigene Geschichte resultiert mehr aus dem Chassidismus und der traditionellen jüdischen Kultur. Diese deutschen Juden hier in Breslau: Sie waren so assimiliert; sie waren ebenso wie die Deutschen, und sie haben eine so wichtige Rolle in der allgemeinen deutschen Gesellschaft gespielt. Wir sollten nicht denken, dass Juden nur Chassiden mit Pejes wären und nicht so wie wir. Aber diese deutschen Juden aus Breslau - sie waren genauso wie die anderen Deutschen, nur dass im Dritten Reich im Pass stand, dass sie Juden waren und sie somit eine andere Religion hatten. Aber kulturell waren sie Deutsche.» So hofft Bente Kahan nicht nur für ihr Projekt auf Hilfe aus Deutschland. Denn im Unterschied zum früheren Krakau, dessen jüdisches Erbe als Bestandteil polnischer Geschichte fast vollständig restauriert wurde, harren die Erinnerungsorte der Juden von Breslau noch vielfach der Wiederinstandsetzung, so etwa der Neue Jüdische Cosel-Friedhof. Der Gemeindevorsitzende Karol Lewkowicz berichtet: «Ich kenne die ganze Geschichte dieses Friedhofs, weil ich als junger Mann 1956 von meinem Vater hierher mitgenommen wurde. Damals war er nicht so zerstört wie jetzt. Das geschah erst durch den Antisemitismus 1956 und dann 1968. Für die heutige Jüdische Gemeinde ist es eine große Arbeit, das nun zu restaurieren. Hier befindet sich die Geschichte und auch Kulturgeschichte einer der wichtigsten jüdischen Gemeinden von Deutschland, der vor dem Weltkrieg drittgrößten in Deutschland.» Der Alte Jüdische Friedhof wurde unter der Obhut des polnischen Historikers Maciej Lagiewski bereits wieder instand gesetzt. «Hier sind die Urgroßeltern von Katja Pringsheim - der Ehefrau von Thomas Mann - begraben. Und Katja Pringsheim ist schon in München geboren worden.» Auch Ferdinand Lassalle, Mitbegründer der deutschen Sozialdemokratie und so mancher Nobelpreisträger wurden hier bestattet. Die Jüdische Gemeinde in Wroclaw bekennt sich stolz zu diesem deutschen Erbe. Doch an Stelle der Synagoge «Zum Weißen Storch» finden heute nur noch in einem einfachen Betsaal nebenan Gottesdienste statt. Die jüdische Gemeinschaft sei einfach zu klein, sagt Bente Kahan: «Es gab bis vor kurzem eigenen Rabbiner. Es sind nur ganz wenige Leute in diese Gemeinde, und es ist genug mit diesem Stibl. Diese Synagoge ist viel zu groß für solch kleine Gemeinde. Darum ist es ein Luxus. Darum ist es viel wichtiger, dass es ein Zentrum für alle Breslauer, die Menschen in Wroclaw, für Juden und für Nichtjuden, wird. Es soll ein Ort für alle werden, so dass man ein Zentrum hat und so die Geschichte von den Juden aus Breslau wieder einen Platz

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