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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2008-01-01 · No. 83 (2008) · p. Seite 8

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2008
Issue
No. 83 (2008)
Date
2008-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 Novemberpogrom 1938 in Breslau (Fortsetzung von Seite 7) „ich halte sie auch nicht für wünschenswert." Das Auswandererberatungsbüro der Gemeinde hatte nun rund um die Uhr geöffnet, um alle Anfragen bewältigen zu können. Aber der Wille zur Emigration war stärker als die praktischen Möglichkeiten, ein Einreisevisum eines anderen Staates zu erhalten, die entsprechenden Geldsummen - von den Schiffskarten über die „ S ii h n e 1 e i s t u n g " bis hin zur „Reichsfluchtsteuer" - zusammenzubringen und alle nervenaufreibenden Formalitäten zu regeln. Für die von den zionistischen Organisationen d u r c h g e f ii h r t e Kinderverschickung ins Ausland liefen allein aus der Provinz Schlesien 1500 Anträge ein, von denen bis Ende 1938 lediglich 31 jüdische Kinder aus Schlesien Deutschland verlassen konnten. Am Beginn des Zweiten Weltkrieges Anfang September 1939 lebten noch immer über 10 000 Juden in Breslau, deren Chancen auf ein Verlassen Deutschlands täglich mehr schwanden. Die erhaltenen Berichte, Erinnerungen und Tagebücher Breslauer Juden sind für diese Jahre angefüllt von der unendlichen Mühsal und der allgegenwärtigen Angst um das eigene heben. Die Zahl der deutschen Juilen, die in ihrer Ausweglosigkeit den Freitod wählten, stieg nach dem Novemberpogrom stark an. Und selbst diejenigen, die sich angesichts von Visa und erfolgreicher Ausreise glücklich schätzen durften, waren erfüllt von Schmerz und Angst um die, die sie zurücklassen mussten: Verwandte, Freunde und nicht zuletzt auch die Stadt Breslau, in der sie oftmals jahrzehntelang gelebt hatten und die ihnen Heimat gewesen war. Und doch konnte 1938/1939 niemand ahnen, dass der eigentliche „Zivilisationsbruch" (Dan Diner) der Shoah erst noch bevorstand, in der die meisten der noch in der Stadt lebenden Juden ebenso wie Millionen anderer aus ganz Europa ermordet wurden. In furchtbarer Weise bewahrheitete sich die Prognose, mit der die Warschauer jiddische Tageszeitung „Hayntige Nayes" bereits am 15. November 1938 über den Pogrom getitelt hatte: „Was Deutschland mit den Juden getan hat, wird es auch England, Frankreich und anderen Ländern antun." Dr. Ingo Loose Touro College Berlin Die Inge-Deutschkron- Stiftung Am 9. November 2007 fand im Berliner Rathaus die Gründung der Inge- Deutschkron-Stiftung in einem Festakt statt, zu dem viele Gäste geladen waren. In seinen Begrüßungsworten würdigte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit das Lebenswerk der Schriftstellerin Inge Deutschkron, die sich in vielen Publikationen, aber auch in überzeugenden Worten um die Aufklärung über die verbrecherischen Taten der NS-Diktatur, jedoch auch um das Gedenken an die Helfer in der Notzeit der Verfolgung der NS-Opfer sehr verdient gemacht hat. Besonders das Gespräch mit Jugendlichen war und ist ihr wichtig, damit sich eine Zeit ähnlicher Unmenschlichkeit nicht wiederhole. Im Anschluß sprach Frau Deutschkron über die Ziele und Aufgaben der Stiftung. In einem Passus der Stiftung heißt es: "Die Stiftung verfolgt den Zweck, das Lebenswerk von luge Deutschkron über den Tag hin,ms zu erhalten. Dazu gehört die fortdauernde Aufklärung über die Schrecken des Nationalsozialismus insbesondere unter Jugendlichen mit dem Ziel, sie für die Gefahr wiederauflebender rechtsradikaler Tendenzen zu sensibilisieren. Der Stiftung obliegt die Pflege und Hohiauing des schriftstellerischen Werkes von Inge Deutschkron. Die Stiftung unterstützt ferner die Arbeit des Museums Blindenwerkstatt Otto Weidt, Rosenthaler Straße 39, Berlin-Mitte, in der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Darüber hinaus fördert sie Einrichtungen, wie etwa das Grips-Theater oder andere Organisationen, die durch ihre Arbeit eine Hinwendung junger Menschen zu Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Rassenwahn verhindern helfen. Über der Arbeit dieser Einrichtungen muss die Maxime stehen, dass jedem Menschen, gleich welcher Religion, gleich welcher Hautfarbe oder politischer Überzeugung das unveräußerliche Recht auf ein Leben in Frieden und Freiheit zusteht. Für Spenden hat die Inge-Deutschkron- Stiftung das Konto 600 000 6410 bei der Berliner Sparkasse (BLZ 10050000) eingerichtet." Die Festrede hielt Professor Dr. Norbert Frei von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena zu dem Thema: "Schwierige Lernprozesse. Die Deutschen und ihre Vergangenheit". Er zeichnete den langen Weg nach, den die deutsche Gesellschaft in der Bundesrepublik in ihrer Beurteilung der zwölfjährigen Herrschaft des NS- Regimes zurückgelegt hat. Erst Meilensteine wie der Frankfurter Auschwitz-Prozeß, der Eichmann-Prozeß in Jerusalem, aber auch das in dem Hollywood-Film "Holocaust" gezeigte Schicksal der jüdischen Familie Weiß führten viele deutsche Menschen zu der Erkenntnis des verbrecherischen Charakters dc> Nationalsozialismus. Wohin die Entwicklung führen wird, wenn es nicht mehr die nachwirkenden Berichte der Opfer, der Zcitzeugen, geben wird, ließ er offen, forderte aber eine Fortsetzung der Erinnerungsarbeit, damit sich eine so schlimme Zeit nicht wiederhole. Das Trio NeuKlang mit Nikolay Abromson (Klarinette), Dmitri Jurowski (Violincello) und Jan Jachmann (Akkordeon) gab den vertrauten Klängen von Solveigs Lied, Mozartkompositionen und Tangorhythmen durch moderne Versionen eine besonderes eindrucksvolle Nachwirkung. Der BVN Berlin gratuliert der Inge- Deutschkron-Stiftung sehr herzlich zu ihrer Gründung und wünscht ihr in jeder Hinsicht ein erfolgreiches Wirken W.R. "Die Mahnung", 1.12.2007 immS&^SmS5^:SSS;S$SS5:S*S$5:S:KS&*SS5S:5>3S$S:5&:S5'..^^^

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