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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2008-01-01 · No. 83 (2008) · p. Seite 3

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2008
Issue
No. 83 (2008)
Date
2008-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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3 Salo Alfred Sklarz - Erinnerungen an seine Verhaftung Ungefähr 1955 hat mein Vater, Salo Alfred Sklarz, s.A., seine Erinnerungen an die Verhaftung in Breslau und die Haft in Buchenwald niedergeschrieben. Warum gerade dann, für wen und für welchen Zweck, weiss ich leider nicht. Manche Fragen die sich beim Lesen aufdrängten, müssen leider unbeantwortet bleiben. In 1977 habe ich eine Photokopie an Jad vaSchem geschickt. Jüngstens habe ich den Text in den Rechner abgeschrieben, und ins Englische übersetzt. Zum 7 01 e n Jahr nach dem Novemberpogrom, (sogenannte Kristallnacht) scheint es angebracht, diesen Bericht eines Breslauers in unseren Mitteilungen wieder zugeben. Zu diesem Zweck, soll eine kurze Erinnerung an den Berichtschreiber voraus geschickt werden. Salo Alfred Sklarz s.A.. Mein Vater, Salo Alfred Sklarz, s.A.wurde 1903 in Kempen, Provinz Posen, geboren. Seine Eltern, Benno Sklarz und seine Mutter, Charlotte geb. Scheyer, waren beide Enkel von Meier Sklarz, der in Kempen als Talmid Chacham geehrt wurde. Durch die Schwestern seiner Frau, war Benno Sklarz mit den Familien Breslauer und Dzialoszynski verschwägert. Benno Sklarz hatte in Breslau, am Sonnenplatz, ein Milchwarengeschäft. Salo Sklarz war der jüngste von vier Kindern: Ismar (1893) fiel 1916 in Frankreich, Max. (1895) wurde Arzt in Cottbuss und Ruth (1899, später Ephraim) heiratete nach Berlin. Nach dem Abitur (1922) am Gymnasium St Maria Magdalena, konnte S.A.S., wegen Mangel an Mitteln, sein Studium nicht antreten und wurde in der Bank Hermann Loewy als Lehrling aufgenommen. Er kündigtel924 und Matrikulierte an der Universität Breslau als Student der Philosophie.(Sprachen).* Sein Studium schloss er in 1928 als Studienassessor ab, mit einer Habilitationsschrift, (mit Rudolf Brummer, Dresden), "Grundzüge einer Bibliographie für das Studium der französischen Philologie". Er unterrichtete verschiedentlich Englisch, Französisch und Latein, am Johannes Gymnasium** und später, an der Adass Jisroel Schule in Berlin. In 1933 wurde er von der NS-Regierung in Ruhestand gesetzt, aber unterrichtete dann am jüdischen Reform-Realgymnasium am Rehdigerplatz in Breslau, bis zu seiner Auswanderung anfangs August 1939. Noch heute erinnern sich so manche ehemalige Breslauer an diesen tüchtigen, strengen aber humorvollen Lehrer. In 1933 heiratete er Ruth Czollack, (Obersitzko, Prov. Posen, 1901) die Schwester seines Freundes und Kollegen Mono Czollack, der an der selben Schule unterrichtete. Die Kinder, Benjamin (1935) und Eva (1936-1971) konnten dann ihr Leben in England und später in Israel weiterführen. Mein Vater wurde jüdisch im Geist von Samson Raphael Hirsch und von seinem, oft bei uns erwähnten Begriff "Mensch- Jisro'el", erzogen, In der Synagoge, vereinten sich sein grosses jüdisches Wissen, seine Schulung und Gaben als Sprachler und seine angenehme Stimme in seinem genauen "Leinen" (Vorlesen aus der Bibel), sowie in seinem schönen, schlichten Vorbeten. Schon als Student, aber auch später, wirkte er in naheliegenden kleineren Gemeinden (besonders Glatz**) als Vorbeter an den Hohen Feiertagen,, sowie auch in der Pinchasschul, die er regelmässig besuchte.** In der "vom Rath Aktion" wurde mein Vater am Ilten November 1938 in Haft genommen, in Buchenwald verhaftet, und am 6ten Januar 1939 entlassen. Seine Erinnerungen darüber werden eben hier wiedergegeben. Leider habe ich nicht beizeiten erfahren, wie mein Vater die begehrte Ausreise nach England erhalten hat, aber die Namen von seinem Freund Martin Perle, s.A. (später Tel Aviv) und von Barnett Samuel s.A. in London, sind in meinem Gedächtnis mit dem Vermitteln eines bescheidenen Lehrpostens für ihn, verbunden. Von der Ausreise berichtet Willy Cohn in seinem Tagebuch am 29.7.'39: "Gestern, nach der Synagoge hat sich der Studienassessor Sklarz von mir verabschiedet; er geht nun nach England.Heute verabschiedet sich Czollack; die beiden gehen nach England. So wird es immer einsamer...." * Mono Czollack starb frühzeitig in England (1948). Mein Vater musste sich auch von seiner Schwester, Ruth Ephraim, ihrem Mann, Harry und ihren drei heranwachsenden Kindern verabschieden. Sein älterer Bruder, Max Sklarz (1895-1968), konnte im selben Jahr 1939 mit seiner Familie noch nach Santiago de Chile auswandern, wo er als angesehener Arzt weiter praktizierte. Zweimal hat er seinen Bruder in London besucht. Auch meine Mutter musste sich von ihren Brüdern Herbert *** (Breslau) und Richard Czollack (Berlin) und ihren Familien trennen.. Alle diese Zurückbleibenden wurden später zu ihrem Tode "ins Osten abgeschoben". In London, trat mein Vater seinen Posten als Englischlehrer für "Refugees" an. Wärend des Krieges, und auch im "Blitz", hat er dann abends auf der Londoner Universität aufs neue studiert, weil die deutsche Ausbildung damals in England nicht anerkannt wurde. Nach dem Erhalt des B.A., konnte er an einem Gymnasium ("Grammar School") unterrichten. Viele Jahre gab er auch in der Gemeinde Religionsunterricht, und abends viele Privatstunden, um die Familie zu ernähren. Wie in Breslau, haben ihn seine Kollegen und seine vielen Schüler in London als Lehrer und Mensch besonders geschätzt. Auch als Gemeindemitglieder der "Adass" und des "deutschen Minjen" in N. London, wurden die Eltern als Menschen, und mein Vater als Vorbeter und Toravorleser, sehr geschätzt.. Zu ihrem regen Freundeskreis gehörten insbesondere frühere Breslauer. Im Frühjahr 1966 sind Salo Alfred und Ruth Sklarz innerhalb von sieben Wochen gestorben. Ihre Nachkommen durch beide Kinder bewahren ihr Andenken in Israel. Benjamin Sklarz Petach Tikva, Israel Juni 2008 * Ich danke Dr Roland Müller, Dresden, für die Kopie des handgeschriebenen Lebenslaufes von S.A.S, datiert 1925 und für das Zitat aus W.Cohn. ** Herr E. M.Hauschner *** Siehe, in diesen Mitteilungen, über "Ezer Mitzion" (Fortsetzung auf Seite 4) mmmmimmsm®!kSS«S

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