Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1982-1983
- Issue
- No. 50 (1982-1983)
- Date
- 1982-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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WIR KONDOLIEREN MIRIAM LEWIN s. A. Vor einigen Monaten ist in Ramot Hascharon in Israel Prof. Erwin Jospe entschlafen. Unseres Erachtens nach ist er relativ jung gewesen. Nur einige Jahre war es ihm vergoennt, in Israel zu leben. Er war der Sohn des bekannten Oberkantors Jospe aus Oppeln O /S, mit dem der Redakteur unseres Blattes in staendiger Verbindung war. Erwin Jospe war in Amerika Chasan und Musikprofessor. Leider war es uns nicht vergoennt, ihn im Lande persoenlich gesprochen zu haben. Nur 2 mal waren wir in telefonischer Verbindung und hat er unser Blatt mit grossem Interesse gelesen. Unser Beileid gilt der Familie und seinem Bruder, Rabbi Dr. Alfred Jospe in Amerika. Unserem Vorstandsmitglied Max Lopatka, Tel Aviv, zum Ableben seines Bruders, der nach langer Krankheit, aber doch ploetzlich, verschieden ist. Die Brueder Lopatka hingen eng zusammen und ist der Verlust ein schwerer. Unserem lb. Max Lopatka, der im Rahmen der Breslauer und der Centra, immer zur Stelle ist, wann und wo man ihn braucht, wuenschen wir von Herzen, dass er von weiterem Leid verschont bleiben soll. Den Hinterbliebenen von Frau Else Soberski, Tel Aviv, Jad Elijahu, zum Ableben der Vorgenannten. Sie war mit dem bekannten Arzt, Dr. Bruno Soberski, Breslau, Mauritius und Tel Aviv, viele Jahre verheiratet, war ihm stets Helferin und treue Kameradin in seinem schweren Beruf. Dt. Soberski war ein Arzt von tiefer Berufung, immer zur Stelle, niemals auf Honorar bedacht und war in erster Ehe mit Cilly Heppner, der Tochter des bekannten Rabbiners, Dr. Aron Heppner, Koschmin in Posen und dann Archivar der Breslauer Gemeinde, bis zu seinem Heimgang im Jahre 1938, verheiratet. An der Bestattung von Else Soberski, sprach der Sekretaer des Verbandes, Erich Lewin, anerkennende Worte fuer die Heimgegangene, die beliebt und geehrt war durch ihre Hilfsbereitschaft und ihre grosse Wohltaetigkeit. Den Hinterbliebenen bezw. Kindern von David Tichauer, England. Der Genannte ist 1901 in einem Dorf bei Kattowitz geboren, besuchte das Lehrerseminar in Hannover, war viele Jahre Gesangslehrer an der Breslauer Rhediger-Schule, wanderte im Jahre 1939 nach England aus, war dort Chor-Dirigent und hatte ein eigenes Orchester. War sehr beliebt und von allen anerkannt. Am letzten Jom Kippur 1983 ist er gestorben und wurde auf seinen Wunsch mit seiner Gattin, die ihm 2 Jahre vorher entrissen wurde, auf dem Oelberg in Jerusalem zur letzten Ruhe gebettet. Ein tief religioeser Mensch, dessen Leben erfuellt war, ist dahingegangen. Ihm ist noch der Titel “Raw”’ verliehen worden. Ruth Wohl, Haifa, Mapustrasse 5/7 ist in hohem Alter verschieden. Sie war mit unserem Verband aufs engste verbunden, las mit grossem Interesse unsere Zeitung und konnten wir aus ihrer Korrespondenz die Liebe zum Lande erkennen. Unser Beileid gilt ihren Kindern und ihrem Bruder, Herbert Nothmann in Lima, Peru. Herrn Martin Gottreich, Jerusalem zum Ableben seiner Gattin. Wir kannten die Heimgegangene als intelligente, feine Frau, die leider nach schwerer Krankheit diese Welt verlassen hat. Lucie Itzkowitz geb. Weissbart, Haifa, ist vor laengerer Zeit ploetzlich heimgegangen. Aus einer besonders bekannten und sehr religioesen Familie Breslaus stammend war sie eine kluge, sehr tuechtige Frau, Mutter und Gattin. Mit uns hat sie in staendiger Korrespondenz gestanden. Manfred Wollmann, Cholon, ist ziemlich ploetzlich in ein besseres Jenseits abberufen worden. Unsere Teilnahme gilt den Kindern, sowie der Schwester, Alice Bar-Lew (Laqueur). Der Heimgegangene hat nur kurze Zeit seine Gattin ueberlebt. In unserer letzten Ausgabe Nr. 48/49 ist ein Nachruf auf seine verstorbene Frau erschienen. Manfred W. war der Sohn von David Wollmann aus Breslau, spaeter Tel Aviv, war viele Jahre in der Rasco Bau-Gesellschaft taetig, tief religioes, sehr bescheiden und im Kreise seines Beth Haknesseth in Cholon besonders beliebt. Bei seinr Beisetzung sprachen Rabb. Rosemann, Montevideo, Askalon, und Cholon, sowie der Sekretaer unseres Verbandes, Erich Lewin. Er hinterlaesst 2 Toechter und einen Schwiegersohn, der Raw in einer Jeschiwa ist. Frau Dr. Luise Wislicki Jerusalem, Metudelastr. 29, zum Ableben ihres Gatten, Prof. Dr. Leo Wislicki. Wir waren mit ihm ausserordentlich eng verbunden. Der Redakteur dieses Blattes kannte seine Eltern, Grosseltern und alle Verwandten aufs Beste, da er in Breslau in demselben Hause der Familie Wislicki wohnte und mit ihnen fast 20 Jahre in derselben Synagoge betete. Der Heimgegangene war ein tief religioeser, sehr bewusster Jude, der in seiner Jugend viel gelernt hat und als Talmid Chacham bezeichnet werden kann. Seine medizinische Qualitaet stand auf sehr hoher Stufe. Er hatte Verbindungen mit hoechsten Persoenlichkeiten und war dabei sehr bescheiden. Von Manchester, England, ist er mit seiner Gattin vor mehr als 2 Jahrzehnten nach Israel eingewandert. Sein letztes Schreiben, bereits in seiner Krankheit, haben wir als Dokument aufbewahrt. Familie Dr. Ludwig Nelken, Jerusalem, zum Ableben ihrer Schwester und Schwaegerin, Ella Nelken, die mit der ganzen Familie eng verbunden wa.r. Den Familien Prof. Dr. Deutsch, Tel Aviv, sowie Dr. Landau, Genf, zum Ableben der Mutter und Grossmutter, Cilly Landau geb. Merkin, frueher, Leipzig. Die Heimgegangene war die Gattin unseres unvergesslichen Dt. Siegfried Landau, der I. Vorsitzende der Gemeinde Ichud Schiwat Zion in Tel Aviv, mit dem wir immer in engstem Kontakt waren. Diese Freundschaft hat sich auch auf die Heimgegangene uebertragen. Sie las unser Blatt mit groesstem Interesse und hat ihren Gatten ins „Goldene Buch” unseres Verbandes eingetragen. Wir haben sie als kluge, lebensbejahende Frau sehr geschaetzt die an der Seite ihres Mannes fuer seine grosse Arbeit volles Verstaendnis zeigte und ihm Ansporn war in der taeglichen Forderung des Alltags. Das Interesse an unserem Blatt hat sich auch auf die Tochter Helga Deutsch uebertragen. Die Familie Landau bleibt bei uns unvergessen. Miriam Lewin geb. Levy, die Gattin des Redakteurs dieser Zeitung, ist am 15. Juni 1983 nach langem Leiden durch einen Gehirnschlag erloest worden. Bereits im Jahre 1933 ins Land gekommen, mit dem Zeugnis einer Kindergaertnerin und Anwaerterin auf die Pruefung als Sozialarbeiterin, begann sie Iwrith intensiv zu lernen, gruendete im Jahre 1936 mit Raw Ostrowsky in Kirjat Mosche — Jerusalem, den ersten religioesen Kindergarten, arbeitete dann an verschiedenen Plaetzen des Landes und stieg im Laufe der Jahre bis zur Leiterin saemtlicher religiöser Kindergaerten des Hapoel Misrachi auf. Eine Persoenlichkeit sehr starker Natur, die keine Grenzen ihrer Arbeit kannte, hat in taktischen Verhandlungen mit Behoerden und Magistraten der verschiedensten Staedte religioese Kindergaerten und Tagesheime geschaffen. Als Anerkennung ihrer Arbeit ist in „Ganej Tikwah” in der naechsten Naehe von Petach Tikv/ah vor einigen Jahren ein Tagesheim auf ihren Namen errichtet worden. Ihr Heimgang kann nur als Erloesung fuer sie betrachtet werden. Frau Ruth Strauss geb. Fraenkel, Pardess Chana, zum* 1 Hinscheiden ihres Gatten, mit dem sie in ausserordentlich guter Ehe lebte. Ruth Strauss entstammt der bekannten Familie Martin Fraenkel aus Breslau, der im Gemeindeleben eine fuehrende Rolle spielte. Ruth ist durch ihre besondere Tuechtigkeit bekannt und koennen wir nur wuenschen, dass sie die harte Pruefung bestehen soll. Bella Holzer geb. Freund wurde in unserer Ausgabe 48/49 zu ihrem 90ten Geburtstage gratuliert. Leider ist sie kurz danach ganz ploetzlich heimgegangen. Sie war die aelteste Tochter der bekannten Breslauer Familie Salo Freund, Breitestr. 4/5. Viele Jahre verheiratet in Leipzig, dann Breslau und zuletzt Tel Aviv. Sie ist bis zum letzten Atemszuge geistig und koerperlich frisch geblieben, hat mehrere Soehne hinterlassen, die alle in fuehrenden Stellungen im Zollamt taetig waren, jetzt bereits in Pension weiter auf den verschiedensten Gebieten arbeiten zum Wohl der Medina. Ihre Geschwister sind Martin Freund, Jerusalem, Dt. Frieda Seelig geb. Freund, die bekannte Zahnaerztin aus Breslau, sowie Frau Lea Friedmann geb. Freund in New York lebend. Oberkantor Jacob Samek, Tel Aviv, von der Gemeinde Ichud Schiwat Zion, ist vor einigen Monaten bei einem Besuch in New York ploetzlich verschieden. Seine besonders schoene Stimme, gepaart mit grosser Menschlichkeit bleibt uns unvergessen. Er ist in Pressburg geboren, besuchte dort die Jeschiwa und wurde spaeter in Wien von bedeutenden Chasanim ausgebildet. Schwere Jahre im, Untergrund mit seiner Gattin und Tochter hat ihm sein tiefes G’ttvertrauen zu ueberstehen geholfen. In Tel Aviv war er ausser seiner Taetigkeit als Chasan in einer gehobenen Stellung im Erziehungswesen und ausserdem im Magen Dawid Adom im Range eines Hauptmanns freiwillig taetig. Seine Gattin stand ihm in jeder Lage bei. Die grosse Familie mit Tochter Schwiegersohn und Enkelkindern, streng religioes, halten das Erbe des Grossvaters in Ehren. Des oefteren hat er sich dem Verband der Centra, sowie den ehemaligen Breslauern zur Verfuegung gestellt. & bleibt in unserem Kreise unvergessen. 39