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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1982-01-01 · No. 50 (1982-1983) · p. Seite 38

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1982-1983
Issue
No. 50 (1982-1983)
Date
1982-01-01
Page
Seite 38 (sequence 38)
Language
German
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JULIUS SACHS ba Mit tiefer Wehmut haben wir unseren lieben Julius Sachs, den Mitbegründer des Verbandes ehern. Breslauer in Israel, fast bis zulezt Vorstandsmitglied, kurz vor Vollendung des 90. Lebensjahres, zur letzten Ruhe begleitet. War er doch schon in seiner Geburtsstadt Breslau als Sohn des bekannten Sanitätsrats Dr. Albert Sachs und seiner Gattin Klara geb. Goldstein, eine Persönlichkeit eigener Prägung. Sein Vater war u.A. Theaterarzt, sein Elternhaus als Mittelpunkt der Künstler, Musiker und Schauspieler weit über Breslau hinaus wegen der Gastlichkeit und der besonderen Wärme, die dort herrschte, bekannt und berühmt. Die musikalische Tradition des Hauses führte Julius Sachs weiter und in seiner Musikalienhandlung C. Becher, die im Herzen Breslaus lag, erschienen Sänger, Schauspieler etc. um sich beim Kauf beraten zu lassen. Er selbst spielte Klavier u. Flöte und liebte besonders das Musiktheater. Vor dem 1. Weltkrieg studierte er in Köln und München — eine Stadt die er ihrer Athmospähre u. ihrer kulturellen Stätten wegen besonders liebte und in der er auch bis zuletzt viele gute Freunde hatte. Im 1. Weltkrieg war J.S. 4 Jahre an der Front u. wurde mit dem EK ausgezeichnet. In Tel Aviv war er zunächst Initiator der Errichtung einer Musikabteilung in der Stadtbibliothek und betätigte sich später .kaufmännisch. Ehrenamtlich leitete er schon 1940 (und über 20 Jahre) in Tel Aviv, im Rahmen d. Toynbeehalle künstlerische Programme mit leichtem Imbiss für die ältere Generation, also der Vorläufer der heutigen Golden Age Clubs. Wieviel Mühe, welche Arbeit darin steckte zu einer Zeit, wo jeder Piaster heilig war, lässt sich schwer beschreiben. — Auch hier war an jedem Freitag Abend in seiner Wohnung Treffpunkt von Sängern, Künstlern und Schauspielerin, sowie des grossen Freundeskreises, mit tatkräftiger und verständnisvoller Unterstützung seiner Gattin Hertha. Trotz der Schwere der Zeit und minimaler Einnahmen verstand er es, durch seine Verbindungen den Künstlerin Arbeit zu verschaffen, ohne an sich auch nur zu denken. Die Grösse seiner Persönlichkeit lag in einem warmen Herzen, das immer für andre schlug und das bei seinem schweren Leiden — fast 12 Jahre ans Bett gefesselt — ihn geistig bis zuletzt anregte, zu dichten, zu schreiben und seinen feinen Humor zu behalten. Viele deutschsprachige Zeitungen im In- und Ausland brachten immer wieder Aufsätze aus seiner Feder, auf den verschiedensten Gebieten die Wissen und ein phänomenales Gedächtnis verrieten und seine grosse Menschenliebe aufwiesen. Julius Sachs wurde mit der Goldenen Ehrennadel der Landsmannschaft Schlesien ausgezeichnet u. erhielt später auch die Holtei-Medaille. Wir trauern mit dem Sohn, der Tochter, dem Schwiegersohn und der weitverzweigten Verwandschaft um eineh Menschen, der unersetzbar ist. VERBAND. EHEMALIGER BRESLAUER IN ISRAEL Herrn Dr. Herbert Boehm und Familie, Ramat Chen, Israel, zum Ableben der Gattin und Mutter Lucie Boehm, deren feines Wesen, ihre soziale Arbeit in den Krankenhäusern, ihre wielseitige Tätigkeit uns unvergesslich ist. BRUNO GOLDSTEIN ..a. Auch dieser liebenswerte Mensch ist nicht mehr. Geboren ist er in Beuthen O/S als Sohn von Bruno Goldstein (der leider frühzeitig an den Folgen einer Kriegsverletzung starb) und Hilde geb. Friedmann. Schon frühzeitig kam er mit der Jugend- Aliyah nach Ben Schemen und lebte bis zum isr. Befreiungskrieg in Ataroth — ein Ort der dann geräumt werden musste. Nach der Staatsgründung war er bis zu seinem Tode angesehener Beamter im Landwirtschaftsministerium. Bruno Goldstein lebte immer still und zurückgezogen sich seinen Interessensgebieten widmend, besonders dem Altgriechischen und Latein und den Schriften in diesen Sprachen, ebenso aber auch seinem Beruf entsprechend landwirtschaftlichen Versuchen. Die bei seiner Beerdigung besonders grosse Trauergemeinde von Verwandten, Freunden, Berufskollegen und den Einwohnern von Bne Ataroth beweisen die grosse Wertschätzung der er sich erfreute. WALTER LEWALD s.a. Walter Lewald hat uns allzufrüh verlassen. Geboren in Posen als Sohn der bekannten Familie Sally Lewald und Frau Rosa geb. Placzek, kam er nach dem 1. Weltkrieg zunächst nach Königsberg, absolvierte seine Lehrzeit in der Holzbranche und wurde im Laufe der Jahre anerkannter Fachmann., Seine Arbeit führte ihn nach Leipzig, O/S, und Breslau, wo er bei bekannten Firmen arbeitete — zuletzt jahrelang bei der angesehenen Holzgrosshandlung, Dampfsäge — u. Hobelwerk des Konsul Alois Länderer. Nach seiner Auswanderung war er zunächst in Prag und nach 1938 bei der grossen Holzfirma seines Schwiegervaters Hugo Lesser in Holland Schwerste Kriegjahre und Internierung in Lagern blieben ihm und der ganzen Familie nicht erspart. Nach Kriegsende kam die Familie auf Umwegen nach Israel und hat Walter Lewald sich auch hier, dank seiner ausgezeichneten Kenntnisse in seinem Fach etabliert — angesehen besonders auch dank seines sprichwörtlich korrekten Geschätsgebahrens, seiner Zuverlässigkeit und Reellität. Walter Lewald war vor Allem auch ein Familienmensch und guter Freund Allen, er war ein kulturell sehr interessierter Mann und empfänglich für alles Schöne. Seiner Gattin, Freu Lotte Lewald geb. Lesser, massgebendes Vorstandsmitglied unseres Verbandes, d. Tochter, Schwiegersöhnen, Enkelkindern, Geschwistern sowie der weitverzweigten Familie gilt unser tiefes Mitgefühl. Walter Lewald bleibt bei uns unvergessen. HERBERT fZWI) COHN a. Auch dieses früheren Breslauers wollen wir gedenken. Frühzeitig ging er schon auf “Hach’schara” um sich für Palästina vorzubreiten — der Typ eines uneigennützigen, wahren Pioniers war er zeitlebens. U.a. gehörte er zu den Gründern von Kfar Ono und war jahrelang Vorsitzender des Ortsrates. Alle die ihn kannten werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. JOSEPH AWJAM (BENDIX) s.a. Joseph Awjam (Früher Breslau) ist nach schwerer Krankheit im 61. Lebensjahr verschieden. Er war der Sohn von Siegfried Bendix (Schuhgrosshandlung Friedmann und Bendix). Er kam mit 15 Jahren mit der Jugendalijah ins Land, war sehr fleissig und hat es zum Fachmann für Wasser- und Oelbohrungen gebracht. Die Regierung schickte ihn als Fachmann nach Aetiopien und Amerika. Er war äusserst beliebt in allen Kreisen und ein Vorbild bei allen.die ihn kannten. Unsere Anteilnahme gilt der Gattin und Kindern sowie der Schwester Betty Berg und dem Bruder Eugen Bendix. WIR KONDOLIEREN: Familie Schueftan, Tel Aviv, zum Ableben ihres Mannes und Vaters, Heinz Schueftan der bereits 1933 ins Land kam und mit zu den ersten Optikern des Landes zaehlte. Er war der Sohn von Hugo Schueften, der bereits in Breslau als Grosskaufmann im Rahmen der juedischen Gemeinde, der Chewra Kadischa sowie vielen Wohltaetigkeitsvereinen fuehrend angehoerte. Nach seiner Uebersiedlung nach Chile war er dort der Mitbegruender der sogenannten Breslauer Synagoge, der Chewra Kadischa u. vielen Vereinigungen die zur Unterstuetzung sozialer Faelle taetig waren. Unter der Aegide von den Rabbanim Dr. Manfred Lubliner, sowie Dr. Israel Egon Loewen. stein, jetzt Jerusalem hat er viel geleistet. Der Heimgegangene Heinz Schueften war wegen seiner grossen Fachkenntnisse, seiner Liebenswuerdigkeit etc. sehr beliebt. Seine Gattin hat ihn in allem wesentlich unterstuetzt. Ein schoenes Familienleben mit Kindern und Enkeln bleibt unvergessen. Den Verwandten von Herrn Siegbert Mannheim, Kiriath Ono, zum Ableben des soeben genannten. Ein treues Mitglied unseres Verbandes, ein hilfreicher äusserst gütiger Mensch ist heimgegangen. Aus der Provinz Posen stammend, kam er nach Breslau und war dort lange an der Getreidebörse tätig, wo er einen ausgezeichneten Ruf genoss. In Israel war er jahrzehntelang bei der Elektr. Gesellschaft tätig — ein treuer Angestellter. Nach dem Tode seiner Frau geb. Mamroth aus Breslau wurde er hingebungsvoll von seiner Schwägerin Paula Mamroth betreut. Auch sein Neffe Gert Ledermann stand ihm Ständig zur Seite. Wir trauern mit allen Lieben um diesen wertvollen Menschen. Frau Hanna Frank geb. Jereslaw und Familie, Kirjat Bialik, zum Ableben ihres teuren Walter Frank, der durch seine Gattin mit unserer Arbeit eng verbunden war. Familie Frank gehörte zu den ersten Einwohner von Kirjat Bialik . Der Heimgegangene hat in allen Sparten für den Ort gearbeitet, und wurde seiner grossen Verdienste wegen mit dem Titel “Jakir Kirjat Bialik” geehrt. Den Familien Schmelzinger, Haifa sowie Har Pas, Petach Tikwah zum Ableben ihres Vaters Erich Meir Freudenthal, Haifa, der aus der grossen und sehr geachteten Familie Freudenthal Breslau stammt. Sein aufrichtiger Charakter, seine tiefe Frömmigkeit, Sein Humor und seine Lebensbejahung bleiben uns unvergessen. Mit grossem Intereses hat er immer unser Blatt gelesen. 38

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