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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1982-01-01 · No. 50 (1982-1983) · p. Seite 37

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1982-1983
Issue
No. 50 (1982-1983)
Date
1982-01-01
Page
Seite 37 (sequence 37)
Language
German
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GOTTHARD OLEARIUS s A- Auch wir vom Verband ehemaliger Breslauer in Israel schliessen uns der grossen Trauer an, die durch den Heimgang von Ministerialrat a.D. Gotthard Olearius, zuletzt wohnhaft ln Oberhaching bei Muenchen, entstanden ist. Unsere Teilnahme gilt vor allem seiner Gattin Ruth, sowie den Kindern und der weiteren Familie. Ein erfuelltes Leben hat seinen Abschluss gefunden. Leider war der Heimgegangene ln der letzten Zeit schwer leidend und nur durch die Aufopferung und Hingabe seiner Gattin und der Familie, sind ihm die letzten Jahre erleichtert worden. Er ist 1904 in Breslau geboren, wo er Schule und Universitaet besuchte, war Jurist mit Leib und Seele, schlesischer Landesrat. Ein tief religioeser Mensch, der die Liebe zu den Nebenmenschen in die Tat umsetzte und ueberall, wo er auftrat, sofort Kontakt hatte. Wir waren mit ihm in staendiger Korrespondenz und las er mit viel Interesse unser Blatt. Was er im Rahmen seines Lebens geleistet hat kam bei seiner Bestattung zum Ausdruck. Ueberall erschien er, wo Not zu lindern war, war Mitglied der Landessynode der ev.-luth. Kirche ln Bayern und war ein Mensch im wahrsten Sinne des Wortes. Sein Andenken wird auch bei uns In Israel unvergessen bleiben. DR. MED, HERBERT JAWITZ s.A. Nichts gegen heutige Aerzte, aber diejenigen, die wir in unserer Jugendzeit kannten, hatten oft eine etwas andere Einstellung zu ihrem Beruf Sie waren — insbesondere als Hausaerzte — die Freunde ihrer Patienten, sie sorgten vor, erkannten schnell den Herd der Erkrankung und heilten gegebenenfalls mit Verstand, mit Klugheit. Sie kamen auch Nachts und speisten einen Kranken nicht mit Tabletten ab. Ihr Beruf war ihnen wirklich Berufung. Zu dieser Art Aerzte gehoerte auch Dr. Herbert Jawitz, Sohn des Ehepaars Adolf u. Martha geb. Lux, letztere aus Beuthen O/S. Oer Vater war Mitinhaber des bekannten Herren-Mass- Atelier- Gebrueder Jawitz, Breslau, Junkernstrasse. Der Sohn 1908 geboren, verstarb leider ziemlich jung. Er besuchte das Johannes Gymnasium in Breslau, studierte Medizin in Breslau, Genf u. Berlin, und war dort Assistent des bekannten Prof. Rosenstein am Berliner juedischen Krankenhaus, Iranischeste. Im 2. Weltkrieg diente er als Captain (Arzt) in Nord Afrika, Italien und Persien. In Jahre 1938 wanderte er in das damalige Palaestina ein und liess sich als Internist nieder. Von Anfang an gehoerte er als Arzt zum Gremium der Makkabi-Krankenkasse, hatte aber auch viele Privatpatienten, die' zu seiner erfolgreichen Behandlungsmethode starkes Vertrauen hatten. Er war mit Sonja geb. Perlstein (Wien) verheiratet, die ihn bis zum letzten Atemzug pflegte. Dem allseitig beliebten Arzt und Menschen Herbert Jawitz werden viele nachtrauern. Julius Sachs MINNI ROSENBERGER S-A- Eine gütige, stets hilfsbereite Frau ist nicht mehr. Diese Eigenschaften aber ebenso Verständnis für den Mitmenschen und Tatkraft wo es nötig war, zeichneten Minni Rosenberger aus. Viele Freunde wusste sie sich zeitlebens zu schaffen und war sie beliebt und angesehen bei allen die sie kannten. In Breslau war sie mit dem bekannten Kaufmann Leo Rosenberger verheiratet und kamen sie noch vor dem 2. Weltkrieg mit ihren 2 Söhnen nach Palästina. Alle standen sie auch hier während der schweren Anfangsjahre ihren Mann — zunächst in Tel Aviv u. Bath Jam, später im Meschek Doroth. Viel Freude erlebten Leo und Minni Rosenberger an ihren Söhnen, die bald heirateten, Familien gründeten und alle mit den Eltern stets eng verbunden waren. Alle Mitglieder der Familie waren treue Freunde unseres Verbandes. Den Söhnen, Schwiegertöchter und deren Familien (Meschek Doroth und U.S.A.) sowie den anderen Verwandten gilt unser tiefempfundenes Mitgefuehl. Wir werden der Verstorbenen stets ein ehrendes Andenken bewahren. DR. KARL SACHS s.A. Auch Dt. Karl Sachs (Breslau, U.S.A.) ist nicht mehr unter den Lebenden. Karl Sachs war der Sohn des San.-R&t Dr Albert Sachs u. seiner Frau Klara geb. Goldstein. (Verschiedentlich wurde in unserem Blatt über die Familie berichtet u. ebenfalls ausführlich über- Fam. Goldstein — O/S Holzindustrie — und di« weitverzweigte Nachkommenschaft.) Dr. Sachs lernte in Breslau am Johannes Gymnasium, studierte in Breslau, Heidelberg und Würzburg, arbeitete an Berliner Krankenhäusern u. wurde Oberarzt am Reinikendorfer Krankenhaus. Später praktizierte er als Internist. Nach seiner Auswanderung nach den U.S.A. praktizierte Dr. Sachs in New York und setzte sich nach dem 50 jährigen Arztjubiläum zur Ruhe. Bemerkenswert ist auch sein frühzeitiger Beitritt in U.S.A. zu einer Ärztegruppe die auf dem Prinzip der “Health Insurance” auf gebaut war. Dr. Sachs war ein musikalisch wie auch literarisch sehr interessierter Mensch (er selbst spielte 3 Instrumente u. wirkte in Amateurorchestem mit) u. sein besonderes Interesse galt der Geschichte u. Antike. Dr. Sachs hat des öfteren auch in unserem Blatt Beiträge veröffentlicht und hatten wir Gelegenheit ihn bei seinen Besuchen in Israel bei seinem Bruder Julius Sachs u. den vielen anderen Verwandten, zu sprechen, was uns immer eine besondere Freude war. Seine Gattin Edna, die ihm immer hilfreich zur Seite stand, ist leider auch vor einigen Jahren gestorben. Ein gütiger u. stets hilfsbereiter Mensch hat uns verlassen — wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. MICHAEL (LUDWIG) FRAENKEL ZUM GEDENKEN 35 Jahre sind es her, dass Michael Fraenkel als Offizier der Isr. Armee fiel. Ein junges, blühendes Leben fand sein plötzliches, tragisches Ende. Alle, die diesen bescheidenen, wertvollen Menschen kannten betrauern sein so frühzeitiges Ableben zutiefst und behalten ihn stets in Erinnerung. In einer ausführlichen Gedenkschrift, verfasst vom Vater R.A. Dr. Schmuei (Siegfried) Fraenkel, lesen wir in warmen Worten über den Lebensweg des GEFALLENEN — alles im Lichte der Familiengeschichte. Geboren wurde er 1928 in Beuthen O/S. Sein Vater ein, bekannter Anwalt, seine Mutter war Martha geb. Blumenthal. Der Vater befasste sich besonders mit dem Kampf um die jüdischem Minderheitsrechte in O/S auf Grund der Genfer Konvention, hatte eine grosse Fraxis beim Schiedsgericht für Oberschlesien und übernahm. 1936 — 1939 das Mandat fuer den Fuersten von Pless in einem Entschädigungsprozess gegen den polnischen Staat und danach viele weitere Aufgabe in Pless, die er eingehend beschreibt. Gleichzeitig war Fränkels Haus Brennpunkt Zion. Lebens in Beuthen (Teilnahme am Hamburger Kongress) der Vater besuchte schon 1927 Palästina und war einer der Gründer von Meged durch seine Beteiligung an der “Jaffa Plantations” Ltd. In dieser Umgebung erlebte Michael seine Kindheit. Sozusagen im letzten Moment (1939) kam die Familie nach Überwindung bedeutender Schwierigkeiten nach Palästina. Bald siedelte man sich in Meged an und widmete sich der Landwirtschaft und Orangenplantagen, hatte aber auch hier vieles zu überwinden, (z.B. Wassermangel, Verluste u.s.w.) was mit vereinten Kräften der Familie geschah. Michael half stets mit. Schon frühzeitig zeigten sich auch seine angeborenen Faehigkeiten als Jugendführer. Seinen Neigungen entsprechend kam er auf die landwirtschaftliche “Kadori” Schule, die er 1944 — 1946 absolvierte. Die praktische Erfahrung erwarb er sich in Meged, und war er stets bestrebt zu lernen forschen und zu verbessern, besonders auch auf dem Gebiet der Orangenzucht. In Pardess Hannah hielt er Vorträge über Mechanisierung und Neuorganisierung der Bearbeitung. Er plante auch die landw. Jugend des Ortes zusammenzufassen und Diesem, gestuetzt auf die produktive Arbeit der Jugend ein neues Gepräge zu geben. Eine Denkschrift in diesem Sinne an den Ortsrat verfasste er ebenfalls. Verwirklichen konnte er den Plan nicht mehr — es kam die Militärzeit. Michael war ein Mensch mit Initiative und Energie. Er liebte die Natur, die Familie und Mitmenschen, und war stets ein Mensch der Pflichterfüllung. Er wird unvergessen bleiben. 37

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