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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1982-01-01 · No. 50 (1982-1983) · p. Seite 36

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1982-1983
Issue
No. 50 (1982-1983)
Date
1982-01-01
Page
Seite 36 (sequence 36)
Language
German
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DR. MAX ELK s.A, - LEHRER UND RABBINER Als Rab. Max Elk, der am 26. April, wenige Wochen nach Vollendung seines 86. Lebensjahres starb, im Jahre 1976 Ehrenbürger der Stadt Haifa wurde, in der er seit seiner Einwanderung 1935 lebte, fand das von ihm geschaffene Schulwerk, die “Leo-Baeck--Schule” die öffentliche Anerkennung. Bevor Dr. Elk, der seit 1926 in Stettin als Rabbiner amtierte, auswanderte, besprach er seine Pläne und Träume mit Leo Baeck, einem seiner Lehrer an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin, und der ihm ein Freund wurde. Sie hiessen: Synagoge, Schule, Lehrhaus. Das spiegelt seinen Lebensweg wieder. Der in Frankfurt/M geborene besuchte das Philanthropin, die Schule, die 1804 gegründet wurde, um jüdische Erziehung mit allgemeinem Wissen zu verbinden, dann kommt er auf das Jüdisch-Theologische Seminar in Breslau, später zur Hochschule in Berlin. Für einen aus Deutschland stammenden Rabbiner gab es im Jahre 1935 keine Möglichkeiten im Lande, das religiöse Leben war so anders. Elk konnte in Haifa die damals jungen Menschen der “Fünften Alija” zusammenbringen, Chanuka 1935 wurde der erste Gottesdienst der Bet Israel Gemeinde abgehalten, bald eine zweite Gruppe auf dem Carmel geschaffen, (ein im Prinzip konservativer Gottesdienst in einer dem Kreis vertrauten Form.) Es waren diese Jungen Familien, die seine Pläne aufgriffen und unterstützten, 1938 wurde die erste Kindergartenklasse, 14 Schüler, eröffnet, aus der 1939 die erste Klasse der Grundschule wurde, die ‘Hillelschule’, ganannt nach der Strasse, in welcher ein einstöckiges Haus gemietet wurde. Die Entwicklung der Schule wird ein Erfolg, trotz der Schwierigkeiten in Haifa eine Privatschule zu gründen u. sie aus d. “S'ramim” den Strömungen der Parteigebundenheit, herauszuhalten, nur mit der 1914 von Arthur Biram gegründeten Realschule zu vergleichen, die trotz ihres guten Namens damals noch mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Bei einem Besuch in Haifa, nach seiner Befreiung aus Theresienstadt, bestätigt Leo Baeck den Vorschlag Elks, der Schule seinen Namen zu geben. Die Grundschule wurde 1950 in das Städtische Schulwerk eingegliedert und erhielt ein ordentliches Schulhaus, die oberen Klassen mussten sich bis 1971 mit umgebauten Wohnräumen abfinden, was aber dem Lehrprogramm nicht schadete. Elk machte sich früh mit dem Gedan. ALLE NEUERSCHEINUNGEN LIEFERT LANDSBERGER TEL-AVIV, BEN JEHUDA, 9. TEL. 6 5 6 3 3 0 SPEZIALABTEILUNG FÜR DEUTSCHES ANTIQUARIAT AN- UND VERKAUF ZU GÜNSTIGEN PREISEN ken der Reform vertraut, die ein dreiteiliges Schulwerk vorsieht, und konnte die Leo Baeck Schule so ausbauen, dass heute ungefähr Tausend Schüler dort unterrichtet werden, wobei die Mittelsektion in einem von der Stadt gestellten Gebäude auf dem Carmel unterrichtet wird. Für die Synagogen fand Elk in dem kurz vor dem Kriege 1939 eingewanderten Rabb. Paul Lazarus einen würdigen Helfer., Er verstarb am 1. Jan. 1951, ihm folgte noch Rabbiner Avigdor Porath (Victor Förder), Jahrgang 1913, der der letzten in Breslau ausgebildeten Rabbinergeneration angehörte, und der hier als Lehrer amtierte. Nach seinem frühen Tod, Dezember 1971, fand sich keine Persönlichkeit mehr, die Gemeinden :n dem einmal geschaffenen Geist weiterzuführen, und Elk war mit der Schule beschäftigt. — Wir, die wir mit Max Elk bis in die letzte Zeit Kontakte hatten, bewunderten seine geistige Regsamkeit. Bis vor zwei Jahren bemühte er sich um die hinterlassene Bibliothek von Paul Lazarus, die wertvolle Judaica des 19. Jahrhunderts hat, wie um seine eigene, er ordnete und katalogisierte sie, er beschäftigte sich intensiv mit religiös-philosophischen Themen, bis sich während des letzten Lebensjahres die Krankheit verschlimmerte. In der israelischen Öffentlichkeit bleibt der Name Max Elks mit dem Schulwerk verbunden, von dem er vor fast fünf Jahrzehnten sprach und träumte und welches er mit bewundernswerter Energie aufgebaut hat. Für ein Lehrhaus, wie er es von Frankfurt, Breslau, Berlin kannte und ersehnte, gab es in der israelischen Wirklichkeit keinen Platz. Heinzwerner Goldstein Dr. Julius Loewensfeln und Frau Annia Loewenstein ge b. Pribalsch s. A. Seit Erscheinen unserer letzten Nummer sind diese Beiden in verhaeltnismaessig kurzer Zeit verschieden. Annie Loewenstein, die Tochter des bekannten Buchhaendlers und Gelehrten, Pribatsch, bereicherte unsere Zeitung durch ihre auf hohem Niveau stehenden Aufsaetze, verfasste verschiedentliche Buecher, schrieb fuer viele deutschsprachige Zeitungen im In- und Ausland und war wegen ihrer Klugheit sehr geschaetzt. Ihr Gatte Dr. Julius Loewenstein, ein Schüler des weltberuehmten Philosophen Karl Jaspers, ist vor einiger Zeit nach schwerer Krankheit heimgegangen. Er hielt an verschiedenen Universitaeten der Bundes-Republik Gast-Vorlesungen. Seine letzte Arbeit hat er, trotz schwerster koerperlicher Behinderung — er konnte nur noch mit einem Finger schreiben — am Abend beendet, ohne sprechen zu koennen und in der selben Nacht schlief er ein. Die Gradheit und Feinheit beider Genannten ist weit ueber das Mass des Ueblichen zu betonen. Der Redakteur unseres Blattes hat Beiden ehrende Worte des Gedenkens gewidmet. Es waere uns wohl, wenn wir in der heutigen Welt viele solcher Menschen aufweisen koennten. Kürzlich erschien als Sonderdruck aus dem Jahrbuch d. Instituts für deutsche Geschichte XII, 1983, Universität Tel Aviv, „Das Judentum im säkularisierten Zeitalter, Betrachtungen zur Neuausgabe von Franz Rosenzweigs Briefen” von Julius Löwenstein. ERNA STEIN-BLUMENTHAL s.A. In Kfar Jedidja starb Erna Stein-Blumenthal wenige Monate vor ihrem 80. Geburtstag. In Emden geboren kam sie als junges Maedchen nach Breslau. Sie studierte dort Kunstgeschichte und war Mitglied der Breslauer Ortsgruppe der “Kameraden”. Nach Abschluss ihrer Studien ging sie nach Berlin, wo sie nach einiger Zeit an den Vorbereitungen zur Eroeffnung des juedischen Museums teilnahm. Bis zu ihrer Auswanderung nach Palaestina arbeitete sie am Museum, zuerst unter der Leitung von Karl Schwarz, und nach seinem Weggang als Leiterin des Museums. In der Buecherei des Schockehverlags erschien der reizende, von ihr redigierte Band “die Josefslegende in aquarellierten Zeichnungen eines unbekannten russischen Juden der Biedermeierzeit”. Nach der Machtergreifung durch die Nazis unterstuetzte das Museum juedische Kuenstler im Rahmen der “Kuenstlerhilfe”. Erna Stein-Blumenthal gab zwei Kalender der Kuenstlerhilfe fuer die Jahre 1934 — 1935 heraus. Nach ihrer Heirat ging sie nach Palaestina. Nach einiger Zeit schloss sich das junge Paar dem Moschaw Kfar Jedidja an, wo die Kinder, ein Sohn und eine Tochter, aufwuchsen. Lange Jahre hindurch erschienen in der deutschen Tagespresse Ernas immer interessante Berichte ueber Kunstausstellungen und Filme, die von ihrem grossen Wissen zeugten. In ihrem letzten Lebensjahr hatte sie das Glueck, die ehemalige Staette ihres Wirkens wiederzusehen: Genau 50 Jahre nach der Eroeffnung des juedischen Museums wurde in Berlin letztes Jahr die juedische Abteilung des Berlin Museums eingeweiht. Als einzige Ueberlebende der damalign Mitarbeiter wurde Erna Stein_Blumenthal als Ehrengast nach Berlin eingeladen. Sie nahm an allen Feierlichkeiten teil und wurde von allen Seiten gefeiert und geehrt. Der Kreis hatte sich geschlossen, nach einigen Monaten starb sie. R. R. DR. MAX SALZBERGER s.A. In Montevideo ist am 18.6.1983 Dr. Max Salzberger im 99. Lebensjahre nach kurzer Krankheit verschieden.Als Sohn d. bekannten Erfurther Rabbiners studierte er in Freiburg Medizin, war Assistenzarzt im jued. Krankenhaus in Breslau, heiratete die Roentgenaerztin Frieda Schueler, die ein eigenes Institut in Breslau in der Gartenstr. 30 unterhielt. Die Praxis des Heimgegangenen in Breslau war sehr umfangreich. Leider starb Frau Dr. Salzberger noch in Breslau vor der Auswanderung. Durch ausserordentlich gute Beziehungen erhielt er im Jahre 1940 eine Berufung nach Montevideo, heiratete noch einmal und konnte sich in der neuen Umgebung schnell einarbeiten. Sein grosses Hobby “Natur-Wissenschaft” hat er ausserordentlich gepflegt, sodass er bis zu seinem 94ten Lebensjahr imj Deutschen Sender in Montevideo im Laufe der Jahre noch ueber 70 Vortraege hielt. Hervorzuheben ist die grosse Fuersorge und Pflege, die seine Adoptivtochter Jael Rosenberg ihm im Laufe der letzten Jahre gewaehrte. Besondere Liebe verband ihn mit seiner Tochter, Lotte Robinsohn, Tel Aviv, die ihn von Zeit zu Zeit besuchte. Der Name, Dr. Max Salzberger, gehoert in die Geschichte der Gemeinde Breslau. 30 M

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