Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1982-1983
- Issue
- No. 50 (1982-1983)
- Date
- 1982-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. JOSEPH Am 15.3. verstarb der Nervenarzt Dr. Joseph Prager aus Haifa — im biblischen Alter v. 97 Jahren. Er wurde 1885 als Sohn des Landesrabbiners Dr. Isaak Prager aus Kassel geboren & studierte Medizin in Marburg, Hamburg & Breslau wo er seine spätere Frau, — die unvergessene Lotte Badt- Prager kennenlernte. Unter anderem hoerte er Vorlesungen von Herrman Cohen in Marburg & — spaeter — von Franz Rosenzweig mit dem ihn eine langjaehrige Freundschaft verband. Als Medizin-Student schloss er sich der Zionistischen Bewegung an & nahm an einigen der Kongresse teil. Im 1. Weltkrieg diente er als Arzt an der Ostfront & spaeter leitete er ein Nerven Lazarett. Nach dem Kriege liess er sich als Nerven Arzt in Kassel nieder, & verzog — um seinen 4 Kindern eine juedische Erziehung geben zu koennen — nach Breslau. Er war — gleichzeitig — auch Hoerer am Rabbiner-Seminar in Breslau & erhielt vom Rabbiner Nehemia Nobel die Approbation (semicha) als Mohel. Sein Register der Britot Mila enhaelt ca. 3 000 Eintragungen. 1932 liess sich der 47 jaehrige — mit 4 Kindern — als Arzt in Haifa nieder, wo der „Deutsche Arzt mit den 4 — fliessend Ivrit sprechenden Kindern” s. zt. das Gespraech des Staedtchens war. Dr. Prager wurde bald aktiv in der “Aguda Lehischtalmut bemada” & dem “Ohel schem” wo es Vortraege & einen Gottesdienst & Oneg Schabbat gab, sowohl als in der Olei Germania, im K.I.V. und der Bnai Brith. Loge. In den 30-er Jahren war Dr. Prager & seine unvergessene Frau das Misrad Klita, denn eine Sochnut war ein unbekannter Begriff. Deutsche Olim, die z.T. seine Diskussions Gegner in Deutschland waren (Wir sind “Deutsche”), fanden hier Rat, Beratung, & oft Unterkunft fuer die ersten Tage. Mit seinem Freunde & Kollegen, Dr. Fritz Pey. ser, den er oft als Konsiliarus zuzog, fuehrte er die ersten Operationen von Gehirn Tumoren im Hadassah Spital in Haifa unter primitivsten Bedingungen durch. In den Unruhen — 1936-39 — war Prager zur Stelle, wie auch im Unabhaengigkeits Kriege 1948, wo er als Seren mit 63 wieder aktiv als Nervenarzt diente. Er galt als der “aelteste Pensionaer von Zaha’l” der seine Militaer Pension bis zu seinem Tode bezog. Man zog — wie es so Usus wurde — auf den Karmel, wo Prager seine Praxis & seine Vortrae- DER VERBAND EHEMALIGER OBERSCHLESIER IN ISRAEL betrauert das Hinscheiden seines langsährigen Vorstandsmitgliedes Herrn ERICH ARIE WIELAND Bne-Brak fr. Hindenburg O/S! Seiner Frau Lotte, geb. Eisner fr. Langendorf O/S, sowie seinen Kindern u. deren Familien, und seinen Geschwistern in USA gilt unser aufrichtiges Beileid. — Sein Andenken werden wir zu Ehren wissen. Der Vorstand! PRAGER s.A. ge, besonders im Aerzte Verein & der neurologischen Gesellschaft, zu deren Gruendern er gehörte, aber auch seine verschiedenen wissenschaftlichen Arbeiten weiter betrieb. Er widmete sich in den 50er Jahren der Gutachter Praxis wo es ihm vergoennt war, hunderten von K.Z. Opfern zu helfen. Das Problem der Wiedergutmachung im Allgemeinen u. der Gesundheits Schaedigungen im Besonderen, das wir heute als Verspätete K.Z. Neurose kennen, wurden von ihm als einer der ersten erkannt & beschrieben. Er fertigte — fuer den Medical Board — hunderte von Gutachten an & war als Obergutachter von den Deutschen Behoerden anerkannt, wie auch als Gutachter fuer den Bituach Leumi. Im hohen Alter widmete er sich — zusammen mit seinem Freunde Prof. Jeschayahu Leibovitz — der Redaktion der Enzyklopaedie, wo die Werte wie Psychiatrie, Schizophrenie u.a.m. von ihm stammen. Bis in die letzten Jahre folgte er aufmerksam den neuesten Entwicklungen in der Medizin. Besonders fesselte ihn die Kybernetie wie der Endesunterzeichnende aus eigner Erfahrung weiss. Er studierte — als 90 er — Entwicklungen des Computers, Input', Output, & “Gedaechnis” & stellte — bevor er die Fachliteratur zu Gesicht bekam, die These auf, das es nur eine Frage deT Zeit sei, bevor man Artificial Intelligence (A.I.) entwickeln wuerde. Dies ist — wie wir heute wissen, nun das neue Feld der Japanischen Computer Technik. Seine Schiurim ueber den Woechentlichen Bibel Abschnitt in der Tischbi Strasse bis vor einigen Jahren waren den z.T. behjahrten Teilneh. mern immer ein Erlebnis. Weniger bekannt ist, dass bis zum letzten Jahre er regelmaessig Jede Woche mit Prof. Kurzweil Talmud “lernte”. Er hatte noch die Freude mit einem seiner Enkel — s. Zeichens Yeschiva Student — ueber den Folianten zu hocken, der natuerlich staunte, was alles der alte Grossvater wusste. Prager hinterlaesst 4 Kinder, Dutzende von Enkeln, Urenkeln, alle im Lande von Chamadiya im Norden bis Ofaqim im Negev. Mit ihm ist eine Periode des Zionismus zu Ende, die Synthese mit den Arabern suchte, aber auch Synthese zwischen Religion & Staat — alles im Rahmen einer humanistischen Bildung & Achtung & Wertschätzung des (ideologischen) Geg. ners wie man sie heute (leider) nur noch ganz selten findet. Seine vielen Freunde & Kollegen werden ihn nicht vergessen. Ben Oni DER VERBAND EHEMALIGER OBERSCHLESIER IN ISRAEL SPRICHT Frau MINNA WEBER geb. SCHINDLER, Hod Hascharon, zum Ableben ihres Gatten LEO WEBER i Fr. Teschen — Kattowltz O/S sein tiefgefühltes Beileid aus. CHANNAH BAER SIMONSOHN s. .A Vor einigen Monaten ist unsere vielgeliebte und geehrte Rabbanit Channah Baer-Simonsohn Jeru*. salem, nach langer Krankheit in hohem Alter verschieden. Worte reichen nicht aus, um dieser edlen Frau zu gedenken. Als junge Rabbanit kam sie aus Hamburg, der angesehenen Familie Levy entstammend, nach Breslau, und war die Gattin unseres unvergessenen Raw, Dr. Max Simonshon, s.A. Sie fuegte sich vom ersten Augenblick an ln das ruehrige Gemeindeleben Breslaus ein, leitete ein vorbildliches, offenes, gastliches Rabbinerhaus, in der die Alten und die Jungen aus und ein gingen. Dieses Haus lebt auch heute bei uns allen. Unvergesslich die Schiurim, die Schawuothnacht und die vielen Feiern im Hause Simonsohn. Leider ist ihr Gatte im Jahre 1936 jung und viel zu frueh verstorben. Sie liess nicht nach, wanderte im Jahre 1939 in Israel ein, brachte ihn mit und die erste Lewaja auf der Spitze des Oelbergs war die von Rabbiner Dr. Max Simonshon sA. Schnell fuegte sie sich in das neue Leben ein und war Leiterin der Schwesternschule der “Hadassah” in Jerusalem. Spaeter heiratete sie den Zahnarzt Dr. Baer aus Halberstadt, mit dem sie noch schoene Jahre verbrachte, aber die letzten Jahre wegen seiner schweren Krankheit immer an seiner Seite war. Ihre Ruhestätte befindet sich neben unserem teuren Rabbiner Dt. Simonsohn und kein Breslauer und auch viele andere Verehrer, die ihre Angehoerigen auf dem Oelberg besuchen, werden versaeumen, an die Graeber Beider heranzutreten und ein stilles Gebet zu sagen. Sie leben in unserem Herzen fort. HERMANN SPIRO, RAMATAJIM s.A. Bereits im Jahre 1923 ist der Heimgegangene aus Liebe zu Eretz Israel ins Land gekommen, arbeitete sehr schwer und hat sich im Laufe der Zeit unter ganz einfachen Verhaeltnissen in Ramatajim niedergelassen. Er entstammt der angesehenen Familie Sniro aus Breslau, die wiederum aus der Provinz Posen nach Breslau uebersiedelte. In Jahre 1932 holte er sich von Breslau seine Frau Esther geb. Heilborn, die ihm in jeder Weise zur Seite stand. Auf demselben Schiff im Jahre 1932 befanden sich auch Leo und Irma Freund aus Breslau, die ins Land einwanderten und dann einige Monate bei der Familie Spiro in Ramatajim wohnten. Waehrend die Familie Freund aus Gesundheitsgruenden die Landwirtschaft verlassen musste, und in Tel Aviv bis zum Jahre 1960 ein angesehenes und bekanntes Geschaeft fuer Haus und Kuechengeraete hatte, blieben die Spiros unter schwerster Aufbauarbeit in Ramatajim. Der Familie entsprossen 1 Sohn, 3 Toechter und Enkelkinder. Der Sekretaer unseres Verbandes betonte in seinem Nachruf bei der Beerdigung die grosse Aufbauarbeit, die zum Bluehen und Gedeihen des Ortes Ramatajim beigetragen hat. 35