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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1982-01-01 · No. 50 (1982-1983) · p. Seite 29

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1982-1983
Issue
No. 50 (1982-1983)
Date
1982-01-01
Page
Seite 29 (sequence 29)
Language
German
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AUSZUG AUS EINEM BRIEF VON HERRN OLJEAN INGSTER (BERLIN) AN HERRN MAX LOPATKA (TEL-AVIV) le von jenem beruehmten Treffen mit Johann Strauss (Sohn) 1899, der dem jungen Robert riet, weiter recht schoene Walzer zu schaffen. Und er hielt sich daran, schuettelte sie aus dem Aermel, viel mehr aus dem Herzen. Mit gesteigerter Spannung erfaehrt man mancherlei in dem Kapitel ueber Brahms, Bruckner und Humperdinck. Und viel Neues bringt das Buch, was der Meister und nach seinem Hinscheiden Frau Einzi enthuellen Hoechst dankbar wird es der Musikfreund verzeichnen, dass das Verfasserpaar viel weitere einschlaegige Tatsachen aus dem Leben des beruehmten Mannes und seiner Lebensgefaehrtin bekannt gibt. Das umfangreiche Buch ist mit Fotos bekannter Buehnenkuenstler mit den Sternen des Kunsthimmels, sowie mit Noten und anderen Faksimiles gespickt. Am Ende faellt es dem Leser nicht leicht zu entscheiden, wer bedeutend er war, der Komponist Stolz, der Dirigent, oder der Instrumentator. Auf diesen 3 Gebieten hat Robert Stolz bewunderungswertes geleistet, nicht ohne Fleiss, Schwerarbeit, aber auch mit mancher Gluecksstraehne. Nichts kam von allein, alles musste erarbeitet werden und wen es auch interessiert was den Dirigenten bewegte, wenn er durch das Tuerchen im Orchestergraben zu seinem Pult trat der lese dieses Buch. Man legt es ungern wieder weg, so erfreulich ist die Lektüre. * DOV AMIR Leben und Werk der deutschsprachigen Schriftsteller in Israel Eine Bio-Bibliographie K.G. Saur Verlag, München. In der Einführung zum Buch schreibt Dov Amir u. A. über die Schwierigkeiten die ein Schriftsteller der in einer anderssprachigen Umgebung wirkt, zu bewältigen hat, und im besonderen die Schwierigkeiten derer die in Israel Deutsch schrieben. Amir fährt fort: “Aus ihrer früheren geistigen Basis gewaltsam entwurzelt, fanden sie in der neuen Umwelt nich genügend sprachlichen Nährboden für eine schöpferische Wiedergeburt. Viele Angehörige dieser Schicht sind inzwischen gestorben, und die Überlebenden befinden sich durchweg im hohen Lebensalter. Nachwuchsautoren in deutscher Sprache sind jedoch in Israel kaum vorhanden, so dass der gesamte Kreis früher oder später in Vergessenheit geraten muss, ein Los, das er keineswegs verdient hat. Daher soll diese Arbeit dazu beitragen, das Andenken an diese Autoren, ihren Lebenslauf und ihre Werke, die nicht nur von historisch-archiva. rischer Bedeuung sondern auch von beachlichem literarischen Wert sind, für die Nachwelt zu erhalten.” Dieses war wohl das Leitmotiv Amirs bei dev Verfassung des Buches. Leider ist Amir, der selbst verschiedene Bücher geschrieben hat frühzeitig gestorben und ist Obiges also seine letzte Arbeit, die hoffentlich dazu beitragen wird interessierte Kreise auf die Bücher deutschsprachiger Schriftsteller in Israel aufmerksam zu machen. Meine Ungarnreise war sehr interessant. ...Den Freitagabendgottesdienst erlebte ich im Rabbinerseminar. Die kleine Synagoge war voller Besucher, etwa 200 Teilnehmer nahmen an diesem Gottesdienst teil. D. vorhandenen Plätze reichten nicht aus. Der Kantor wurde von einer Orgel musikalisch unterstützt. Am Sonnabend früh besuchte ich den Gottesdienst in dem grossen sogenannten Tabaktempel. Das ist die grösste Synagoge Ungarns mit einem Fassungsvermögen von ca. 3500 Plätzen. Allerdings fand der Gottesdienst in einem kleineren Raum statt, da die grosse Synagoge kaum in der Herbst- und Winterperiode beheizt wird. Ich wurde als 4. zur Thora aufgerufen, gleich nach dem Oberrabbiner Schalgo. Den Rabbiner S. kenne ich aus einer gemeinsamen Veranstaltung in Berlin. Zur Abwechslung war ich am Montag Nachmittag zu einem Mincha und Maariw-Gottesdienst in einer orthodoxen Synagoge. Etwa 35 Männer Ich erhielt Informationen, dass z. Z. etwa 15 Synagogen in Budapest vorhanden sind. Jeden Freitag und Sonnabend finden dort regelmässig Gottesdieste statt. In den 2 — 3 orthodoxen Synagogen sollen täglich Gottesdienste stattfinden. Die Stadt Budapest ist sehr schön und voller Leben. Das Warenangebot ist sehr umfangreich. Ich bin von einem Freund nach Budapest eingeladen worden und brauchte weder für d. Übernachtung noch für Verpflegung etwas zu bezahlen. Da er auch motorisiert und auch pensioniert ist, ist er täglich mit mir kreuz und quer durch Buda- MAX MATHIS ZUM GEDENKEN 27 Jahre sind es her, seitdem der oben Genannte mit 86 Jahren in Amerika verstorben ist und wir wollen dieses Mannes und seiner Taetigkeit gedeken, da er durch zaehe Arbeit, Soliditaet und guten kaufmaennischen Geist eine Firma aufgebaut hat, die in Breslau und darueber hinaus, ausserordentlich bekannt und geachtet war das Baugeschäft Max Mathis, Breslau, Schwerinstr. 29 (gegr. 1898). Es ist unmoeglich; in diesem Rahmen all das zu erwaehnen, was Mathis geleistet hat. Fuer alte Breslauer werden Erinnerungen wach. Zu den vielen Bauten, die er ausgefertigt hat, und die Schmueckstuecke des einstigen Breslau waren, ge. hoeren u.a. Hotel Vier Jahreszeiten, Kaufhaus Wertheim, Rudolf Petersdorf, Finanzamt Sueden, Hermann-Loge, Postcheckamt, Polizei-Praesidium, Radiosender Hartlieb, Sende.Anlage der schles. Funkstunde Breslau-Krietern, Geschaeftshaus der Siemens-Schuckert Werke, Landesfinanzamt Hardenbergerstrasse. Weit darueber hinaus hat er Privat-Villen, Geschaefts- und Wohnhaeuser gebaut und alles, was er ausfuehrte, war bis ins Kleinste durchdacht. Er genoss ein unerschuetterliches Vertrauen bei den Auftraggebern. Wir danken von dieser Stelle aus der Tochter, Frau Ilse Pacyna geb. Mathis, San Francisco. Ca fuer ihre, von uns erbetenen Auskuenfte und freuen uns ausserordentlich, dass wir durch ihre Information in der Lage sind, unseren Lesern ueber diese bedeutende Firma berichten zu können. Wir sind ueberzeugt, dass unsere Leser mit besonderer Genugtuung in Erinnerung an vergan. gee Tage diese Gedenkworte lesen werden. pest und Umgebung gefahren. Der Verkehr ist so stark, dass Fahrzeuge in der Innenhtadt nur im Schrittempo fahren können. Man kommt als Fussgänger in der City schneller als die Kraftfahrzeuge vorwärts. Anfang Juli soll ich wahrscheinlich zu einem internationalen Kongress, der 1984 in Florenz/Italien stattfinden soll, fahren. Das Thema des Kongresses soll ebenfalls lauten: Die Suche nach dem Frieden, als Aufgabe der Juden und Christen. Ja, diese Aufgabe ist sehr wichtig für alle Menschen. Ich habe das Empfinden, dass die Menschheit seit Jahrtausenden auf der Suche nach Schalom, nach Frieden sich befindet, ohne dass eine Lösung bis jetzt gefunden wurde. Aber gerade deshalb ist es nicht erlaubt mutlos zu werden und einfach aufzugeben. Jeder Baustein auf diesem Wege ist sehr wichtig und mag er noch so klein und werltlos scheinen. — Der 40. Jahrestag der Kristallnacht wird mit einem Synagogenkonzert in unserer Synagoge im Friedenstempel Rykestr. begangen. Oberkantor Nacbama wird Solopartien aus diesem Anlass singen. Der Domchor aus Magdeburg hat sich spontan bereiterklärt ihn bei diesem Konzert zu unterstützen. Die etwa 1000 Plätze waren in ein paar Tagen ausverkauft. Aufgrund der grossen Nachfrage werden wir etwa 200 Teilnehmern nur Stehplätze anbieten können. (Ein Teil der Bestuhlung im oberen Rang der Synagoge ist während des Krieges abhanden bekommen. Ursprünglich hatte die Synagoge etwa 2000 Plätze.) Am 9. November nachmittags um 16 Uhr findet eine Kranzniederlegung vor der Ruine der Synagoge Oranienburger Str. 29/30 statt. Ich werde zu diesem Anlass das Kaddischgebet sowie das El Male Rachamim singen. Auch Vertreter von verschiedenen gesellschaftlichen Organisationen werden daran teilnehmen. Am Abend desselben Tages findet eine Gedächtnisfeier in der Sophienkirche statt, wo jedes Jahr etwa 1500 — 2000 Teilnehmer anwesend sind. Nach Abschluss der Gedächtnisfeier gehen die Teilnehmer von der Sophienkirche zur Ruine der Synagoge Oranienburger Str. und entzünden dort zur Erinnerung an dieses Geschehen Kerzen. Der Pfarrer dieser Gemeinde kommt oft zum Freitagabendgottesdienst. Er leitet auch die Arbeitsgemeinschaft Christen und Juden hier in Berlin. Diese Gemeinde führt öfters Sammlungen und Kollekten zu Gunsten der jüdischen Gemeinde zu Berlin durch. Diese Beträge sind zur Erweiterung unseren Fachbibliothek sowie fürs Altenheim und sonstige Reparaturen in unseren Institutionen verwendet worden. Am 24. November 1983 halte ich einen Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe: Beiträge zum Verstehen des Judentums. Die Thematik des Vortrages ist: Jüdisches Brauchtum und jüdischer Gottesdienst. — Eine Einführung in die Gottesdienste an den Wochentagen, Sabbat und Feiertagen. Wie mir berichtet wurde, sollen etwa 4 — 600 Teilnehmer zu diesen Voträgen kommen. Im Anschluss an den Vortrag finden Diskussionen statt, die ich für sehr nützlich halte. Nach dem Vortrag werde ich näheres darüber berichten. Für heute möchte ich meine Ausführungen an Sie schliessen und hoffe, dass Sie sowie Ihre Frau gesund sind und bleiben. Herzliche Grüsse an Sie und Ihre Frau. Ihr, Oljean Ingster 29

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