Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1982-1983
- Issue
- No. 50 (1982-1983)
- Date
- 1982-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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DER bewundernswert rührige und unermüdlich tätige Dr. Walter Goldstein, Jerusalem, hat im Laufe der Jahre eine Vielzahl von Büchern herausgegeben — seien sie literarischen, philosophischen oder geschichtlichen Inhalts. (u.A. Schriften über Buber, Carl Hauptmann, etc.) In den letzten Jahren waren es zunächst “1000 Jahre Breslau” (Bläschke Verlag), in Nr. 48/49 unseres Mitteilungsblattes konnte ich auf “1000 Jahre Wien” (Bläschke Verlag) und auf “1000 Jahre Europa und die Juden” (Rubin Mass, Jerusalem) hinweisen. Fast gleichzeitig erschien: WALTER B. GOLDSTEIN, 1000 Jahre Venedig, (Verlag J. G. Blaeschke) Wenn jemand sich 1000 Jahre als Thema ninnnt, -so muessen sie wohl vergangen sein. Man kann nicht 1000 Jahre vorweg beschreiben resp., eine Epoche im Voraus so benennen. Der Verfasser hat ein Riesenmaterial zu bewaeltigen gehabt, es ist erstaunlich, dass er alles Wesentliche dieser Stadt ergruendete. Er kennt Venedig als ob er dort geboren und sein Leben lang gewohnt haette. Aus diesem Buch geht hervor, dass er jeden Winkel, jeden Palast, jede Bruecke genau kennt. Auch dass man in der Fruehzeit um die Stadt gek.aempft, sich geschlagen hat, werden heutige Besucher nicht immer wissen. Wie die Stadt entstand, wie sie gebaut wurde, das ist hoch interessant zu lesen. Dass es damals nicht so leicht war, eine Stadt zu sein, sich gegen Angriffe von vielen Seiten zu wehren, wird aufgezeigt. Wie der Verfasser auch darlegt, ging es in jener Fruehzeit bei Bauten von Sehenswuerdigkeiten nicht immer sehr menschlich zu. So wird also in dieser Chronik auch der aesthetische Gesichtspunkt dem politisch-kulturellen gegenuebergestellt. In dem ueber 300 Seiten starken, mit vielen Abbildungen geschmueckten Werk wird auf alles eingegangen, was über Venedig interessieren koennte, angefangen von Geschichte und Baustilen ueber Moebel, Maenner und Frauentrachten. Weiter finden wir Abschnitte ueber Beruehmtheiten der Stadt, ueber Othello Aretino, Michelangelo und unzählige Andere, über den Dogenpalast das Theater Fenice, Feste, Wasserfeste und den Carneval, der in dieser Stadt eine tolle, aber wichtige Prozedur darstellt. Die prominenten Kirchen, der Dom, der Markusplatz mit den unzaehligen Tauben — das alles waere erwaehnenswert. Dann wird der Quellen-Nachweis angezeigt und mit einem Erinnerungstell an Venedig schliesst das auch mit vielen Bildern illustrierte Werk ueber jene Stadt, die einmalig ist und die jeder zu besuchen wuenscht, der davon hoert, oder liest. Walter B. Goldstein hat mit dieser Historie von Venedig wieder ein hochinteressantes Buch geschrieben. (Fortsetzung von Seite 27) Kunst, als auch der verschiedensten Techniken erwarb er sich im Alleingang. Bilder aus dem Israelischen Leben, arabische Shuks, Nazareth und Safed hat er in dieser Ausstelüng nicht gezeigt. Aber auch diese Bilder in seinem Studio gesehen voll pulsierenden Lebens haben die gleichen Qualitaeten wie die Strand — Meer — Bilder und zwar: delikat, poetisch und harmonisch. So war er vor 20 Jahren und so ist er heute! Bücherecke Von 9 JULIUS SACHS In seiner Schlussbetrachtung zu “DIE JUDEN IN SCHLESIEN” Aus ihrer Geschichte und ihrem Beitrag zu Wirtschaft und Kultur. Im Bulletin Nr. 56/57 (1980) des Leo Baeck Instituts (Verlag Bitaon Ltd., Tel Aviv( schreibt Kurt Schwerin u.A.: “Im Gesamtbild des jüdischen Lebens in Deutschland nach der Emanzipation spielten die Juden Schlesiens eine hervorragende Rolle. Nur in wenigen anderen Gebieten Deutschlands nahmen die Juden in solch umfassender Weise am wirtschaftlichen, kulturellen und öffentlichen Leben teil und bewahrten der Provinz ihrer Herkunft oder ihres Wirkungskreises solch eine enge Verbundenheit.” Im Nachwort heisst es: "Keiner der wenigen hundert Juden, die noch in der früheren schlesischen Hauptstadt wohnen, lebte vor 1945 dort. Die meisten kamen aus Gebieten Ost-Polens. Das alte jüdische Leben in Breslau und Schlesien ist unwiederbringlich verloren und nur diejenigen Bewohner, die fliehen konnten und überlebten, sind Zeugen seiner ehemaligen Grösse.” Der Beginn, soweit bekannt, war wohl im 12. Jahrhundert. Dazwischen liegt die Geschichte der sich langsam zu der Bedeutung entwickelnden jüdischen Bevölkerung in Schlesien, die sie erreichte. Bände könnte man füllen, wollte man das Thema erschöpfend behandeln und ist das Material nur ziemlich verstreut und teilweise, was d. neuere Zeit anbelangt wohl zum grossen Teil nur bei Personen die die Zeit noch miterlebten, vorhanden. Somit ist Schwerin meisterhaft gelungen, das Thema auf beschränktem Raum von allen Seiten zu berühren. Angefangen mit der frühen Geschichte, über den Eeginn der preussischen Herrschaft (mit den verschiedenen Rechten der “Generalprivilegierten”, den Privilegierten, den Tolerierten, denen die vorübergehend Aufenthalstrechte erhielten und den Schutzgenossen) gibt uns Schwerin Einblick in das sich entwickelnde Gemeindeleben in verschiedenen Orten, die Institutionen und schreibt über Persönlichkeiten die damals hervorstachen und deren sich langsam formende gesellschaftliche Stellung. Wir lesen weiter über das religiöse Leben sowie über den Tiktin-Geiger-Streit, über Jonas Fraenkel, die Fraenkelsche Stiftung (die auch viel für die Allgemeinheit t.at( und das Jüdisch-Theologische Seminar und dessen weit über Breslau hinausgehende Bedeutung, sowie so Manches über das intern-jüdische Leben. Es folgen Abschnitte über Juden in allen Sparten des öffentlichen Lebens sowie über ihren Beitrag zur Entwicklung Schlesiens und Namen schlesischer Juden die für ganz Deutschland von Bedeutung waren. Wir finden sie im Wirtschaftsleben (Montanindustrie, Textilindustrie, Holzindustrie, Einzelhandel, Bankwesen) aber hervorragend, ebenso als Intellektuelle Künstler, Wissenschaftler, Nobelpreisträger, Verleger und Buchhändler, in der Presse und Politik us.s.w. Die Fülle des Materials das Schwerin bringt (vielfach belegt durch Quellennachweise) ist erstaunlich und mit viel fundiertem Wissen aber auch mit Liebe zusammengestellt. Besonderer Dank gebührt auch dem Leo Baeck Institut, das in seiner Veröffentlichung dem Thema Raum gab. -¥• UNSER MÜNCHEN Ein Lesebuch zur Geschichte der Stadt im 20. Jahrhundert Zusammengestellt und herausgegeben von LUDWIG HOLLWECK Heinrich Hugendubel Verlag, München. Wenn mir jemand sagte, “in München übernachten wir nur und fahren am nächsten Tag weiter”, so konnte ich ihn nur bedauern. München hat so viel Sehenswertes und ist so Vielseitig dass Wochen noch nicht ausreichen würden, das alles zu erfassen. Was es alles zu sehen und zu erleben gab, das hat der Herausgeber ein Urmünchner, in diesem Buch beschrieben und mitgeteilt. München hat Hochschulen, Universität, Technische Hochschule, die Kunstakademie, und die Debschitz-Schule war ebenfalls ein Begriff. Was gab und gibt es für Museen! Berühmte Maler haben sich München als Wohnsitz gewählt. Das literarische Leben blühte, was gab es hier für Literaten, Journalisten und Verleger. Auch auf dem Gebiete des Theaters spielt München eine führende Rolle. Berühmt sind viele Musiker Münchens, Richard Strauss war hier geboren. Auch Pfitzner und Reger wirkten massgebend in dieser Stadt, Egk und Orff fanden hier neue Wege auf dem Gebiet der Musik. Vergessen sei auch nicht Schwabing, eine Art künstlerisches Boheme Das Oktoberfest ist weltbekannt und der Münchener Fasching einzigartig. Vergessen sei auch nicht der berühmte Tierpark Hellabrunn. Wie ein Mosaik aus hunderten von Steinen setzt sich diese wundersame Stadt und ihre Geschichte zusammen. Und Ludwig Hollweck hat dieses Mosaik fest im Griff. Er ist ein kundiger Führer durch München und die Geschichte der Stadt. Sein Buch ist ein Erlebnis. München war ein Lieblingsplatz der grossen Geister und ist es noch. Ihren Spuren nachzugehen ist lohnend und wertvoll. SERVUS, DU... ROBERT STOLZ UND SEIN JAHRHUNDERT EIN BUCH DES EHEPAARES ROBERT u. EINZI STOLZ (Blanvalet Verlag) Seit Bismarck seine “Gedanken und Erinnerungen” veroeffentlichte, wurde es ueblich, dass Beruehmtheiten ihre “Memoiren” schrieben. So hat auch Robert Stolz, der Meister, zur Feder gegriffen und hat in Gemeinschaft mit seiner Gattin Einzi, ein Standardwerk seines Lebens geschaffen, das eine Art Geschichte der heiteren Musik seiner Epoche darstellt. Er hat von A bis Z, viel mehr von S bis Z alles freimuetig geschildert und berichtet, was ihm in seinem fast 100 jaehrigen Leben widerfuhr, Licht und Schattenseiten. Zunaechst aber sei geklaert, was der Titel des Buches bedeutet. “Servus” war in Oesterreich- Ungarn um die Jahrhundertwende der Ausdruck der Begruessung, so wie “Ihr Diener”. Zugleich war diese Melodie von Stolz ein Chanson, Op. 102 mit grossem Erfolge. Fast 100 Jahre aus dem Musikgeschehen, eine Art Chronik des Musiklebens das Robert Stolz mitschuf hat uns das Ehepaar Stolz hier beschert. Man liest mit Staunen, wie alles wurde, man liest von Graz, vom Elternhaus, von der Schu- 28