Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1982-1983
- Issue
- No. 50 (1982-1983)
- Date
- 1982-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Oberkantor Selmar Cerini zum Gedenken Bundestafel der Synagoge in Leer (Ostfriesland) nach Tel Aviv Bei einer eindrucksvollen Feier am 14.3.84 wurden in der Synagoge “Ichud Schiwath Zion” in Tel Aviv die Überreste der Bundestafel d. Synagoge in Leer, enthüllt. Ein Bürger d. Stadt Leer hat am 9.11.38 die Hälfte d. Tafel an sich genommen und ist diese bis vor Kurzen in seinem Haus gewesen. Auf Initiative verchiedener Persönlichkeiten wurde diese jetzt nach Israel gebracht und d. Gemeinde “Ichud Schivath Zion” übergeben und an würdiger Stelle angebracht, stellvertretend für die zerstörten Synagogen. Bei der Feier in der Synagoge sprachen die Rabbanim Ansbacher und Zemmel sowie Herr Bar-Gr. Schön umrahmt war die Feier durch Chorgesang und Kantor Treistmann. Bei der anschliessenden Feier im grossen Saal des Gemeindehauses sprachen eindrucksvoll und nahegehend der Bürgermeister der Stadt Tel Aviv, Herr Schlomo Lahat, S.E. d. Botschafter der Bundesrepublik Dr. Niels Hansen, die Herren Bürgermeister von Emden und Leer, Herr Pastor Grönewald, Frau Werth sowie Herr Ross-Kampf. „SCHWAEBISCHE POST” VOM 16.9 83 PRIVATINITIATIVE SOLL SYNAGOGE RETTEN Bopfingen (mü). Der Gemeinderat der Stadt Bopfingen würde es begrüssen, wenn es eine Privatinitiative ermöglichen würde, die Synagoge in Oberdorf zu einer Gedächtnisstätte zu machen. Die Stadt würde diese Privatinitiative nach besten Kräften fördern, denn dadurch würde die Synagoge der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In einem Rückblick erinnerte Bürgermeister Göttlicher, dass beherzte Bürger aus Oberdorf das Niederbrennen der dortigen Synagoge verhindert haben. Im Jahre 1978 habe die Verwaltung untersucht, welche Möglichkeiten gegeben sind, die Synagoge in eine Gedenkstätte oder in ein Museum umzugestalten. Gespräche mit der israelischen Religionsgemeinschaft und mit dem Landesdenkmalamt hätten stattgefunden. Der Herausgeber der Schwäbischen Post, Dr. Konrad Theiss, regte in einem Schreiben an die Stadt Bopfingen an, die Synagoge in eine Gedenkstätte umzugestalten oder zumindest am Gebäude eine Gedenktafel anzubringen. Vom letzteren Vorschlag hält Bürgermeister Göttlicher nichts; positiv wäre es nach seiner Meinung, wenn die Synagoge wieder der Öffentlichkeit zugänglich wird. Die Stadt habe aber keine Möglichkeit hier initiativ zu werden, doch würden private Aktivitäten unterstützt werden. - •- Obige Notiz sandte uns Herr Konrad Theiss, Verleger der “Schwäbische Post” und “Gmünder Tagespost" in seinem letzten Brief an uns. Herr Theiss bemühte sich sehr um die Instandsetzung d. Synagoge in Oberdorf. Leider ist Herr Konrad Theiss plötzlich gestorben. Unser tiefempfundenes Mitgefühl güt seiner Familie. Wer in Breslau‘s grosser Synagoge Selmar Cerini hörte oder gar in seinem Beisein getraut wurde, wusste wohl nur wenig über seinen Lebenslauf einerseits und über sein Leben als Sänger ehe er in der Synagoge fungierte. Eine Eiographie Selmar Cerinis (Selmar Steifmana) erschien 1900 in London (Londoner Verlags-Gesellschaft) . lt’61 geboren, fiel schon in frühester Jugend seine schöne Stimme auf — ohne dass seine Eltern das geringste Verständnis für seine musikalischen Fähigkeiten und Neigungen aufgebracht hätten. Mit 11 Jahren verliess er das Elternhaus, lernte, sang in Synagogen im Chor, hungerte, schlug sich mehr schlecht als recht immer irgendwie durch, absolvierte seine Militärzeit doch auch seine zukünftigen Schwiegereltern wollten nichts von einer Laufbahn als Sänger wissen. Seine Braut hielt zu ihm. und er liess die Idee nicht fallen. Z möchöc richteten ihm seine Schwiegereltern eine Destillation ein doch verloren die Familien zur Zeit der Juder.e:;c:s.se Alles. So kehrte er zum Beruf des Kantors und Schächters zurück. Dann kam er nach Breslau. Hier liess er sich von Oberkantor Deutsch prüfen ebenso aber auch vom Direktor des Stadtthea, ters Brandes. Dieser war völlig verblüfft von dem gewaltigen Stimmenmaterial Cerinis und gab ihm eine Empfehlung an Direktor Follini in Hamburg Da Cerini der deutschen Sprache nicht mächtig war lehnte dieser die Ausbildung ab. So ging es es nach Berlin zur königl. Hochschule. Mit grossem Fleiss und eiserner Geduld studierte er (auch Deutsch). Gleichzeitig sang er im grossen Tempel im Chor unter Professor Lewandowsky. Cerini wurde jetzt ein gesuchter Sänger in Berlin seinen ersten Bühnenversuch machte er in Halberstadt. Dann kam Stettin und wieder Berlin, wo er wieder Direktor Brandes traf welcher ihn als ersten Tenor fürs Stadt-Theater Breslau enga- Besuch in Breslau im Jahre im „Hazofeh11 v. 3.2.84) Prof. Ephraim Schmueli, Dozent an der Universtiaet Haifa, war in Breslau und hat dort altbekannte Stätten aufgesucht, auch das Rabbiner- Seminar auf der Wallstrasse 14 wo er studierte. Am 1. April 1933, dem bekannten Boykotttag bereits verllesse er Deutschland um nach dem damaligen Palaestina auszuwandern. Seine Gattin ist, eine geb. Perle, aus dem Hause Salo Perle. Wie nicht anders erwartet, hat er nur Reste und Mauern der einst bluehenden juedischen Gemeinde vorgefunden. Nach seiner Ankunft in Breslau ging er geradeaus zur „Storch"-Synagoge auf der Wallstrasse 5, betete mit ungefaehr 15 anderen alten Menschen, die grösstenteils Wohlfahrtsempfaenger sind, in der kleinen Synagoge im Ilof der Reügionsschu’e der frueheren Gemeinde. Die grosse “Storch’’-Synagoge ist endgueltig geschlossen und wird als Magazin verwendet. Er sprach mit dem Vorsitzenden der Gemeinde und allen, die sich auf das fruehere Breslau '♦V gierte. Hier wurde er von Publikum und Presse als gottbegnadeter Künstler gefeiert, und war das I-iaus bei seinen Auftritten ständig ausverkauft. Er sang in den Opern Jüdin, Hugenotten, Teil, Aida, Troubadour, Lucia, Cavalleria, Martha, Stradella, Rigoletto u.s.w. Der Biographie ist eine Fülle von “Stimmen der Presse” aus Breslau u. vielen anderen Städten beigefügt., die alle des Lobes voll waren auch über Konzerte Cerini’,s. Mit seiner Berufung als Oberkantor an die neue Synagoge in Breslau als Nachfolger von Okerkantor Deutsch endete seine glanzvolle Bühnenkarriere. Eine nicht weniger glanzvolle als Kantor begann. Julius Sachs 1983 (aus einem Bericht nie einstellen können, zumal sie meist aus Galizien, der Ukraine und aus Kongress-Polen stammen. Tiefes Weh befiel ihn beim Besuch des geschlossenen Rabbiner Seminars. Er erinnerte sich an seine Lehrer, Prof. Dr. Heinemann, Dr. Israel Rabin, Prof. Dr. Lewkowitz (alle 3 kamen noch nach Israel), und viele andere, die leider nicht mehr am Leben sind. Diese Namen, hier genannt, sind stellvertretend fuer alle Dozenten. Er verbrachte Schemini Azeret und Simchath Thora in Breslau, nahm an allen Teffiloth teil und im Geiste sah er die einst bluehende juedische Gemeinde. Wir danken von dieser Stelle aus Prof. Dr. Ephraim Schmueli fuer seinen ausführlichen Bericht, den wir nur in Kuerze haben wielergegeben koennen. Er hat uns noch einmal in die Vergangenheit zurueck versetzt. Prof. Schmueli’s Bericht betont ausdrücklich das positive Interesse für Israel welches er dort vorfand. 25