Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1982-1983
- Issue
- No. 50 (1982-1983)
- Date
- 1982-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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BETH HATANACH (DAS HAUS DER BIBEL) IN TEL-AVIV AUSSTELLUNG BIBLISCHER PORTRAITS DES DEUTSCHEN MALERS EMIL WÄCHTER Auf Tel-Aviv's Rothschild Blvd. 16, im frueheren Wohnsitz des ersten Bürgermeisters der Stadt, Meir Dizengoff, in jenem Hause also, in dem 1948 die Unabhaengigkeit des Staates Israel proklamiert wurde, befindet sich heute das Beth Hatanach (Hause der Bibel) mit der permanenten Ausstellung “Die Bibel in Kunst und Druck”. Die Kollektion setzt sich aus Kunstwerken Israslischer Kuenstler zusammen und ist thematisch mit der Bibel verbunden. Ebenfalls finden wir dort Bibelübersetzungen in fast 200 Sprachen, Muenzen aus der Hasmonaer-Zeit, Briefmarken, Dias und auch Rekonstruktionen, wie z.B. des 2. Tempels und der Arche Noah. Fuer Schulkinder ist die Arche Noah mit den 8 menschlichen Gestalten, den vielen Tieren und Geraeten eine ganz besondere Attraktion. Ihr Erbauer ist Jacob de Vinoccour. Wir finden hier auch einige Bilder aus der Reihe der 73 Bilder der Bibel des in Bagdad geborenen ihraelischen Malers AVADIA AGASSI der in einer speziellen Reliefart gearbeitet hat. Das Beth Hatanach ist einer der Anziehungspunkte in Tel-Aviv fuer viele Israelis, aber ebenso fuer Touristen aus aller Herren Laender und der verschiedenen Religionen. Eine Art Pflichtbesuch in dem Haus stellt er fuer die Schulklassen dar. Herr Elieser Bar-Chaim, Direktor des Hauses der in seiner Aufgabe lebt und aufgeht, erzaehlt, dass die Besucherzahl wohl lieber 2000 monatlich ist, und erwaehnt besonders den Mordechai Bernstein-Fond zur Foerderung des künstlerischen Schaffens zum Thema der Bibel. Im Juni 1983 fand eine Ausstellung “Israelische Kuenstler zeichnen die Bibel” statt, an der Bich 70 israelische Kuenstler beteiligten und die vom Staatspraesidenten Chaim Herzog eroeffnet wurde. Leider starb Herr Mordechai Bernstein etwa 1 Monat vor der Eroeffnung. Von einer 2. grossen Ausstellung von Kindern und Jugendlichen gemalt, erzaehlt Herr Bar-Chaim. Es wurden zu dieser etwa 6000 Arbeiten aus über 800 Schulen des In — und Auslandes eingesandt, von denen etwa 10% ausgewählt wurden. Ein weiterer Beweis fuer das grosse Interesse, das auch bei der Jugend vorhanden ist. Unter den Ausstellern bei der erst erwaehnten Ausstellung befand sich auch Edwin Salomon, der heute Lehrer am Kunstseminar Ramat Hascharon ist. Er war einer der ersten Stipendien-Empfaenger und stiftete seine Arbeit dem Beth Hatanach. Arie Dulcin, Vorsitzender der Jewish Agency legte besonderen Wert auf die erwaehnte internationale Ausstellung von Kindern und Jugendlichen, die wie er sagte, eine Verbindung der israelischen Jugend zur Jugend der ganzen Welt bedeutet, und ausserdem die Bibel in tausende Familien bringt, die sonst wenig oder keinen Kontakt zu ihr haetten. Die Ausstellung ging dann weiter nach Paris Nord — und Suedamerika. Zur Zeit befindet sich im Haus der Bibel eine Ausstellung des deuschen Malers EMIL WÄCH¬ TER, eines Malers von Internationalem Ruf. Sie zeigt 42 Fortraits, Koepfe von Menschen aus der Bibel, die des Kuenstlers spezielle Beziehungen zum Buch der Buecher widergibt. Zusammen mit dem Kuenstler kamen einige Dutzend frommer Menschen die die Bibel lieben und das Land bei dieser Gelegenheit kennen lernen wollten. Die Ausstellung steht unter dem Patronat des Botschafters der Bundesrepublik Dr. Niels Hansen und wurde von ihm eroeffnet. Die Portraits angefangen von Eva, Lot’s Frau, Jakob, David, Salomon und den anderen aus der Zeit der Propheten, Richter und Koenige, zeigen in ihrer etwas naiven Surrealistischen, manchmal auch etwas romantischen Form, stark und ueberzeugend die Menschen der Zeit der Bibel, bringen sie uns naeher und geben uns vielleicht ein besseres Verstaendnis fuer die Vorgaenge im alten Israel. Emil Wächter, 1921 in Deutschland geboren, studierte Philosophie, Theologie und Kunst an der Universitaet Freiburg. Er lebte ein Zeitlang abwechselnd in Frankreich, Spanien, Portugal und der Schweiz. In Deutschland lehrte er mehrere Jahre an der Karlsruher Kunstakademie Spaeter wurde er freischaffend mit dem speziellen Thema der Bibel. Er veranstaltete viele internationale Ausstellungen und publizierte Buecher und Kunstmappen, die viel Anklang fanden, zum grösstem Teil der Bibel und ihren Gesichtern gewidmet. Friedei Schwartz I 1. Preis fuer Dan Blithental (KOMPONIST, DIRIGENT UND PIANIST) Das Festival des jiddischen Liedes zieht alljaehrlich ein grosses Publikum an. Das Mann Auditorium, Tel-Aviv, bis zum letzten Platz gefuellt, hatte seinen grossen Abend, Der Preistraeger dieses Abends Dan Blithental war, mit 4 Liedern vertreten, von 2 Saengerinnen gesungen. Sein Lied “Menschen derzaehlt” von Mascha Lechzor gesungen, i Worte von Abraham Judowitz) liess bei der Auswertung der Punktzahl alle anderen Lieder weit hinter sich. Ein grosser Applaus erfolgte bei der Bekanntgabe des Siegers. Dan Blithental ist kein Fremder. Viele Lieder in Iwrlih aber auch Jiddisch gehoeren heute zu den klassischen, volkstuem'ichen Liedern des Landes. Viele Dankbriefe zeugen von seiner Aktivitaet, meist historisch gebunden an die Geschichte des Landes. Unser Freund der bekannte und beliebte Hobby-Vortragskuenstler und Humorist Os c a r Grau ist ein PURIMKIND und feiert wieder in alter Frische und seinem unverwuestlichen Humor, zum Wohle der vielen in den Elternheimen, nach ein wenig Ablenkung und Lachen sich sehnenden Menschen seinen ..zigsten Geburtstag! Wir wuenschen ihm a 1 le nur noch glueckliche und gesunde Jahre in Frieden und Freude und im Kreise seiner Lieben. Dan Blithental lernte von Kindheit an Piano. Waehrend seiner Schulzeit bei Prof. Lewandovsky, spaeter in Warschau bei Prof. Michalowsky, beides anerkannte Lehrmeister. Um seine Studien zu bestreiten, begleitete Dan musikalisch die damaligen Stummnime. Etwas spaeter war er bereits Solist im philharmonischen Orchester Lodz unter dem Dirigenten Mly-Narski (Schwiegervater von Arthur Rubinstein). 1S35 kam er zur “Aliya”. Seinen Lebensunterhalt, fuer sich und seine Frau, verdiente er sich zuerst in dem er in Kaffeehaeusern aber auch im King David Hotel spielte. 1936 bei der Eroeffnung des Radio Jerusalem, wurde er als 1. Pianist vcm Radio-Orchester engagiert. Dan und seine Frau hatten ein Kaffeehaus in Haifa eroeffnet. Dort hatte er eines Tages ein sehr aufregendes Erlebnis: ein grosser Wagen mit D.C. Plakette (Diplomatischer Corps) und einigen begleitenden Motorraedern blieben vor seinem Kaffee . Dem Auto entstieg eine Dame, die er als eine der bekanntesten Opernsängerinnen aus Polen erkannte. Sie kam aus Beirut, wo ihr Mann als Ambassador Polens akkreditiert war. Die Saengerin hatte einen Kontrakt fuer 12 Konzerte in dem damaligen Palaestina und hatte, sich in den Kopf gesetzt, dass nur Dan Blithental sie begleiten muesse. Und so geschah, es und die Tournee brachte beiden einen grossen Erfolg und gute Kritiken. Der grosse Wendepunkt seines Lebens hier kam 1945. Es war eine Wiederbegegnung mit dem Duo Dzigan und Schumacher beruehmt durch ihre humoristischen Abende. Dan hatte schon mit ihnen gearbeitet und jetzt setzten sie die Arbeit fort. Er komponierte ihre Lieder, begleitete sie bei ihren Abenden in Israel und auf ihren Welttourneen. Zur selben Zeit begann er viele Ivritlieder zu komponieren. U.A. sang Jaffa Jarkoni seine Lieder und eine Schallplatte mit Dan’s Liedern von ihr gesungen, ist noch heute gefragt. Die verschiedensten Firmen in Israel und USA haben Platten mit Dan Blithentals Liedern herausgebracht und e« erscheinen auch heute noch Neue. Anlässlich des 60 jaherigen Bestehens, der Konzertdirektion Schlote frueher Frankfurt a.M. jetzt Salzburg fand 1982 im grossen Gastspielhaus ‘Festspielhaus) eine Jubiläumsgala zu Gunsten koerperbehinderter Oesterreichischer Kuenstler statt. Fs traten Musiker, Schauspieler aus der ganzen Welt und auch das ungarische Symphonie- Orchester auf. Auch eine Komposition eines Israeli wurde angefordert. Das musikalische Werk “J:je razon” komponiert von Dan Blitenthal von einer israelischen Saengerin gesungen, fand grossen Beifall. “Jije razon” ist ein Dankgebet, das einmal monatlich in der Synagoge gesprochen wird. Dan Blithental hat Pläne für Konzerte hier und im Ausland, und soll in Kürze ein kleines Oratorium fuer Orchester und Gesangsquartett, das er zum Andenken an die 6 Millionen umgekommener Juden komponiert hat uraufgeführt werden. Friedei Schwartz 24