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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1982-01-01 · No. 50 (1982-1983) · p. Seite 17

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1982-1983
Issue
No. 50 (1982-1983)
Date
1982-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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Haifa-das Weltzentrum der Bahai Der Besucher Haifas, der sich mit dem Schiff der Bucht nähert, sieht die vergoldete Kuppel an den Carmelhängen, die über einem doppelten Grabmal errichtet wurde. Die Frage, warum die in Persien wurzelnde religiöse Sekte Haifa als religiöses und admini. stratives Zentrum gewählt hat, liegt in der Entwicklung dieser Gruppe, die zeigt, wie aus einer relgiösen Sekte, einer Art Protestantismus in Persien des vorigen Jahrunderts, sich eine — wie sie es nennen — Weltreligion entwickeln konnte, mit Anhängern in vielen Ländern, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Wie andere Reformgruppen auch, berufen sich die Baha’i auf zwei Quellen, wie einem Marx ein Lenin folgte, um den “Marxismus” zeitgerecht zu interpretieren: Um 1844 bemühte sich ein Mirza Ali Muhammed um eine religiöse Reform innerhalb des Schi’ismus. Er nannte sich ‘Bav>’, das Tor, durch das der Weg zu Gott führe. Vielleicht predigte er auch schon einen Gedanken, den sein Nachfolger einführte, der sich auf den Bab beruft, und der sagt, dass der religiöse Glauben alle paar hundert Jahre einen Verkünder, einen Sprecher findet, Krishna Abraham, Moses, Buddha, Zara- SOPHIE UND DAVID EVEN-PINAH (Fortsetzung von Seite 16) dern auch ihr fünfzigster Geburtstag -— einer Gesellschaft junger Menschen zugehörig. Diese Verbundenheit zwischen uns und der Familie EvenJPinah dauerte noch lange fort, nachdem wir die Schule verlassen hatten, und sie erstreckt sich auch auf unsere Familien und unsere Kinder. So oft wir es nur ermöglichen konnten, statteten wir dem Hause unserer Lehrer einen Besuch ab — und so wurden wir zu einer grossen Familie... Ja wir wurden alle ihre Kinder, im Sinne des Wortes unserer alten Weisen: „Wer das Kind eines anderen gelehrt hat, hat es gleichsam zu seinem eigenen gemacht.” In diesem- Sinne möchte ich mit einem S E- G E N enden, welcher der Mischnah (Massecheth Tha’anith) entnommen ist: “Auch wir, deine Schüler, gleichen dem Manne, der müde, hungrig und durstig in der Wüste wanderte, der einen Baum mit süssen Früchten, angenehmem Schatten und einem unten fliessenden Wasserarm fand. Er ass von den Früchten, trank von dem Wasser und sass im Schatten des Baumes. Als er sich zum Gehen anschickte, sagte, er: ‘Lieber Baum! Wie kann ich dich segnen? Sage ich, deine Früchte mögen süss sein? Sie sind ja schon süss! Sage ich, dein Schatten möge angenehm sein? Er ist ja schon angenehm! Dass ein Wasserarm unter dir fHessen möge? Er fliesst ja schon unter dir! SO GEBE GOTT DASS ALLE PFLANZUNGEN DEREN URSPRUNG DU BIST SEIEN WIE DU!” thustra, Jesus, Mohammed, und schliesslich der Bab, dem der Baha’i folgt. In der älteren Literatur wird noch vom ‘Babismus’ gesprochen, ein Wort, das die heutigen Baha’is vermeiden. — Die persische Regierung lässt den religiösen Schwärmer 1850 hinrichten; damit schaffen sie den Märtyrer, den Vorläufer, auf den sich Mirza Hussein Ali ün Jahre 1863 berufen kann. Er bezeich net sich als Baha Ulla, der Pracht Gottes, daher der Name Baha’i. Die persische Regierung ist klüger geworden, Baha’i wird verbannt, über Bagdad, Istanbul, Adrianoble kommt er 1868 nach Akko, als ‘Staatsgefangener’, aber mit voller Bewegungsfreiheit. Zuerst lebte er in Masra, einem Dorf nahe dem heutigen Naharia, dann fand er ein von den Besitzern aus Furcht vor der Pest verlassenes Landhaus nördlich von Akko, indem er bis zu seinem Tod 1892 lebte, und wo er auch beigesetzt wurde. Der Platz ist zu dem Heiligtum der Gruppe geworden. Sein Sohn und Nachfolger, Abdul Baha, der Diener der Pracht, wird zum Propagandisten der Lehre seines Vaters. Lange Propagandareisen führen ihn durch Europa und die Vereinigten Staaten, wo er Gelder auftreiben kann. Im Jahre 1909 werden grossen Flächen an dem Carmelberg erworben, und die Gebeine des Bab über Indien nach Haifa gebracht, und in einem kleinem Haus innerhalb des Garten, der ‘Persischen Gärten’ beigesetzt. Damit wird ein zweiter Wallfahrtspunkt geschaffen, der in den Jahren die Bedeutung von Akko zurückgedrängt hat. Die Engländer verleihen im Jahre 1921 Abdul Baha den Adelstitel, er wird unter Abbas Effendi bekannt. Nach seinem Hinscheiden im gleichen Jahr, wird er von seinem Enkel, Schauki Baha Rabbani, der dem Grossvater als ‘Hüter des Glaubens’ folgt, neben dem Bab begraben, und die ‘Persischen Gärten’ in Akko und Haifa werden vergrössert und verschönert. In den Jahren 1948 bis 1953 wird das Mauso. leum vergrössert, die goldene Kuppel errichtet, mit aus Holland importierten Ziegeln, die mit Goldstaub durchsetzt sind, die damals schon mehr als einen Dollar pro Stück kosteten. — Es soll der Wunsch des Baha’i gewesen sein, der ein Wohnaus in Haifa besass, die sterbliche Reste des Bab zu überführen. Im Jahre 1956 lässt Schauki Effendi .an der gegenüberliegenden Seite der Strasse ein ‘Archiv’ errichten, in der Form eines griechischen Tempels mit grünen Dachziegeln. Die Räume sollen Reliquien und Andenken an Baha'i enthalten, sie sind für Nichtmitglieder nicht zugänglich, weil angeblich ‘ohne Interesse’. In der Frage nach den Reliquien bekommt man nur ausweichende Antworten. Vor einigen Monaten, im Sommer 1983, wurde das ‘Welthaus der Gerechtigkeit’ beendet, auch im Stü eines griechischen Tempels, das dem unter dem Namen amtierenden Gremium von neun Mitgliedern als Amtsgebäude dient. Die Gruppe wurde 1963 eingesetzt, nachdem man sich nach 1956, nach dem Tode Schaukis auf keinen ‘Hüter des Glaubens’ einigen konnte. Nachdem jede Ortsgruppe ein ‘Haus der Gerechtigkeit' bildet, sozusagen der Vorstand, wählen diese das ‘Welthaus der Gerechtigkeit', das administrative Verwaltungsgremium. Die Zahl neun spielt eine gewisse Rolle, sie symbolisiert die grösste der einfachen Zahlen. Ihr erster “Tempel” wurde in Wilmette bei Chicago errichtet, dessen Grundstein von Abbas Effendi im Jahre 1912 gelegt wurde. Während der letzten Jahre sind andere hinzugekommen, in Frankfurt/Main, in Sidney, in Panama City wie in Kampala, Uganda. Die Gebäude sollen neuneckig ün Grundriss sein, die Kuppel stelle das Symbol des ‘Grossen Namens’ dar, nach oben strebend. Hier hat man sicherlich das Minarett oder den Kirchturm übernommen, der Turm des Gotteshauses soll die Wohnungen der Menschen überragen. Die Sitze sind auf das Heilige Land ausgerich. tet, und damit ist Israel, insbesondere Haifa als Sitz des religiösen wie administrativen Zentrums in den Brennpunkt der religiösen Sekte gerückt. Im Land haben sie kaum Anhänger, wenige Perser und die meist aus anglosächsischen Ländern stammenden Funktionäre sind zeitweilige Bewohner. Für die Behörden stellt die Gruppe eine Verantwortung dar. Ihre ‘Heiligen Plätze’ sind anerkannt. — Der Glaube konnte in der Welt gewisse Erfolge erringen, sie fordern das Gute, aber ohne Vorschriften und Imperative anderer Religionen, das gibt bestimmten Kreisen einen gewissen seelischen Halt, ohne sie auf Riten und Formen zu verpflichten. ES wird erwartet, dass der Einzelne ein ehrenwertes Leben führe, und nicht den Mitmenschen verletze, man sucht Weltfrieden und Glück für alle zu erreichen, wie übermässigen Reichtum und untragbare Armut abzuschaffen. Alles klingt gut, aber nichts wird alternativ gefordert, sondern erhofft, erwartet, dass der Mensch gut sei. Die Gemeinschaft kennt keine Priester oder religiöse Funktionäre. Aus der moslemischen Sekte ist eine wie sie sagem ‘Weltreligion’ geworden, die ein Weltbürgertum predigt, die sich ln allen Ländern den staatlichen Gesetzen unter, stellt, und den staatlichen Ruhetag anerkennt. Heinzwemer Goldstein rgr^^-Tj-j-tm-.n.-.-1-i-j~i ~i-i—i—|—i—————— - » »» AM 14. MÄRZ FEIERN IN CORDOBA! (ARGENTINIEN) Herr Herbert KAMM, u. seine Frau ALICE;; geb. Kary, beide fr. Beuthen O/S. ihre! ] “Goldene Hochzeit” H. Kamm, der im! Vorjahr seinen 80zigsten feiern konnte, ist ■ seit vielen, vielen Jahren als Organist in; ■ d. Synagoge von Cordoba tätig, ein Amt, welches er ehrenamtlich (nach Lewandowskyj ausführt. ■ Wir wünschen dem Ehepaar KAMM von hier aus alles erdenklich Gute und noch viele gemeinsame Jahre in Gesundheit u. Scholom zusammen mit Kindern u. Enkel- 1 kindern!! Verband ehmlg. Oberschlesier i.A. H. Kornfeld f 69712. T.-A./Lipastr. 8 I 17

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