Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1982-1983
- Issue
- No. 50 (1982-1983)
- Date
- 1982-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Reise in die Kindheit Von RUDI REDLICH Ein Erlebnis von unserer letzten Reise, die uns teils durch deutsch-, teils durch jetzt polnisches Gebiet fuehrte, blieb unvergesslich an uns haften. Bei einem Autoausflug durch das fruehere Heimatland sahen wir bei der Einfahrt des klei. nen Riesengebirgsortes das Ortsschild “Janowice”, einst Jannowitz. — Die Kindheit erschien uns wieder vor unseren Augen. Und da sahen wir auch schon den alten aus Eichenholz geschnitzten Wegweiser, der/den Weg zum Jannowitzer Kinder- Ferienheim angezeigt hat. Nun stand da: „Internat i Dom Wakacziny dia Dzieci” (Internat und Kinder-Ferienheim). Wie oft haben wir hier als glueckliche Kinder die grossen Ferien verbracht! Damals, noch vor dem “lOOO.jaehrigen” Reich, noch vor dem ersten Weltkrieg. Bis, ja bis eines Tages an dem schon erwaehnten Wegweiser ein weiteres Schild angebracht wurde mit der Aufschrift: „Juden unerwuenscht”. — Wir fuhren langsam vorbei. Und dann sahen wir im Tal die drei grossen alten Eichen, unveraendert lag dahinter der stille schoene Gebirgssee. Dann erblickten wir das „Internat”. Es war wohl im Krieg zerstört und dann grösser und wuchtiger wieder aufgebaut worden. Hell klangen die Stimmen spielender Kinder vom unveraendert gebliebenen Spielplatz zu uns herueber. Und bald umringte uns eine froehliche Kinderschar, die, lachend und ihrer Wichtigkeit bewusst, in polnischer Sprache auf uns einredete. Dann erschien die Leiterin der Anstalt, ein kleines, aeltliches sympathisches Frauchen. Wir wurden von ihr sehr liebenswuerdig empfangen. Sie sprach polnisch zu uns, wechselte aber, als sie unsere Nationalitaet gewahrte, sogleich in ein etwas gebrochenes Deutsch ueber. Sie zeige uns die Einrichtungen und die Raeume des Hauses und geleitete uns dann in ihr Privat-Kontor. Dort sagte sie zu uns: „Sie werden wollen wissen was ich zu den Kleinen draussen sprach. Ich sagte ihnen: „Diese Besucher, als sie so alt waren, wie Ihr es heute seid, wohnten waehrend vieler Jahre in diesem Heim oder verlebten zumindestens die Ferienzeit hier. Es ist fuer sie heute eine Kindheits.Erinnerung hier. Sie sehen in Euch ihre eigene Kindheit wieder!” — Und dann zeigte sie uns einige Fotos des Hauses, wie es noch „zu unserer Zeit” war, erzaehlte uns von dessen Wiederaufbau nach voeiliger Zerstoerung und von vielem anderen mehr. — Gern gewaehrten wir ihr die Bitte, uns ins Gaestebuch der Anstalt einzutragen. Da klopfte es an der Tuer. Auf das „Prosze”! der Frau Direktor traten drei Kinder ein, zwei Buben und ein Maedchen. Sie begruessten uns auf polnisch, begleitet von einer kurzen polnischen Ansprache und ueberreichten uns einen Bildband des Ferienheimes. Wir kannten die Worte nicht, doch verstanden wir vollauf ihren Sinn. Und ausserdem erklaerte uns die Direktorin kurz die Rede der Kinder: „Sie sagten zu Ihnen: „Sollen Sie nie vergessen diesen Ausflug in Ihre Ver. gangenheit, sollen Sie immer gedenken an das schoene Interrat und uns Kinder in Janowice. Dobrej podrözy i dowidzenia (Gute Reise und Auf Wiedersehen)!” Und diesen Worten auch ich mich schliesse an!” Wir waren geruehrt, als sich die Kinder mit festem Haendedruck und einem Kuss auf Jede Wange unserer Frauen verabschiedeten. Soeben hatten wir unsere Eintragung ins Gaestebuch beendet, und ich hatte die Schreibfeder noch in der Hand. Kurz entschlossen fuegte ich unserer Inschrift hinzu: „Stets werden wir uns an das heutige schoene Zusammensein mit Euch in Jannowitz erinnern!! Lebt wohl! Auf Wiedersehen! Lehitraot! Schalom! ” EINE HALACHISCHE ANTWORT VON RABBI ISRAEL ISSERLEIN AUF EINE FRAGE DER GEMEINDE BRESLAU AUS DEM JAHR (ca.) 1440 Rabbi Israel Isserlein war im 15. Jahrhundert einer der grössten Dezisoren in Deutschland und Österreich. Er wurde 1390 geboren und starb im Jahre 1460 in Neustadt bei Wien, wo er eine grosse Jeschiwa leitete. Er war der Verfasser des grossen halachischen Werkes “Trumath Hadeschen”. Dieses Werk ist so benannt, weil der Zahlenwert der hebräischen Buchstaben von „Deschen” 354 ist und auch die Zahl der Responsen in seinem Buch 354 ist. Seine Bescheidenheit war vorbildlich. So liess er sich zur Thora nur mit seinem Namen aufrufen ohne den Zusatz von “Morenu Haraw”, wie es bei Rabbinern üblich ist. Wir bringen hier einen „P’ssak Halacha” von ihm auf eine Anfrage des Raw der Gemeinde Breslau (ca. 1440) ob es erlaubt sei entblössten Hauptes bei Gericht zu schwören, wie die Behörden es verlangten, oder dieses zu vermeiden und eine Strafe über sich ergehen zu lassen: ...„Du teilst mir Verfügung der Behörden in Breslau mit, dass die Juden, die einen Eid zu leisten haben, ihn entblössten Hauptes bei dem vierbuchstabigen Gottesnamen schwören müssen, was das jüdische Religionsgesetz aus heiliger Scheu verbietet. Du hältst diesen Fall gleich jenem im Talmud, dass die Juden zur Zeit den Tod erlitten haben, weil sie die schwarze Schnur, welche sie als Zeichen der Trauer um den Untergang Jerusalems trugen, nicht gegen eine Weisse vertauschen wollten. — Ich kann Deiner Auffassung nicht beistimmen, denn die Fälle gleichen sich nicht. Die genannten Behörden haben nicht die Absicht, mit ihrer Anordnung die Juden zur Übertretung einer religiösen Vorschrift zu zwingen. Sie bezwecken mit derselben eine Verschärfung des Eides, also eine Förderung ihrer Interessen als Richter. Hier gilt die Vorschrift, die Maimonides anführt, dass wir nur unser Leben opfern dürfen, wenn von uns Götzendienst, Mord oder die Verletzung der Keuschheitsgesetze gefordert wird; sonst dürfen wir unser Leben nicht hingeben, wenn auch von uns gefordert wird, ein religiöses Gebot, und sei es auch öffentlich, zu übertreten. Entblössten Hauptes zu schwören Ist überhaupt gar nicht als religiöses Bedenken anzusehen.” E. M. Hauschner ERNI GOLDSCHMIDT Tel-Aviv Blick auf das Heilige Land Kennst Du das Land wo die Wiege der Religionen stand an seinen Ufern schlagen die Wellen die Sonne braeunt nicht nur sie reift die Aehren der Felder mit Hilfe von kuenstlicliem Nass gruenen die Wiesen wachsen Baeume schneller Um den Menschenkindern Schatten zu spenden wuerdig vorbereiten uns die Berge zu beiden Seiten des Weges dazwischen eingebette Doerfchen auf die heilige Stadt Jerusalem vor ihre Mauern bergten einst den Tempel die Mauern von Golgata es ueberhaeuft uns die Geschichte — denn schauen wir auf das Tote Meer blaugruen unbeweglich sein Wasser im dunstig blaeulichen Schimmer von Wuestenbergen umgeben. Jericho, die uralte Feste ihr alter Markt im Gruen der Palmen — tiefer Orient die Wueste ruht in ihrer Farbenpracht sie zeugt, dass auch sie einst lebendig war arabische Karavanen streifen noch durch die bizarre Gegend suchen Gruen und Wasser. Massada — zeigt uns Reste der einstigen Festung Zeugen der heroischen Heldentaten traeumend sitzt man auf seiner Hoehe auf steinernen Baenken versetzt sich Jahrtausende zurück — Tel-Aviv — aus dem kleinen Tel-Aviv dem Fruehlingshuegel entstand im Tempo der modernen Zeit eine grosse Stadt nur ein paar alte arabische Graeber auf einem Huegel am Meer sind Zeugen der einstmaligen Stille — die alte Hafenstadt Haifa huellt ihren Karmel in Garten und Wald wie fuehlt man hier die Erholung bald. So ist die Bibel wieder wahr geworden leuchtend und hell ein kleiner Blick auf Israel! PAPIERWAREN ROTKOWITZ BUROBEDARF ROTKOWITZ H I I | GESCHENKE ROTKOWITZ | I ROTKOWITZ! ■ I I I Office Equipment and Stationery Tel-Aviv Rambam Str. 24 Tel. 625420 1 fl 15