Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1982-1983
- Issue
- No. 50 (1982-1983)
- Date
- 1982-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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AUF DREI DINGEN STEHT DIE WELT: ERICH LEWIN ZUM GRUSS Es gehört zu den besonderen Freuden, über einen Menschen wie Erich Lewin zu schreiben, der im August 1982 in voller Rüstigkeit und Betriebsamkeit seinen achtzigjährigen Geburtstag begehen konnte, trotzdem er bemüht war seine Freunde davon abzulenken und bescheiden allen Glückwünschen zu entweichen. In einer Zeitschrift wie den ‘Mitteilungen’, deren Redaktion sein Werk darstellt, die aber in grossen Abständen erscheinen, verspätet sich die Gratulation, aber das soll ihr nichts von der Herzlichkeit nehmen, der sich alle die, die ihn persönlich kennen, sicherlich gerne anschliessen. — Erich Lewin hat das Schicksal seiner Generation auskosten müssen. Aus dem Leben und der Lebensform herausgerissen, die er sich in Rosenberg, seiner Gemeinde in Schlesien, schaffen konnte, erreichte er beinahe im letzten Augenblick das Land, wo er alle Schwierigkeiten der Einordnung durchmachen musste. Er hat — trotz allem — sehr schnell zu seiner persönlichen ‘Aufgabe’, wenn man es so nennen will, zurückgefunden. Aus der Gemeinde ist die Gemeinschaft geworden, die ihn seit langen Jahren ausfüllt und Inhalte gibt. Und da er nur die Volontäre Arbeit kennt, wird er oft von den frühen Morgenstunden bis spät in die Nacht hinein ‘beschäftigt’. Um diese — seine — Lebenshaltung zu verstehen, muss man sich in die Aufgabe der Kultus, beamten der deutschen Kleingemeinden zurückversetzen, wo er Lehrer und Prediger gewesen ist, der — nicht immer sehr gut bezahlte — Angestellte, der oft noch in den Kleinstgemeinden der Umgebung herumreisen musste, um sowohl den Unterricht der wenigen jüdischen Kinder wie den Gottesdienst zu organisieren, überwachen, oder selbst abzuhalten, bei freudigen wie tragischen Ereignissen zur Stelle sein musste. Einer seiner Amtskollegen, im Norden Deutschlands wurde von der Bevölkerung als ‘Judenpastor’ begrüsst und vorgestellt. Ein Wort, das vielleicht treffend Amt und Aufgabe umschreibt: er war der Hirte, der geistliche und geistige, seiner Gemeinde und Gemeinschaft, das, was in den Grossgemeinden als Seelsorger bezeichnet wurde, — einen Begriff, den das religiöse Establishment in Israel leider nicht kennt.— Ein neues Buch zur 50 jaehrlgen Einwanderung deutschsprachiger Juden (1933 — 1983) erschien 1983. Shlomo Erel, der fruehere Direktor des Buch- und Druckgewerbezentrums erhielt eine Fellowship von der Memorial Foundation fuer Juedische Kultur (USA), das Material fuer das Buch zu sichten und das Buch zu schreiben. “Neue Wurzeln — 50 Jahre Immigration deutschsprachiger Juden in Israel (1933 — 1983)” wird durch den Bleicher Verlag, Gerlingen, in deutscher Sprache veroeffentlicht. Dieser Verlag hat im Jahre 1979 Erels Buch “Aus dem Tagebuch eines Kibbuz Sekretaers” herausgegeben. Erel hat zur Vorbereitung fuer das Buch ungefaehr 170 Israels, meist Zentraleuropaeer wie den verstorbenen Pinhas Rosen (erster Justizminister in Israel) und Dr. Nahum Goldmann wie auch Richter des Obersten Gerichtes, Professoren an Universitaeten, Kibbuzmitglieder und Veteranen des israelischen Lebens interviewt. Einige Persoen. lichkeiten ausserhalb des zentraleuropaeischen Kreises wie z.B. der fruehere Praesident Itzh'ak Im Lande ist Erich Lewin nicht nur in der “Vereinigung ehemaliger Breslauer” aktiv, er gehörte zu den ersten, die den Ruf zur Vereinigung aller Gruppen ‘Ehemaliger’ aufgenommen hat, die sich in der ‘Centra’ verbunden haben. Im Elternheim seines Wohnviertels, in Ramat Chen, veranstaltet er regelmässig Festabende, und an Freitagabend unterhält er die Bewohner durch seine gut fundierten und lebhaften Ansprachen. Viele kennen seine knappen Berichte über Veranstaltungen im Tel Aviver Raum oder haben ihn als anziehenden Sprecher erlebt der seine Themen stilistisch interessant zu gestalten weiss und anregend vorträgt.— Es ist vielleicht ein Satz in den “Pirke Awot”, in den Sprüchen der Vater, der die Vorstellungswelt Erich Lewins immer beherrscht hat, geführt und geprägt: Schimon dem Gerechten wird der Satz zugeschrieben, dass die Welt auf drei Säulen ruhe, auf der Tora, der Lehre, der Avoda, dem religiösen Dienst, wie auf Gemilut Chassadim, der Nächstendliebe, das Erfüllen von Wohltaten. Eherne Säulen, kategorische Imperative, die ihn geformt haben, die für ihn Herzensangelegenheiten geworden sind und keine politische Flagge, die noch immer sein Verhalten den Nebenmenschen gegenüber bestimmen, das — trotz aller Schicksals. Schläge — hilfreich geblieben ist. Avoda, die Arbeit, ist in diesen Zusammenhang sowohl die körperliche wie auch der religiöse Dienst, die ‘Arbeit am Heiligtum’. Es ist die Arbeit im doppelten Sinne des Väter. Spruches, die das tägliche Leben und das Verhalten Erich Lewins noch immer beherrscht. Dieser Gruss und Wunsch, — er ist auch ausserhalb jedes kalendarischen Ereignisses angebracht, — besteht darin, dass es ihm vergönnt sei, sich noch lange Jahre der Arbeit wie seinen Arbeiten zu widmen, um und mit den Nächsten, den religiösen Dienst, wie den Dienst an und in der Gemeinschaft seiner heutigen Gemeinde, der für ihn immer Dienst am Nachbarn, am Nebenmenschen dargestellt hat und darstellt, und er noch lange Jahre wie bisher hilfsbereit wirken kann, immer bereit, wenn ein ‘Mensch’ gebraucht wird. Und das will etwas in unserer materialistischen Zeit heissen,... — hwg — Navon sind gebeten worden, ihre Eindruecke über den Prozess der Einordnung deutschsprachiger Immigration zum Ausdruck zu bringen. Die Kapitel des Buches — “Neue Wurzeln” behandeln den zentraleuropaeischen Beitrag zur Gruendung und Förderung der israelischen akademischen Institutionen, sie beschaeftigen sich mit der Besonderheit von Persoenlichkeiten wie Pinhas Rosen, Dr. Nahum Goldmann, Martin Buber, Gershom Scholem, Recha Freier, Senta Josepthal, Gershom Schocken, Dr. Esriel Carlebach, Giora Josepthal und anderen. Das Buch zeigt die Taetigkeit von Zentraleuropaeem auf den verschiedensten Gebieten israelischen Schaffens auf. Diezwei Botschafter, Itzhak Ben-Ari (Bot. schafter Israels in Bonn) und Dr. Niels Hansen (Botschafter der Deutschen Bundesrepublik in Tel Aviv) haben ein Vorwort fuer das Buch geschrieben. Die Bundeszentrale der Politischen Bildung in Bonn hat ihre Hilfe fuer die Verbreitung des Buches im Rahmen ihrer Aktivitaeten versprochen. AUS ALLEN LAENDERN DER ERDE ISRAEL-VERHEISSUNG UND ZUKUNFT Von BARBARA JUST-DAHLMANN Fotos von OTTO PFAFF Radius Verlag Stuttgart Die Verfasserin dieses Buches ist für uns keine Unbekannte. Ehemalige Staatsanwältin und Jetzige Richterin in der Bundesrepublik, im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Juden und Christen beim Deutschen Ev. Kirchentag. Die Verfasserin war auch Bundesvorsitzende der Ev. Akademikerschaft in Deutschland. 1970 wurde ihr die “Theodor Heuss Medaille” verliehen und 1980 erhielt sie als erste d. “Moses-Mendelssohn-Preis zur Förderung der Toleranz gegenüber Andersdenkenden und zwischen den Völkern, Rassen u. Religionen” der Stadt Berlin. Sie ist eine echte Humanistin für die der Mensch als Mensch im Mittelpunkt steht. Die Leser unserer Zeitung werden sich bestimmt an ihren Artikel “Toleranz” erinnern, welcher in der vorigen Nummer veröffentlicht wurde. In ihrem Buche “Aus allen Ländern der Erde” beschreibt Sie Eindrücke in Israel. Aber dieses Buch ist kein Reisetagebuch. Die Verfasserin beschreibt den Vorgang des “Kibbutz Galujot”, die “Sammlung der Zerstreuten” im Staate Israel, in welchem sich Juden aus allen Ländern der Welt zusammenfinden. Einen besondern Platz nimmt der “Holocaust” ein. Sie erzählt uns die Geschichte verschiedener Juden aus Deutschland, welche in der letzten Minute durch die “Jugendalijah” gerettet wurden und in Israel ein neues Leben aufbauten. Insbesondere wird Dr. Schimon Sachs, ein berühmter Pädagoge in Israel erwähnt. Dr. Sachs kam im Februar 1939, nachdem er die Kristallnacht überlebte und selbst Zeuge war was man seinem Vater im Konzentrationslager angatan hatte, nach Eretz-Israel. Heute wohnt Dr. Sachs in Kirjat Gat und beschäftigt sich mit der Integration der Kinder neuer Einwanderer, meist aus Asien und Afrika. Wir lesen über ihre erschütternden Eindrücke in “Jad w’Schem” und im Märtyrerwald, dem “Wald der Heiligen”. Nach jeder ihrer Beschreibungen wird ein dazu passender Bibelvers zitiert. Die Verfasserin schreibt auch über die Israelisch-Arabischen Beziehungen. (In einem vorigen Buch “Tagebuch einer Staatsanwältin” schrieb sie, wie heute Antisemitismus und Antizionismus sich gleichen, Antisemitismus von “rechts” und Antzionismus von “links” — aber das Resultat is dasselbe.) In dem uns vorliegenden Buche ziiert die Verfasserin Paragraphen aus dem “Palästinensischen Nationalabkommen” der P.L.O. welche den Untergang des Staates Israel herbeiwünschen. In so einer Lage ist es mehr als verständlich dass Israel seine Feinde fürchtet und alle Anstrengungen macht um sich zu verteidigen. Das Buch enthält herrliche Fotographien welche Menschen zeigen, welche aus den verschiedensten Ländern der Welt nach Israel kamen; die Klagemauer und Monumente und Denkmäler welche zum Andenken an den Holocaust errichtet wurden. Es wäre wünschenswert, wenn viele Menschen dieses interessante Buch lesen würden und so die Probleme des Staates Israel besser verstehen können. G. V. Mlchal „50 Jahre Immigration Deufschprachiger Juden in Israel ii 7