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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2007-01-01 · No. 82 (2007) · p. Seite 17

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2007
Issue
No. 82 (2007)
Date
2007-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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17 (Fortsetzung von Seite 16) kämpfenden Fürsten waren, denen es nur je nach Zweckmäßigkeit um ihre eigene Volkszugehörigkeit ging, wird sehr deutlich. Der Rezensent, der sich u.a. durch Akteneinsicht im polnischen Staatsarchiv vielfältige Kenntnisse über die kommunalpolitischen Verhältnisse in der Stadt in den Jahren der Weimarer Republik und der Nazizeit erworben hat, stellt daher auch für diesen Zeitraum, der einen großen Teil des Buches umfaßt, etliche Unkorrektheiten und Mängel im Detail fest. In diesem Kapitel macht sich auch besonders eine gewisse Sprunghaftigkeit in den Schilderungen und das Fehlen einer strengen chronologischen Abfolge bemerkbar. Die persönlichen Berichte einzelner Zeitzeugen, die dem Buch mehr den Charakter eines Geschichtenlesebuches geben, nehmen einen sehr großen Umfang ein und erschweren es, den eigentlichen Ablauf zu verfolgen. Formulierungen, wie z. B., dass Weimar 1919 - S. 403 - eine sächsische Stadt sei, in der eine "neue Republik... geplant" wurde" (es ist eine thüringische Stadt), machen deutlich, dass es mitunter an Sorgfalt bei der Recherche mangelte. Dass u. a. der Oberbürgermeister Dr. Otto Wagner, der für die Stadt zwischen 1919 und seiner "Entfernung" durch die Nationalsozialisten am 25.3.1933 Bedeutendes geleistet hat, nicht einmal erwähnt wird, ist neben anderen Weglassungen von Ereignissen und Personen aus dieser Zeit jedoch etwas unverständlich. Insgesamt gibt dieser Abschnitt mehrfach Anlass zu grundsätzlicher Diskussion und auch zu Widerspruch. Die Entwicklung der Synagogengemeinde in Breslau und die Rolle der jüdischen Breslauer in dieser Zeit werden dagegen nur ungenügend und teilweise auch unrichtig dargestellt. Die deutschen Juden waren, im Gegensatz zu den in der Stadt lebenden Polen, vom ersten Tage der Nazidiktatur an dem Terror der Nationalsozialisten ausgesetzt. Die Formulierung auf Seite 420, dass die eigentliche antisemitische Gesetzgebung erst 1935 begann, trifft nun wirklich nicht zu. Gemäß der nazistischen Perfidie genossen anfangs sogar polnische Juden als Ausländer noch mehr Schutz als die deutschen. Eine Aufzählung weiterer einzelner Punkte oder Formulierungen aus diesem Kapitel würde jedoch dem Buch, das als Gesamtwerk eine positive Einschätzung durchaus verdient, nicht gerecht. Das letzte Kapitel ist für ehemalige Breslauer und auch für andere deutsche Leser der aufschlussreichste Teil. Ohne Beschönigungen wird die Nachkriegsentwicklung geschildert. Über manche der bisher verkündeten sozialistischen Erfolgsgeschichten und verschwiegenen Tatsachen, wie die Zerstörungen nach der deutschen Kapitulation, wird sehr offen geschrieben. Im Fazit kann festgehalten werden, dass dieses Buch dem Leser die Stadt und ihre Geschichte trotz vieler Darstellungen, die weiterer Klärung, der Ergänzung oder der Korrektur bedürfen, auf emotionale Weise sehr nahe bringt. Es ist weniger eine exakte wissenschaftliche Abhandlung als vielmehr, wie der blumige Name schon andeutet, eine vielfarbige Beschreibung einer Stadt mit ihrer, in der Tat wechselvollen und oft verschieden interpretierten Geschichte. In einer Einschätzung dürften sich alle ehemaligen und heutigen Bewohner der Stadt - letztlich auch durch dieses Buch - einig sein, sie ist heute eine polnische Stadt und sie ist es im Ergebnis des von deutscher Seite ausgelösten Krieges und der im deutschen Namen begangenen Verbrechen und sie ist es "beinahe zur Gänze [als] Produkt sowjetischer Politik" - . c*.-- Tr* .jjikaV * \ (vom Homs Hermann Neustadt zur Verfügung gestellt) Der Eingang zum jüdischen Friedhof an der Lohestraße im jahre 1997 *CÄK' '■ -j :-:4m

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